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Jugend forscht: drei Projekte mit DLR-Sonderpreisen ausgezeichnet

13. Juni 2013

Um besondere Leistungen junger Leute auf den Gebieten der Luft- und Raumfahrt zu würdigen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, vergibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) alljährlich im Rahmen von "Jugend forscht" drei Sonderpreise. Die erste Auszeichnungen prämiert eine Arbeit mit Bezug zu "Luft- oder Raumfahrt", die zweite würdigt eine Arbeit aus dem Bereich der "Informationstechnik" und der dritte Auszeichnung ist speziell der "Robotik" gewidmet. Die diesjährigen Preisträger kommen aus Bayern, Niedersachsen und Hessen und entwickelten einen Quadrokopter, führten Untersuchungen zum chaotischen Verhalten und Kontrolle am Doppelpendel durch und konstruierten eine anpassungsfähige Roboterhand.

DLR-Sonderpreis für Luft- und Raumfahrt: "safecopter" – der Quadrocopter mit der virtuellen Knautschzone

 Die Gewinner des Sonderpreises für den Bereich der Luft- und Raumfahrt
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Maximilian Reif (18) und Michael Stark (19) aus Bayern haben von Grund auf einen Quadrokopter entworfen. Quadrokopter sind Luftfahrzeuge, die vier in einer Ebene angeordnete Propeller besitzen. Sie sind nur mit viel Elektronik und Software flugfähig, da sie statisch instabil sind. Das Besondere des „safecopters" der Jungforscher ist die Software, die eigenständig vor Kollisionen und Pilotenfehlern schützt. Darüber hinaus zeichnet sich das Fluggerät durch sein geringes Gewicht und die hohe Steifigkeit aus. Einsatzmöglichkeiten für das besonders sichere Luftfahrzeug sehen die beiden Entwickler in der Luftbildfotografie oder bei der Inspektion von Windkraft- und Solaranlagen.

DLR-Sonderpreis für Informationstechnik: Untersuchung und Kontrolle von chaotischem Verhalten am Doppelpendel

 Die Gewinner des Sonderpreises der Kategorie Informationstechnik
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Das Doppelpendel zählt zu den Lieblingsspielzeugen der Chaosforschung: Setzt man es in Gang, verläuft seine Bewegung völlig unberechenbar – das Pendel schwingt hin und her, als wäre es verrückt geworden. Eine Lösung dazu haben Hannes Riechert und Jann Horn - beide 18 Jahre alt - aus Niedersachsen gefunden. Sie waren davon so fasziniert, dass sie sich ihr eigenes Doppelpendel konstruierten. Es besteht aus Metallstäben, die von Magnetspulen in Bewegung versetzt werden. Der Clou: Sensoren vermessen präzise die Pendelbewegung und die Messwerte werden in einen Computer eingespeist. Dort prognostiziert eine Software, ob das Pendel im Begriff ist, eine unerwünschte Bewegung auszuführen und steuert mit magnetischen Kräften gegen. Dadurch gelingt den Jungforschern eine regelrechte Chaoskontrolle: Sie können zum Beispiel vermeiden, dass sich das Pendel überschlägt.

DLR-Sonderpreis für Robotik: Entwicklung und Konstruktion einer anpassungsfähigen Roboterhand

 Die Gewinner des Sonderpreises für den Bereich der Robotik
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Moderne 3-D-Drucker produzieren Werkstücke in beliebigen Formen und Größen. Doch noch fehlt es an kostengünstigen Greifern, die so flexibel sind, dass sie die wechselnden Objekte fassen und abtransportieren können. Die Roboterhand von Dario Fiege (17), Dario Pranjkovic (19) und Julien Uta (18) aus Hessen könnte hier Abhilfe schaffen. Sie hat pneumatisch gesteuerte Luftmuskeln und ihre Finger bestehen aus mit Granulat gefüllten Kondomen. Die Konstruktion der Jungforscher ist steuerbar und verfügt über erstaunliche Greifeigenschaften. Sie arbeitet nicht nur effizienter, sondern ist auch deutlich kostengünstiger als kommerzielle Lösungen.


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