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Der Airbus A380



Am 15. Oktober 2007 wurde die erste A380 bei Singapore Airlines in Dienst gestellt. Damit hat eine neue Ära im Langstreckenluftverkehr begonnen. Die A380 ist das fortschrittlichste, größte, geräumigste und ökoeffizienteste Flugzeug im heutigen Liniendienst. Der Großraumjet wurde in enger Zusammenarbeit mit führenden Airlines, Flughäfen und Luftfahrtbehörden entwickelt. Bedeutende Fortschritte wurden bei der Aerodynamik, den Steuerungs- und Flugzeugsystemen und beim extensiven Einsatz fortschrittlicher, gewichtssparender Verbundwerkstoffe zur sprunghaften Steigerung der Leistung und Effizienz gemacht.

 Die A380 während eines Testflugs
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Die A380 setzt als umweltfreundlicheres, saubereres, leiseres und intelligenteres Produkt neue Maßstäbe für den Flugverkehr und die Umwelt. Sie erfüllt die neuesten und strengsten internationalen Zulassungsvorschriften. Die Ausführung mit Trent 900-Triebwerken von Rolls Royce hat im Dezember 2006 die gemeinsame Musterzulassung durch die europäische Flugsicherheitsagentur EASA und die US-Luftfahrtbehörde FAA erhalten. Die Zulassung der Version mit GP7000-Triebwerken der Engine Alliance folgte im Dezember 2007.

Der Großraumjet stellt dringend erforderliche zusätzliche Passagierkapazität bereit, ohne dass dafür die Anzahl der Flüge erhöht werden muss. Mit 525 Sitzen in einer typischen Dreiklassenkabine nach heutigen Komfortstandards befördert das Airbus-Großraumflugzeug über 40 Prozent mehr Passagiere als das bisher größte Verkehrsflugzeug. Die um 50 Prozent größere Bodenfläche ermöglicht es Fluggesellschaften, in allen Klassen Annehmlichkeiten auf einem neuen, bisher beispiellosen Niveau zu bieten. Die A380 eröffnet den Passagieren eine ganz neue Art des Fliegens.

Die fortschrittlichen Werkstoffe und Systeme der A380, ihr modernes aerodynamisches Design und die neu entwickelten Triebwerke sorgen für ausgezeichnete Wirtschaftlichkeit, überragende Leistung und hohe Einsatzflexibilität. Der Großraumjet benötigt kürzere Start- und Landewege und ist mit der Infrastruktur auf den meisten Flughäfen der Welt voll kompatibel. Er wurde für den Einsatz auf Start- und Landebahnen mit einer Breite von mindestens 45 Metern zugelassen, welches dem Standardmaß der meisten Flughäfen der Welt entspricht.

Werkstoffe

 Die A380 auf dem Frankfurter Flughafen
zum Bild Die A380 auf dem Frankfurter Flughafen

Airbus nimmt beim Einsatz von Verbundwerkstoffen in der Branche den Spitzenplatz ein. Die A380 steht ganz im Zeichen dieser Tradition der Innovation. Das Flugzeug besteht zu rund 25 Prozent aus fortschrittlichen leichten Kompositwerkstoffen – zu 22 Prozent aus kohle-, glas- oder quarzfaserverstärkten Kunststoffen und zu drei Prozent aus GLARE. Dieses Laminat aus Aluminiumlagen im Wechsel mit glasfaserverstärktem Kunststoff kommt hier zum ersten Mal im zivilen Flugzeugbau zum Einsatz.

Auch der Flügelmittelkasten, ein wichtiges, starken Belastungen ausgesetztes Element der Primärstruktur zur Verbindung der Flügel mit dem Flugzeugrumpf, ist bei der A380 zum ersten Mal weitgehend aus Verbundwerkstoffen aufgebaut. Die Rumpfhecksektion mit dem hinteren Druckschott wird ebenfalls erstmals aus Verbundwerkstoffen gefertigt. Neben diesen Kompositanwendungen weist die A380 auch einen erheblichen Anteil moderner Metallwerkstoffe auf, die bedeutende Vorteile im Hinblick auf die Wartungs- und Reparaturfreundlichkeit bieten. Jeder dieser Werkstoffe wird in optimaler Abstimmung auf die Belastungen, Beanspruchungen und das Beschädigungspotenzial bei den jeweiligen Baugruppen eingesetzt, wie sie bei einem Flugzeug mit den Abmessungen der A380 auftreten.

Systeme und Fertigung

Eine weitere Innovation, die Gewichtseinsparungen bei der A380 mit sich bringt, ist der Einsatz eines Hydrauliksystems, das mit einem erhöhten Hydraulikdruck von 5000 psi (pounds per square inch) arbeitet. Dieses System ist leichter und einfacher als das herkömmliche System mit 3000 psi. Der größere Hydraulikdruck bedeutet ein geringeres Volumen und Gewicht der Hydraulikflüssigkeit und damit kleiner ausgelegte Rohrleitungen und hydraulische Komponenten. Diese jetzt auch im Liniendienst bewährte Technologie zählt zu den Innovationen, die nun auch auf das A350 XWB-Programm übertragen werden.

 Formationsflug
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Ein weiteres Beispiel für neue Technologien bei der A380 ist das Flugsteuerungssystem. Dieses arbeitet erstmals mit zwei hydraulischen Kreisen, die durch zwei Stromnetze unterstützt werden. Bisher waren Systeme gebräuchlich, die sich allein auf drei oder vier reine Hydraulikkreise stützen. Die A380 bleibt so vollständig auch nur mit elektrischem Strom aus einer von bis zu sieben Stromquellen steuerbar – eine klare Sicherheitsoptimierung für den Fall einer Störung des Hydrauliksystems und eine weitere Pionierleistung für die Branche.

Im A380-Programm werden verschiedene innovative Fertigungsverfahren eingesetzt. Hierzu zählt das moderne und erstmals für die A318 genutzte Laserschweißen der unteren Rumpfhautfelder. Nieten werden dadurch überflüssig, was die Korrosionsbeständigkeit erhöht und den Luftwiderstand verringert.

Das hochmoderne Cockpit der A380 ist mit dem der anderen Fly-by-Wire-Flugzeuge von Airbus kompatibel, verfügt aber über größere, interaktiv konzipierte Bildschirme, ein Bordinformationssystem (OIS) und integrierte modulare Flugelektronik, die über ein hochleistungsfähiges Ethernet-System vernetzt sind (AFDX).

Die eigens für die A380 entwickelten Stromgeneratoren mit variabler Frequenz sind weniger komplex, leichter und zuverlässiger als konventionelle Festfrequenzgeneratoren, die mit einer Antriebseinheit mit konstanter Drehzahl arbeiten müssen.

Die Passagiere an Bord der A380 genießen höchsten Komfort. Wichtige Komfortelemente sind etwa die fortschrittliche, 100 Prozent glühbirnenfreie Lichttechnik mit Stimmungsbeleuchtung auf LED-Basis, die hoch effektive, leise, zugfreie und noch redundanter ausgelegte Klimaanlage mit individueller Temperaturregelung in 15 Zonen auf beiden Passagierdecks und die hochmodernen In-Flight-Entertainment-Systeme (IFE). Diese noch leistungsfähigeren Systeme der dritten Generation schöpfen die Möglichkeiten des im Flugzeug installierten innovativen Glasfasernetzes hoher Kapazität voll aus und unterstützen modernste Kommunikationsdienste wie etwa den Internet-Zugriff im Flug.


Zuletzt geändert am: 12.08.2009 16:50:35 Uhr
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