Die dritte Dimension vor Augen
Um das Problem zu lösen bedienen sich die Planetenforscher eines einfachen und genialen Tricks: Sie lassen die Sonde ein Gebiet auf einem Himmelskörper aus zwei unterschiedlichen Richtungen fotografieren. Beide Aufnahmen zeigen einen Teil der Oberfläche - zum Beispiel einen Krater - aus zwei verschiedenen Perspektiven. Anschließend legen die Forscher die Bilder mit einem Computer so übereinander, dass sie einen räumlichen Eindruck der Szenerie erhalten. Weil die Fotos aus zwei Perspektiven gemacht wurden, nennen sie sich Stereobilder. Letzlich funktioniert es aber wie beim Menschen. Die seitlich versetzten Augen sehen aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln jeweils ein zweidimensionales Bild und erst das Gehirn verarbeitet sie zu einer räumlichen Wahrnehmung.
Bei der Entwicklung der Stereobilder-Technologie gehören DLR-Wissenschaftler aus Berlin zur Weltspitze. Sie haben beispielsweise die High Resolution Stereo Camera (HRSC) gebaut. Diese Hochleistungskamera sendet seit 2004 im Rahmen der europäischen Mission "Mars Express" Aufnahmen vom Roten Planeten in bislang unerreichter Qualität zur Erde. Damit konnte zum ersten Mal auf einer Weltraummission eine Planetenoberfläche systematisch in der dritten Dimension und in Farbe abgebildet werden.
Wo gab es Wasser auf dem Mars?
Mit Hilfe der HRSC-Aufnahmen haben Wissenschaftler beispielsweise im Mars-Canyon "Valles Marineris" oder in der Region "Xanthe Terra" markante Gegenden gefunden, die darauf hinweisen, dass dort in früheren Zeiten gewaltige Kräfte wie riesige Wassermengen die Oberfläche geformt haben.
Interaktiv über den Mars fliegen