Erforschung des Weltraums: Nationales Programm



Das Nationale Programm ist eine der Säulen für die wissenschaftliche Erforschung des Weltraums. Die innerhalb der Europäischen Weltraumorganisation ESA ermöglichten Fluggelegenheiten werden erst durch die Forschungsinstrumente, die in ihren Mitgliedstaaten entwickelt werden, zu wissenschaftlich herausragenden Missionen. Daneben leistet das Nationale Programm auch Beiträge zu Projekten außerhalb des ESA-Programms, etwa in Zusammenarbeit mit NASA, CNES und Roskosmos. Es gibt zudem aus Japan, Indien und China eine starke Nachfrage nach deutschen wissenschaftlichen und technologischen Beteiligungen.

Bilaterale und multilaterale Kooperationen

Ein prominentes Beispiel einer maßgeblichen Beteiligung deutscher Wissenschaftler an einer internationalen Zusammenarbeit ist die Asteroiden-Mission Dawn. Mit dieser Raumsonde werden zwischen 2011 und 2015 zwei der größten Asteroiden, Vesta und Ceres, untersucht. Man erhofft sich davon wichtige Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung der Planeten unseres Sonnensystems.

Eine weitere bilaterale, in Vorbereitung befindliche Mission zur Erforschung des Ursprungs und der Entwicklung des Universums ist das Röntgen-Teleskop eROSITA. Es ermöglicht die Identifikation auch weit entfernter Galaxienhaufen, die als die größten gebundenen Objekte die Struktur des Universums widerspiegeln.

Weil das Licht der weiter entfernten Haufen länger braucht, um zu uns zu gelangen, sehen wir sie in einem jüngeren Stadium. Hieraus lässt sich die zeitliche Entwicklung des Weltalls ableiten, was wiederum Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Dunklen Energie und der Dunklen Materie ermöglicht. Das Teleskop ist das Hauptinstrument auf der russischen Mission "Spektrum-Röntgen-Gamma", die im Jahre 2014 vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur starten soll.

Bereits 2010 hat das deutsch-amerikanische Astronomie-Programm SOFIA seine auf 20 Jahre ausgelegte wissenschaftliche Arbeit aufgenommen. Bei SOFIA handelt es sich um ein fliegendes Observatorium für Infrarot-Astronomie. Das Flugzeug - eine modifizierte Boeing 747SP - wird von der NASA betrieben, das Teleskop wurde vom DLR beigestellt. Wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Erforschung von Milchstraßensystemen sowie der Entstehung und Entwicklung von Sternen und Sonnensystemen aus interstellaren Molekül- und Staubwolken.

Wissenschaftliche Exzellenz

Die Gestaltung des Fachprogramms Erforschung des Weltraums erfolgt gemeinsam mit der wissenschaftlichen Gemeinde. Anregungen für neue Teilprogramme und Projektvorschläge kommen von einzelnen Wissenschaftlern oder Wissenschaftlergruppen. Über ein umfangreiches Beratungs- und Begutachtungswesen, an dem sich die wissenschaftlichen Nutzer beteiligen, werden die Inhalte des Programms im wissenschaftlichen Wettbewerb definiert. Das Grundprinzip ist dabei "Best Science".

Das Programm wird in Deutschland von zahlreichen Gruppen an Universitäten, Max-Planck-, DLR-, Leibniz-, Fraunhofer- und Landes-Instituten getragen. Dabei hat sich eine intensive Zusammenarbeit zwischen diesen Forschungseinrichtungen entwickelt. Für die Durchführung und wissenschaftliche Betreuung der Projekte stellen die beteiligten Institute erhebliche eigene Ressourcen zur Verfügung. Sie wirken maßgeblich bei der Definition und Entwicklung der Instrumente mit und führen die Datenauswertung und -interpretation durch.


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