Die seltsame Wandlung eines Drachens zum Flugzeug - Forscherbande aus der Kindertagesstätte Gartenstrasse baut Fluggeräte im DLR

5. Mai 2008

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Wieso können Papierflieger fliegen? Warum gibt es Flugzeuge? Hat ein Flugzeug ein Lenkrad wie ein Auto? Wieso kann eine Rakete zum Mond fliegen?

Diese und viele andere Fragen hatten die zwölf Vorschul-Kinder der Kindertagesstätte in der Gartenstraße vor ihrem Besuch im DLR Göttingen aufgeschrieben. Angeregt durch die "Reporterbande", die Sonne, Mond und Sterne untersucht, wollten sie mehr über Flugzeuge und Raketen wissen.

Dann war es endlich soweit. Mit ihren Erzieherinnen kamen sie in die Bunsenstraße und wollten alle ihre Fragen zum Fliegen auf einmal beantwortet haben. Aufgeregt und gespannt standen sie vor dem großen Tor und warteten darauf, abgeholt zu werden. Alles war neu und faszinierend. Jedes Detail wurde auf dem Weg über das Gelände wahrgenommen. Die Spannung stieg noch, als die Kinder in der Werkstatt des DLR_School_Lab, die extra für Kinder und Jugendliche zum Experimentieren und zum Flugmodellbau zur Verfügung steht, ankamen. Es war wie ein Ausflug in eine andere Welt!


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Der Drache darf seine Nase in der Luft nicht heben


Manche Fragen, die die Kinder stellten, konnten sie nach und nach selbst beantworten. Kai Notholt, Lehrer in der Schülerwerkstatt des DLR und erfahrener Modellbauer, hatte einen Drachen mitgebracht. Die Kinder erlebten, dass der Drachen, solange sie ihn an einem Band halten und er durch ihr Laufen Wind bekommt, wunderbar fliegt. Aber was passiert, wenn er frei fliegen soll? Er hebt die Nase nach oben, torkelt, stürzt ab und liegt flugunfähig am Boden. Jetzt waren die pfiffigen Kinder gefragt. Was ist zu tun? Phantasievoll und hoch engagiert machten die Kinder Vorschläge und probierten sie aus. Schließlich wurde die Lösung gefunden: Irgendetwas muss die Nase des Drachen vorne herunterdrücken. Nun wurde die Nase des Drachen mit Knetgummi beschwert und siehe da: er gleitet problemlos durch die ganze Werkstatt!


Wie aus Rumpf und Flügeln ein Flugzeug entsteht

Anschließend durfte jedes Kind selbst ein Flugzeug bauen. Eigentlich war das Werkzeug noch viel zu groß für sie. Aber unter Anleitung und Aufsicht des Fachpersonals bauten die kleinen Forscher mit großem Eifer und erhitzten Köpfen kleine Flieger. Sie schnitten Rümpfe und Flügel aus und klebten sie mit viel Geschick und einer Heißklebepistole zu Flugzeugen zusammen.
Die Kinder erlebten dann auch an ihren selbst gebauten Flugzeugen, dass ein Flugzeug nur fliegt, wenn es vorne genug Gewicht hat. Ja, nun wussten Sie, wie ein Papierflieger oder ein Flugzeug fliegen kann.

Die Erzieherinnen staunten. Welche Möglichkeiten fanden Sie vor, Kindern mit geringen Mitteln die faszinierende Welt des Fliegens und der Technik näher zu bringen. Und mit welchem Engagement wurde alles vom DLR Team aufgebaut und betreut!


Passagierflugzeug versetzt Forscherbande in großes Staunen

Schnell waren die zwei Besuchsstunden vorüber. Als Überraschung hatte sich Kai Notholt etwas Besonderes überlegt: Zum Abschluss durften alle ein richtiges großes Passagierflugzeug besichtigen, das für die Forscher im DLR aufgebaut steht. Bei diesem Anblick staunten die Kinder noch mehr. Alle waren sich einig, dass dieses erst der Anfang einer Reihe von Besuchen in der Schülerwerkstatt war. Denn sie hatten noch viele weitere Fragen, die an diesem Tag unbeantwortet blieben.


Flugmodellbau-Arbeitsgemeinschaften

Das DLR_School_Lab ist ein außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe allgemeinbildender Schulen. Dem Experimentallabor ist eine Schülerwerkstatt angegliedert, die speziell für den Flugmodellbau eingerichtet wurde. Hier finden jeweils mittwochs ab 13:45 Uhr regelmäßige Flugmodellbau-Arbeitsgemeinschaften für Anfänger und Fortgeschrittene statt. Dieses Angebot kann in begrenztem Umfang auch für Kindergärten genutzt werden. Einmal jährlich findet ein "Tag der offenen Schülerwerkstatt" statt, an dem alle interessierten Eltern und Kinder herzlich willkommen sind. Näheres dazu steht zu gegebener Zeit im Göttinger Tageblatt.


 Forscherbande aus der Kindertagesstätte Gartenstrasse
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http://www.dlr.de/schoollab/desktopdefault.aspx/tabid-4326/7003_read-12402/