Remote Component Environment (RCE)



RCE - Logo
Die Remote Component Environment (RCE) ist eine universelle, verteilte Plattform zur Integration von Applikationen. RCE bietet integrierten Applikationen Zugriff auf allgemeine, immer wieder benötigte Softwarekomponenten wie einer Workflow Engine, einem Rechtemanagement oder einer Schnittstelle zu externen Rechen-/Speicherressourcen (Grid, Cluster). Den Entwicklern der integrierten Applikationen wird es damit ermöglicht, sich auf die anwendungsspezifische Logik zu konzentrieren und verschiedene Applikationen durch die Einbettung in einer einheitlichen Umgebung interagieren zu lassen.

RCE ist als ein Komponenten-basiertes System konzipiert. Es setzt auf Equinox, einer OSGi-Implementierung, und auf der Eclipse Rich Client Platform auf. OSGi (Open Services Gateway initiative) ist die Spezifikation einer dynamischen, modularen Plattform in Java. Sie wird von der OSGi Alliance (IBM, Oracle, T-Systems, ...) vorangetrieben und hat sich als Industrie-Standard auf diesem Gebiet etabliert. Die Rich Client Platform von Eclipse ist sehr weit verbreitet und findet überall dort Anwendung, wo eine Applikation eine umfangreiche Laufzeitumgebung, eine graphische Programmierschnittstelle oder Komponenten wie ein Hilfesystem oder einen Update-Mechanismus benötigt. RCE wurde also nicht von Grund auf neu, sondern auf einer bestehenden Basis entwickelt. Dadurch verfügt es durch OSGi über ein bewährtes Modulkonzept und durch die Eclipse Rich Client Platform über eine ausgereifte graphische Benutzerschnittstelle.

 Verteiltes Datenmanagement
zum Bild Verteiltes Datenmanagement

RCE ist in einer verteilten Umgebung auf Windows- und Unixsystemen lauffähig. Auf jedem teilnehmenden Rechner ist eine Instanz von RCE installiert. Diese Instanzen können auf Grund verschiedener installierten RCE-Komponenten und durch verschiedene, integrierte Applikationen unterschiedliche Ausprägungen haben - wie z.B. als Application Server, Client, Datenbankserver. RCE ist dabei so realisiert, dass dessen Verteilung dem Benutzer sowie dem Entwickler von integrierten Applikationen transparent bleibt.

Folgende allgemeinen Softwarekomponenten sind derzeit als Teil von RCE realisiert:

  • Die Communication Component sorgt für die Realisierung des verteilten Systems. Als Kommunikationsprotokolle kommen momentan RMI oder SOAP zum Einsatz.
  • Das Privilege Management ermöglicht eine individuelle Vergabe von Rechten auf Komponenten- und Datensatzebene. Die dafür notwendige Authentifizierung ist Zertifikats-basiert und kann durch Single Sign-On erfolgen.
  • Mit der Workflow Engine können in RCE integrierte Applikationen zu Workflows verbunden und im verteilt laufenden System ausgeführt werden.
  • Das Data Management ermöglicht ein versionisiertes Persistieren von Datensätzen im verteilten System.
  • Ein einheitliches Grid Interface bietet integrierten Applikationen programmatischen Zugriff auf heterogene Grid-Ressourcen und HPC-Systemen.
  • Mit dem Web Service Interface ist es anderen Systemen (z.B. Web-Portalen) möglich, auf RCE und damit auch auf die integrierten Applikationen zuzugreifen.
  • Das optionale Graphical User Interface (GUI) von RCE besteht neben den von der Eclipse Rich Client Platform mitgebrachten Elementen aus Logging Browser, Notification Browser, Application Browser, Data Explorer, Project Explorer und einem Table Framework zum Erstellen von Tabellen und Bäumen, die den hohen Anforderungen von Ingenieursinhalten genügen.

 Excel-Plug-in in RCE
zum Bild Excel-Plug-in in RCE

Um Applikationen integrieren zu können, die in nativen Sprachen wie Fortran, C oder C++ geschrieben sind, steht ein API (Application Programming Interface) innerhalb von RCE zur Verfügung.

Beispiele bisher integrierter Applikationen (vorher existierende und neu entwickelte):

Entwicklung

RCE ist in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI im Rahmen des Projektes SESIS entstanden und wird in dieser Kooperation weiterentwickelt.

Verfügbarkeit

RCE ist unter der Eclipse Public License (EPL) verfügbar und wird darüber hinaus unter einer proprietären Lizenz angeboten werden.

Links


Kontakt
Doreen Seider
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Simulations- und Softwaretechnik
, Verteilte Systeme und Komponentensoftware
Tel: +49 2203 601-3857

Fax: +49 2203 601-3070

E-Mail: Doreen.Seider@dlr.de
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TATT - Titanium Aluminide Turbine Toolbox (http://www.dlr.de/sc/desktopdefault.aspx/tabid-9460/16246_read-39928/usetemplate-print/)
Verteilte Systeme und Komponentensoftware (http://www.dlr.de/sc/desktopdefault.aspx/tabid-1199/1657_read-3066/usetemplate-print/)
Virtueller Satellit (http://www.dlr.de/sc/desktopdefault.aspx/tabid-5135/8645_read-8374/usetemplate-print/)
Softwareumgebungen für die virtuelle Produktentwicklung (http://www.dlr.de/sc/desktopdefault.aspx/tabid-1186/1640_read-10303/usetemplate-print/)
UCAV-2010 – Technologien für die Entwicklung von unbemannten Kampfflugzeugen (http://www.dlr.de/sc/desktopdefault.aspx/tabid-5141/8654_read-11626/usetemplate-print/)
Open Source (http://www.dlr.de/sc/desktopdefault.aspx/tabid-5951/9688_read-19161/usetemplate-print/)