Beurteilung des Actibelt in Schwerelosigkeit zur Trainingsüberwachung von Astronauten



Körperliche Aktivität ist sehr wichtig für die Gesundheit, denn sie hält den Menschen fit und beugt Krankheiten vor. Um zu überprüfen, wie intensiv das Training auf den Körper wirkt, benötigt man spezielle Messinstrumente. Die neuesten Entwicklungen in der Mikroelektronik erlauben es, einen kompakten, günstigen und widerstandfähigen Beschleunigungsmesser zu bauen, der auch im Alltag ohne Einschränkung getragen werden kann.

Beim Actibelt wurde dieses dreidimensionale Messgerät in eine Gürtelschnalle eingebaut. Es ist in der Lage, Aktivität hoch aufgelöst und verlässlich zu messen, zu speichern und auszuwerten. Verschiedene andere Einsatzmöglichkeiten sind die Ganganalyse, die Echtzeitmessung von Laufgeschwindigkeiten im Sportbereich, sowie die computergestützte Rehabilitation.

Auch auf der Internationalen Raumstation ISS wird nach einer objektiven Methode gesucht, um die körperliche Aktivität der Astronauten zu erfassen und das tägliche Fitnesstraining zu überwachen. Damit will man den körperlichen Auswirkungen längerfristiger Schwerelosigkeit, wie Schwäche, Koordinationsschwierigkeiten, Muskel- und Knochenschwund, vorbeugen. Ein täglicher Aktivitätscheck und die Messung des Kilokalorienverbrauchs mit anschließender weiterer Trainingsempfehlung könnte hier hilfreich sein.

An Bord des Parabelflugzeugs wird eine Versuchsperson mit dem Actibelt, einem Herzfrequenzmesser und einem tragbaren Spiroergometer ausgestattet. Der Spiroergometer analysiert die Atemluft der Versuchsperson, wodurch deren Kilokalorienverbrauch berechnet werden kann. Die Versuchsperson soll während der Phasen der Schwerelosigkeit bestimmte Bewegungen ausführen. Mit den gleichen Messgeräten ausgestattet werden diese Bewegungen von derselben Versuchsperson auch am Boden bei normaler Erdanziehungskraft ausgeführt. Somit soll festgestellt werden, welchen Einfluss die Abwesenheit der Schwerkraft auf den Kilokalorienverbrauch hat.


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Dr. Martin Daumer
Sylvia Lawry Centre for Multiple Sclerosis Research

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