"Stau oder nicht?" ist die Frage, die sich viele Autofahrer täglich in Ballungsräumen wie Berlin stellen. Die Antwort ist oft unbefriedigend, denn es gibt viele und oftmals widersprüchliche Verkehrsmeldungen. Der Grund: Die Verkehrsdaten stammen überwiegend noch aus stationären Messstationen wie zum Beispiel Induktionsschleifen, die nicht an jeder Kreuzung verfügbar sind. Als Alternative mit hoher Flächendeckung bieten sich "Floating Car Data" an: ahrzeuge, die im Verkehr "mitschwimmen". Sie melden regelmäßig Daten, aus denen dann die aktuelle Verkehrslage berechnet werden kann.
Besonders geeignet um das Pulsieren einer Großstadt zu fühlen, sind Taxen: Sie sind beispielsweise in Berlin zu Tausenden fast immer unterwegs und werden routinemäßig über das Global Positioning System (GPS) überwacht. Jedes Taxi meldet etwa zwei Mal in der Minute seine Position. Aus den Orts- und Zeitsignalen lassen sich die Geschwindigkeit der Fahrzeuge und damit der Verkehrsfluss in den Straßen exakt berechnen. Diese "Floating Car"-Daten (FCD) eröffnen hervorragende und völlig neue Analysemöglichkeiten: Sie zeigen die gewöhnlichen Veränderungen im Verkehr abhängig von den Tageszeiten und Wochentagen. Aber auch die Auswirkungen von besonderen Vorkommnissen, zum Beispiel Sportveranstaltungen oder schlechtem Wetter, werden unmittelbar sichtbar. Mit seinen Taxen ist das FCD-System eben immer am Puls der Stadt.
Eine besonders praktische Anwendung der Taxipositionsdaten ist der vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik entwickelte Routenplaner. Unter dem Namen Cityrouter steht er für das Berliner Stadtgebiet und viele weitere Ballungsräume im Internet zur Verfügung (http://www.cityrouter.net/).
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DLR Nachrichten 106 und DLR Nachrichten 118