DLR-Herz (2002 - 2004)



 

Vision und Ziel des implantierbaren DLR-Herzens ist die langfristige Unterstützung von Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz, für die bislang nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Patienten sollen bei bestmöglicher Lebensqualität und Mobilität so rasch wie möglich in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Mit der Entwicklung des innovativen, voll implantierbaren Herzunterstützungssystems DLR-VAD können die bisherigen Einschränkungen überwunden und eine langfristige Therapie durchgeführt werden.

Durch die neuartige Technik steht mit dem DLR-VAD erstmalig für Patienten und Mediziner eine echte Alternative zur Herztransplantation zur Verfügung. Die Antriebstechnik basiert auf der langjährigen Entwicklung von Leichtbaurobotern. Das völlig neuartige Pumpkonzept steigert die Effizienz und ermöglicht den langfristigen Einsatz der Unterstützungspumpe.

Die neuartige Zweikammertechnik des DLR-VAD entlastet das Herz mit einem physiologisch vorteilhaften pulsierenden Volumenstrom. Herausragende Merkmale sind:

  • wahlweise Unterstützung einer oder beider Herzkammern
  • minimierte Blutschädigung durch Strömungsoptimierung
  • optimale Entlastung des Herzens durch geregelte Pumpleistung
  • Pumpleistung 8 l/min., elektrischer Leistungsbedarf 6 Watt


Das DLR-TET überträgt über eine implantierte Spule Daten und Energie induktiv an das Implantat und ist durch folgende Alleinstellungs-merkmale gekennzeichnet:

  • leichtes, weiches und flexibles Spulenimplantat (ca. 70 g)
  • Energieübertragung wird nach dem Leistungsbedarf des Implantats geregelt
  • geringe Störanfälligkeit gegen Fehlpositionierung


Das vollimplantierbare DLR-VAD und das drahtlose DLR-TET reduzieren Infektionsrisiken und Mobilitätseinschränkungen, da keine Versorgungsleitungen durch die Haut erforderlich sind. Hohe Langzeitstabilität und gute Verfügbarkeit eröffnen Ärzten eine einzigartige, alternative Therapie, die zum breiten Einsatz geeignet ist. Das DLR-Herz konnte seine Leistungsfähigkeit bisher in Dauerlastversuchen sowie in Akutversuchen unter Beweis stellen. In den durchgeführten Tierversuchen arbeitete das Kunstherz ohne Komplikationen und unterstütze das natürliche Herz mit bis zu 8 Litern pro Minute Pumpvolumen. Die drahtlose Energie- und Datenübertragung ist in der Lage, bei einem Abstand der Übertragungsspulen von bis zu 40 mm etwa 50 Watt Leistung zu transferieren.

Veröffentlichungen

Th. Schmid, R. Gruber, W. Schiller, D. Liepsch, G. Hirzinger, and A. Welz: "Transcoutaneous Energy System for Implantable Artifcial Hearts." Int J Artif Organs 27: 622, 2004.

Th. Schmid, W. Schiller, A. Mittelschulte, D. Liepsch, B. Laschka, G. Hirzinger, and A. Welz: "Flow Measurements in the Chamber of a Pulsatile Left Ventricular Assist Device with Particle Image Velocimetry (PIV)." Int J Artif Organs 27: 570, 2004.

Th. Schmid, and W. Schiller: "A New Artificial Heart for Regeneration and Support of Severe Cardiac Insufficiency." Medical Technology in Bavaria, 2003.

Th. Schmid, W. Schiller, D. Liepsch, G. Hirzinger, and A. Welz: "Linksventrikuläre Unterstützung mit Hilfe einer voll implantierbaren, pulsatilen Zweikammerpumpe:37." 3. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomechanik, München, 29-5-2003.

Th. Schmid, W. Schiller, D. Liepsch, B. Laschka, G. Hirzinger, and A. Welz: "A New Implantable Left Ventricular Assist Device With Two Chambers:174." The 7th Conference of the European Society for Engineering and Medicine (ESEM), Halle/Saale, 18-9-2003.

Th. Schmid, W. Schiller, D. Liepsch, B. Laschka, M. Marcus, G. Hirzinger, and A.Welz: "The DLR Left Ventricular Assist Device: First In Vitro and In Vivo Results." Int J Artif Organs 7: 590, 2003.

Th. Schmid, D. Liepsch, W. Schiller, M. Nadler, G. Hirzinger, A. Welz, and E. Richter: "Flow visualisation and flow measurement with particle image velocimetry (PIV) in the chamber of a new left ventricular assist device (DLR-Heart)." Acta of Bioengineering and Biomechanics 4: 522-523, 2002.

Th. Schmid, W. Schiller, D. Liepsch, and G. Hirzinger: "The DLR-Heart: A New Implantable, Left Ventricular Assist Device." First In Vitro Testing:12th International Conference on Mechanics in Medicine and Biology (ICMMB), Lemnos, Greece, 9-9-2002.


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