Auftraggeber bzw. Förderer: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Kooperation:
Laufzeit: abgeschlossen
Kontakt: Dr. Joachim Nitsch, Dr. Ulrike Lehr
Hintergrund:
Die Bundesregierung sieht in der Nutzung erneuerbarer Energieträger ein Kernelement ihrer Politik einer nachhaltigen Entwicklung im Energiesektor. Über die Notwendigkeit des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energien besteht inzwischen auch auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein breiter Konsens. Der Begründungszusammenhang ist dabei komplex und umfasst den Schutz des globalen Klimas ebenso wie die langfristige Sicherung der Energieversorgung. Gleichzeitig muss sich die Umweltpolitik angesichts der anhaltenden sehr hohen Arbeitslosigkeit der dringlichen Anforderung stellen, umweltpolitische Maßnahmen so zu gestalten, dass das Arbeitsangebot möglichst steigt. In dem Maße, wie erneuerbare Energien substantielle Beiträge zur Energieversorgung leisten, rücken deshalb arbeitsmarktpolitische und mit ihnen verbundene industriepolitische Überlegungen in den Fokus der Betrachtung. Wenn es gelingt, wünschenswerte ökologische Entwicklungen so zu gestalten, dass damit positive Nettobeschäftigungseffekte verbunden sind, ist davon auszugehen, dass die auf Bundes-, Landes- und europäischer Ebene beschlossene „Verdoppelung erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2010“ und weiter gehende politische Zielsetzungen, etwa des Bundesumweltministeriums für das Jahr 2050, auf große gesellschaftliche Zustimmung stoßen und so sicherer erreicht werden können. Denn ein politischer und gesellschaftlicher Konsens über die noch auf einige Jahre hinaus notwendige Anschubfinanzierung erneuerbarer Energien dürfte sich nur herstellen lassen, wenn sie nicht als Subvention, sondern als Zukunftsinvestition in Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Beschäftigung glaubwürdig begründet werden kann.
Wie verschiedene Studien zeigen, kann in vielen Bereichen der Umweltpolitik in der Tat eine Konformität von umwelt- und arbeitsmarktpolitischen Zielen erreicht werden, für den Bereich erneuerbarer Energien bestehen derzeit allerdings noch erhebliche Untersuchungsdefizite. Hier Klarheit zu schaffen, scheint angesichts eines mittlerweile erreichten Umsatzvolumens von über 8 Mrd. € im Jahr 2001 (ZSW, 2002) allein im deutschen Markt und der anhaltenden Wachstumsdynamik (Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr ca. 20%) dringend geboten. Zusätzlich eröffnen sich mit der weltweiten Marktdurchdringung erneuerbarer zusätzliche Exportchancen, die ein bedeutendes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial bergen, das realisiert werden kann, sofern deutsche Unternehmen ihre technologischen Vorreiterrolle behaupten und wesentliche Komponenten in Deutschland produzieren.
Zielsetzung des Vorhabens
Mit dem Vorhaben soll aus arbeitsmarktpolitischer Sicht eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen im Bereich erneuerbarer Energien geschaffen werden. Die Entwicklungsdynamik legt es nahe, die Untersuchung so anzulegen, dass Teil- und Zwischenergebnisse politikbegleitend zur Verfügung gestellt werden können, so dass politisch verwertbare Ergebnisse regelmäßig geliefert werden und keinesfalls erst mit dem Endbericht vorliegen. Darüber hinaus können die Informationen zur Abstimmung mit anderen Politikfeldern wie z.B. der Arbeitsmarktpolitik genutzt werden. Dabei werden auch Exportmöglichkeiten berücksichtigt, insbesondere da die Bundesregierung im Rahmen ihrer globalen Klimaschutzpolitik und Entwicklungspolitik den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt. Während des Projekts ist eine Zusammenarbeit oder ein Austausch mit Industrieverbänden, Gewerkschaften, Financiers usw. geplant, bei denen ein starkes Interesse an belastbaren Ergebnissen zu konstatieren ist.
Die Schwerpunkte des Vorhabens sind im Einzelnen:
Als Basisjahr dient dabei generell das Jahr 2002. Sofern Daten für spätere Jahre rechtzeitig vorliegen, werden auch diese verwendet. Im Zuge der Berechnung von Nettoarbeitsplatzeffekten sind ökonomische Datensätze unentbehrlich, die aktuell für das Jahr 2000 vorliegen.