DLR_School_Lab Berlin - Aktuelles

Erstmals betrachteten Lehrer aus Deutschland mit SOFIA die Sterne

4. August 2011

 SOFIA mit dem Teleskop hinter der f&uumlr Messungen ge&oumlffneten Luke
zum Bild SOFIA mit dem Teleskop hinter der für Messungen geöffneten Luke
Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2011 war für Wolfgang Vieser vom Christoph-Probst-Gymnasium in München und Jörg Trebs von der Thomas-Mann-Oberschule in Berlin ein außergewöhnliches "Highlight" in ihrem Berufsleben - und zwar im wörtlichen Sinne: An Bord der fliegenden Sternwarte SOFIA, dem Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, konnten sie die Geburt von jungen Sternen beobachten. Beide Lehrer hatten sich in jeweils eng begrenzten Bewerbungsverfahren beim Deutschen SOFIA-Institut (DSI) und dem DLR_School_Lab Berlin qualifiziert: Sie durften nach Kalifornien zum Stützpunkt des fliegenden Observatoriums in Palmdale reisen und an dem wissenschaftlichen Projekt teilnehmen.

 Wolfgang Vieser, Cecilia Scorza, Jochen Eisl&oumlffel und J&oumlrg Trebs (v.l.n.r.) vor dem Einsteigen.
zum Bild Wolfgang Vieser, Cecilia Scorza, Jochen Eislöffel und Jörg Trebs (v.l.n.r.) vor dem Einsteigen.

Das Besondere an SOFIA ist ein 2,7 Meter großes Infrarotteleskop an Bord einer aufwändig umgebauten Boeing 747. In einer Flughöhe von 14 Kilometern kann damit ohne den störenden Wasserdampf in der unteren Atmosphäre beispielsweise die Entstehung von Sternen und Planetensystemen im Universum beobachtet werden. Das Flugzeug wird von der NASA und dem DLR gemeinsam betrieben.

Nach Tagen zur Vorbereitung auf den Flug war es für Wolfgang Vieser und Jörg Trebs am Abend des 14. Juli endlich soweit: Gemeinsam mit dem Astronomen Jochen Eislöffel und der DSI-Mitarbeiterin Cecilia Scorza gingen sie an Bord von SOFIA. Cecilia Scorza koordiniert am DSI das Bildungsprogramm und betreute die beiden Gäste vor Ort. Jochen Eislöffel erforscht an der Thüringer Landessternwarte die Entstehungsphase junger Sterne. Er bekam auf dem Flug eine begrenzte Beobachtungszeit zugewiesen und die Lehrer durften ihm bei der Arbeit über die Schulter schauen.

 Der Astronom Jochen Eisl&oumlffel erl&aumlutert Wolfgang Vieser (links) und J&oumlrg Trebs (rechts) seine Untersuchung.
zum Bild Der Astronom Jochen Eislöffel erläutert Wolfgang Vieser (links) und Jörg Trebs (rechts) seine Untersuchung.

Gegenstand der Untersuchung von Jochen Eislöffel war der gerade entstehende Stern L1157 im Sternbild Drache. Gespannt haben Wolfgang Vieser und Jörg Trebs weit nach Mitternacht erlebt, mit welchem Aufwand und wie konzentriert der Wissenschaftler seine Messungen vorbereitete und durchführte. Schließlich hatte Jochen Eislöffel weniger als zwei Stunden zur Verfügung, bevor andere mitfliegende Astronomen weitere Objekte ins Visier des Teleskops nehmen durften. "Sechs Wochen Vorarbeit für 110 Minuten Beobachtungszeit - das ist Liebe zur Wissenschaft!", staunte Wolfgang Vieser.

Kaum waren die Daten "im Kasten", hat Jochen Eislöffel auch schon mit den ersten Analysen begonnen und dabei den Lehrern sein Vorgehen erläutert. Die wissenschaftlichen "Kniffe", die der Astronom anwenden muss, um den gewonnenen Daten letztlich die gewünschten Informationen zu entlocken, beeindruckten Jörg Trebs: "Beim normalen Blick durch das Fernrohr ist der Stern greifbar, beim Spektroskopieren fängt die Arbeit nach der Beobachtung ja erst an!"

 Bei ihrem Flug haben Wolfgang Vieser (links) und J&oumlrg Trebs (rechts) nicht nur viel &uumlber SOFIA und die Infrarotastronomie gelernt, sie hatten auch eine Menge Spaß.
zum Bild Bei ihrem Flug haben Wolfgang Vieser (links) und Jörg Trebs (rechts) nicht nur viel über SOFIA und die Infrarotastronomie gelernt, sie hatten auch eine Menge Spaß.
 

Für Wolfgang Vieser und Jörg Trebs beginnt die Arbeit ebenfalls erst nach dem Flug. Sie dürfen jetzt gemeinsam mit anderen Lehrkräften aus den 34 SOFIA-Partnerschulen überlegen, wie sie ihre auf der Reise gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse im Schulunterricht umsetzen können. Denn das Ziel dieses außergewöhnlichen DSI-Bildungsprogrammes ist, Schülerinnen und Schüler nachhaltig für Naturwissenschaften und insbesondere die Astronomie zu begeistern. Deshalb wird es neben weiteren Mitflügen von Lehrkräften zukünftig auch für den Nachwuchs die Möglichkeit geben, sich mit eigenen kleinen Forschungsprojekten direkt an SOFIA zu beteiligen.


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