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Wie reagieren das Pantoffeltier und sein einzelliger Flugbegleiter "Ophryoglena" auf 22 Sekunden Schwerelosigkeit?



Paramecium
Ophryoglena flava
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In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass diese Einzeller die Richtung der Schwerkraft mit Hilfe der eigenen Zellmasse wahrnehmen, und - abhängig von ihrer Ausrichtung zur Schwerkraft - ihre Schwimmgeschwindigkeit regulieren: Nach unten schwimmende Zellen bremsen ab, während nach oben schwimmende Zellen beschleunigen. So wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Zellen die Wasseroberfläche erreichen, an der sie ihre Futterorganismen, z.B. Bakterien, finden.

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) führten in Kooperation mit verschiedenen Instituten und Universitäten in Bochum, Bonn und Erlangen Experimente mit Ciliaten unter Schwerelosigkeit durch. Dies im Fallturm, auf Parabel- und Raketenflügen sowie Spaceshuttlemissionen. Alle Versuche dienen der Kontrolle und weiteren Charakterisierung der Reaktionen von Einzellern auf die Schwerkraft. In der 5. DLR-Parabelflugkampagne im Juni 2003 wurden variable Beschleunigungen genutzt um herauszufinden, welchen Teil der natürlichen Schwerkraft Einzeller gerade noch wahrnehmen können.

Bei der diesjährigen 6. DLR-Parabelflugkampagne werden die Schülerinnen und Schüler die Reaktionen von Paramecium aurelia, einem "Pantoffeltierchen", und Ophryoglena flava genau beobachten. Bei Ophryoglena flava deuten Voruntersuchungen auf eine ungewöhnliche Verteilung der Schwerkraftrezeptoren hin.

Der Ausgang des Experimentes liefert wichtige Informationen für die Grundlagenforschung, für Versuche auf der Internationalen Raumstation (ISS) und für die Weiterentwicklung von Simulationsexperimenten auf der Erde. Insbesondere hoffen die Forscher, sich der Beantwortung wichtiger Fragen erheblich zu nähern: Wie ist es einzelligen Lebewesen möglich den Schwerkraftreiz wahrzunehmen? Liegen in spezialisierten Zelltypen oder gar menschlichen Körperzellen ähnliche, vielleicht sogar gleiche, elektrophysiologische und biochemische Mechanismen zur Wahrnehmung der Schwerkraft vor? Und was könnte das für einen Langzeitaufenthalt eines Astronauten in Schwerelosigkeit bedeuten?


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