Das am DLR entwickelte Programm SIMPACK ist ein solches Mehrkörper-Simulationsprogramm: Man kann fast beliebige Konfigurationen von Systemen eingeben. Außerdem kann man fast beliebige Gesetzmäßigkeiten für Kräfte einstellen, von sehr einfachen Formeln wie Federn bis hin zu komplizierten Zusammenhängen, die zum Beispiel beim Kontakt zwischen Reifen und Straße oder zwischen Eisenbahnrad und Schiene auftreten. Da dieses Programm im Grunde nichts anderes tut, als aus den Bewegungen der einzelnen Körper Kräfte und aus diesen Kräften wiederum Bewegungen der Körper auszurechnen, kann man damit fast alles berechnen, was sich bewegt, wenn man nur die Zusammenhänge zwischen den Bewegungen und den Kräften kennt.
Grundsätzlich erfüllt eine brauchbare Simulation zwei Anforderungen:
Um die Simulation noch genauer zu machen, werden neue Beschreibungen für physikalische Effekte entwickelt, zum Beispiel aerodynamische Kräfte durch Luftströmungen, wie sie bei Flugzeugen, aber auch bei schnell fahrenden Zügen auftreten, oder Kräfte, die bei Rädern wirken, die nicht auf einer befestigten Straße, sondern auf weichem Boden wie etwa einer Wiese rollen, oder Körper, die sich in sich selbst verformen wie beispielsweise Eisenbahnräder unter Belastung.
Simulation: Hochgeschwindigkeitszüge sind gegenüber Luftkräften, die durch Seitenwind oder Zugbegegnung entstehen, sehr empfindlich. In ungünstigen Fällen kann es sogar zu Entgleisung kommen. Die Kopplung unterschiedlicher Simulationen, z.B. Mehrkörper- oder Strömungssimulationen, ermöglicht die Abschätzung solcher Risiken. Im Bild: rot: hoher Überdruck, gelb: geringer Überdruck, grün: neutral, blau: Unterdruck (Sog)
Um die Simulation schneller zu machen, werden neue Berechnungsmethoden entwickelt. Die Gleichungen, die im Simulationsprogramm gelöst werden müssen, sind häufig so kompliziert, dass man sie nur iterativ, also durch "Ausprobieren" und schrittweise Verbesserung des Ergebnisses lösen kann. Hierfür werden neue Methoden und Algorithmen entwickelt, die auch komplizierte mathematische Probleme schnell, aber trotzdem genau und zuverlässig lösen können.
Simulation: Die Elastizität von Radsätzen wirkt sich auf das Laufverhalten von Schienenfahrzeugen aus. Die Berücksichtigung der Strukturelastizität von Körpern ist ein aktueller Trend in der Mehrkörpersimulation, der durch leistungsfähigere Rechner möglich geworden ist.(Starten der Simulation durch Anklicken des Bildes)
Die Weiterentwicklung der Simulation ermöglicht eine immer realistischere Voraussage, wie sich eine Maschine oder ein Fahrzeug verhalten wird. Damit wiederum gelingt es, Maschinen und Fahrzeuge, noch bevor man sie baut, auf Schwachstellen und Fehler hin zu überprüfen und sie so immer sicherer, zuverlässiger und leistungsfähiger zu machen.