FASCar®



DLR FASCar
Aktive Eingriffe können Autofahren sicherer machen – falsch eingesetzt können sie jedoch auch eine Gefahr bedeuten. Das Institut entwickelt Fahrerassistenz daher nach den Anforderungen und Bedürfnissen des Fahrers. Um herauszufinden, ob der Fahrer richtig auf die Eingriffe eines neuen Assistenzsystems reagiert, sind Fahrten mit dem FASCar der letzte konsequente Schritt der Entwicklung.

Das FASCar ist ein Versuchsfahrzeug zur Erprobung neuartiger, aktiver Assistenzfunktionen mit einem Schwerpunkt auf haptischer Fahrerassistenz. Es bietet zwei Betriebsarten. Die Betriebsart „Straße“ genügt höchsten Sicherheitsanforderungen für Untersuchungen im realen Straßenverkehr. Fahrerassistenz greift dabei nur beschränkt aktiv ein, Übersteuern und sicheres Abschalten der Systeme ist jederzeit möglich. In der Betriebsart „Testgelände“ können alle Eingriffsmöglichkeiten bis hin zum autonomen Fahren voll genutzt werden. Dabei werden Gas, Bremse und Lenkrad durch einen „virtuellen Copiloten“ angesteuert.

Ausstattung

Für beliebige Eingriffe in die Fahrzeugdynamik bis hin zum autonomen Fahren sind im FASCar einige Zusatzeinbauten installiert:

  • Aktiver Bremskraftverstärker für einen Bremsdruck bis 150 bar
  • Steuergerät zum elektronischen Gasgeben über Gaspedal, Sidestick oder externe Ansteuerung
  • Aktives Gaspedal für haptische Signale am Fahrerfuß
  • Lenkstangenmotor für Eingriffe in die Lenkvorgänge
  • Sensoren zur Umgebungswahrnehmung wie Radar und optisches Spurfindungssystem
  • Rechnerausstattung für Entwicklung und Test prototypischer Assistenzsysteme und zur Aufzeichnung und Visualisierung von Messdaten

Das FASCar kann durch seinen modularen Aufbau je nach Versuchsanforderung flexibel mit weiterer Sensorik ausgestattet werden.

Anwendung

Im Institut für Verkehrssystemtechnik werden unterschiedliche Fahrerassistenzen entwickelt, um das Autofahren sicherer und bedienerfreundlicher zu machen. Der Trend geht dabei zunehmend von der passiven zur aktiven Sicherheit und damit auch vom manuellen zum semiautonomen Fahren. Dabei ergänzen sich der menschliche Fahrer und ein virtueller Copilot bei der Ausführung der Fahraufgaben. Assistenzsysteme, die den haptischen Wahrnehmungskanal nutzen, machen ein sehr schnelles Feedback vom virtuellen Copiloten zum Fahrer möglich. Beispielsweise kann ein semi-autonomer, haptischer Querführungsassistent dem Fahrer durch kurze Lenkeingriffe den sicheren Pfad vorschlagen.

Das Institut sowie seine Kunden und Partner können durch die offene Architektur des FASCar prototypische oder auch seriennahe Fahrerassistenten zum Testen und Prüfen implementieren. Diese können als Code integriert oder auch als eigene Steuergeräte über CAN angebunden werden.


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