Das Systemhaus Technik

Leistungsspektrum gebündelt

27. Februar 2005

Die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) benötigen für ihre Experimentaufbauten im Windkanal, auf dem Raketenprüfstand oder im Forschungsflugzeug technische Unterstützung. Dafür gibt es im DLR den Bereich der Technischen Infrastruktur, der die Institute und Einrichtungen durch die standortübergreifende Zusammenarbeit der Technischen Betriebe unterstützt.

 Verdichter (Propfan 'CRISP')
zum Bild Verdichter (Propfan "CRISP")

Derzeit sind die Technischen Betriebe Gegenstand einer umfassenden Reform, deren Ziel die Überführung in ein Systemhaus Technik (SHT) ist. Die bisherige Abdeckung von Kundenanforderungen, wie z.B. der Institute des DLR, war durch einen einzelnen Technischen Betrieb am Standort nicht immer vollständig möglich und das breite Leistungsspektrum führte teilweise zu einer geringeren Mitarbeiterauslastung. Diese Aspekte wurden in der neuen Konzeption des Systemhaus Technik berücksichtigt und das gesamte Leistungsspektrum der Technischen Betriebe gebündelt.

Plant ein Wissenschaftler beispielsweise die Komponenten eines Satelliten, erstellen seine Kollegen von der Technik die Konstruktionszeichnung und in kontinuierlicher Abstimmung mit den Forschern erfolgt die Umsetzung. Das Systemhaus Technik regelt, ob die technischen Arbeiten vor Ort oder an einem anderen DLR-Standort ausgeführt werden und welche Unteraufträge eventuell an externe Dienstleister vergeben werden. Die einzelnen Standorte sind in drei Regionen bedarfsorientiert nach fachlichen und produktionstechnischen Schwerpunkten spezialisiert und stehen somit allen Kunden überregional zur Verfügung: Die Region Nord ist vorrangig auf den Modellbau und die Faserverbundtechnik spezialisiert, die Region West auf Prüfstands- und Windkanaltechnik sowie auf die Mechanische Fertigung und die Region Süd auf Elektronik und Mechatronik. Als Basisleistung bieten alle Standorte eine Versuchsbetreuung vor Ort an.

In der Vergangenheit gab es bereits Beispiele für eine erfolgreiche standort- und regionenübergreifende Zusammenarbeit der Technischen Betriebe. Eines davon ist das Projekt „Model Positioning Mechanism“, bei dem es sich um ein neuartiges parallelkinematisches System für Windkanäle handelt, das entwickelt wurde, um Modelle im Windkanal zu positionieren und zu bewegen. Realisiert wurde dieses Bewegungssystem in neunmonatiger Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik, der Stiftung Deutsch-Niederländische Windkanäle (DNW) und den Technischen Betrieben in Braunschweig, Göttingen, Köln und Stuttgart und im Herbst 2004 erfolgreich getestet. Das Ziel des Systemhaus Technik ist die konsequente Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse, das durch eine durchgängige Prozessorientierung und die Einführung eines Kennzahlen- und Managementsystems unterstützt wird. Vorteilhaft für den Kunden ist die transparentere Projektbearbeitung und die sinkenden Bearbeitungszeiten; Aussagen zu Kosten und Dauer der Realisierung des Auftrages können schnell und verbindlich getroffen werden. Über den gesamten Zeitraum hinweg stehen den Kunden ein Ansprechpartner zur Verfügung, um jederzeit Auskunft über den Projektstand geben zu können und Änderungen abzustimmen.


Kontakt
Erik Eggert
Gesamtleitung Systemhaus Technik

Tel: + 49 30 67055-7902

E-Mail: erik.eggert@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/sht/desktopdefault.aspx/tabid-4185/7203_read-13178/