Am DLR Standort in Lampoldshausen wurde für experimentelle Untersuchungen zur Laserstrahlpropagation durch die Atmosphäre 2008 eine Laserfreistrahlstrecke konzipiert und aufgebaut. Dieser Prüfstand ist bezüglich seiner Versorgungs- und Messtechnik ausdrücklich für ein breites Anwendungsspektrum ausgerüstet. Eine ausgereifte Grundkonzeption ermöglicht die Aufnahme verschiedenster Lasersysteme und Messverfahren, sowie komplexer Empfangssysteme. Modernste Video- und Steuerungstechnik ergänzen strukturelle Lasersicherheitsmaßnahmen und erlauben eine umfangreiche Experimentinformation. Neben den institutsinternen Arbeiten zur Laserstrahlpropagation wird die Freistrahlstrecke (Struktur und Umweltdiagnostik, optional auch verfügbare Lasersysteme) für Kunden bereit gestellt und an deren Anforderungen angepasst.
Die Freistrahlstrecke liegt 300 m über NN. Ihre geodätische Position ist 49°17' Nord und 9°22' Ost. Über einer Asphalttrasse mit einer Streckenlänge von 130 m lassen sich durch optische Faltung Propagationslängen bis in den Kilometerbereich realisieren. Die maximale Trackingbreite liegt bei 12 m.
Eine klimatisierte Sendestation und eine Empfangsstation bilden die strukturellen Begrenzungen in Strahlrichtung. Beide Stationen stellen eine elektrische Versorgungsleistung von je 100 kW bereit. Zusätzlich ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) eingerichtet. Parallel zur Strahlrichtung wird die Freistrahlstrecke zu beiden Seiten von Erdwällen begrenzt, die das Gelände außerhalb der Strecke vor direkter oder indirekter Laserstrahlung schützen. Eine Energie- und eine Datenverbindungstrasse versorgen die Strecke über 3 Energiesäulen mit zusätzlichen 30 kW elektrischer Leistung an jeder Säule.
Die zentrale Datenerfassung mit über 300 Messkanälen (ca. ein Sechstel davon digital) und Erfassungsraten bis 1 kHz kann durch autarke Messsysteme ergänzt werden. Diese lassen sich wahlweise dezentral ansteuern und auslesen oder über eine Ethernetverbindung fernbedienen. Ein GBit-Netzwerk steht mit je 48 Ports in der Sende- und Empfangsstation und je 3 Ports in den Energiesäulen zu Verfügung. Im zentralen Steuerraum sind weitere 96 Ports aufgelegt. Ein Video-Netzwerk bindet PTZ-Kameras für Sicherheitsmonitoring, Experimentüberwachung und für die Experimentauswertung ein. Ergänzt wird dieses System durch Hochgeschwindigkeitsvideotechnik im kHz-Bereich.
Aktuell werden neben Untersuchungen zur Laserstrahlpropagation und den Messungen zur optischen Turbulenz Verfahren zur Stand-off Detektion von Gefahr- und Schadstoffen unter realen Umweltbedingungen getestet. Daneben wird die Strecke für Experimente zum aktiven, hochauflösenden Imaging, zum Pointing und Tracking, zur Particle Image Velocimetry sowie für Bestrahlungsuntersuchungen genutzt.