Auftraggeber: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
Kooperation:
Laufzeit: abgeschlossen (2002)
Kontakt: Dr. J. Nitsch
Hintergrund:
Wirksame Klimaschutzpolitik und eine weitsichtige Energie- und Wirtschaftspolitik, welche Ressourcenschonung, eine gesicherte Energieversorgung und auch noch mittel- bis langfristig erschwingliche Energiepreise zum Ziele haben, erfordern eine aktive Gestaltung des Strukturwandels in der Energieversorgung. Auch für die Landespolitik ist es eine besondere Herausforderung, sich rechtzeitig aktiv in diesen Prozess einzuschalten und wesentliche Entwicklungsschritte in der zukünftigen Energieversorgung Deutschlands und Europas mitzugestalten. Durch die Vereinbarung der Bundesregierung und der Energiewirtschaft, die Nutzung der Kernenergie aufzugeben, entsteht gerade für Baden-Württemberg zusätzlicher Handlungsdruck, der aber auch die Chance enthält, die weitere Entwicklung im Strombereich frühzeitig in eine für das Land möglichst günstige Entwicklungsrichtung lenken zu können, so dass neben der Erfüllung der klimapolitischen und energiepolitischen Ziele auch zahlreiche neue wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Impulse entstehen können.
Das Wirtschaftsministerium Baden – Württemberg hat die Arbeitsgemeinschaft DLR/ISI/ZSW im Februar 2001 damit beauftragt, eine Untersuchung durchzuführen, die sich dieser doppelten Zielsetzung widmet. Die Untersuchung hat zum Ziel, für die Landesregierung dazu differenzierte Informationen und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Im Vordergrund der Untersuchung steht die detaillierte Darstellung des Stromsektors; jedoch wird auch der Wärmemarkt auf seine möglichen Beiträge zu Ressourcenschonung, Klimaschutz und neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten hin überprüft, da zahlreiche Wechselwirkungen zwischen dem Strom- und Wärmesektor bestehen und dadurch die Anzahl der Optionen für Strukturveränderungen im Stromsektor vergrößert wird. Der Verkehrssektor wurde strukturell nur soweit berücksichtigt wie er für die Ermittlung des Strombedarfs von Belang ist. Im übrigen wird der gesamte Verkehrssektor bilanztechnisch abgebildet. Der Zeithorizont der Untersuchung reicht bis zum Jahr 2050. Dies stellt sicher, dass der mögliche Umbau der Stromversorgung und seine Rückwirkungen vollständig dargestellt werden können, die zeitlich aufeinanderfolgenden und miteinander verzahnten Wachstumsphasen einer rationelleren Energienutzung (REN), der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und der regenerativen Energien (REG) umfassend berücksichtigt, und insbesondere die Marktentwicklungsphasen der REG in ausreichendem Maße beschreiben werden.
Die 320-seitige Studie, eine 40-seitige Kurzfassung und eine "Executive Summary" wurden dem Auftraggeber im Dezember 2001 übergeben und können als pdf-Dateien hier heruntergeladen werden. Gedruckte Exemplare können beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg angefordert werden. Ein weiteres Gutachten zur Konkretisierung des Verdopplungsziels 2010 für regenerative Energien wurde im Juli 2002 fertiggestellt und kann ebenfalls als pdf-Datei heruntergeladen werden.