Systemanalyse und Technikbewertung (TT-STB)
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| Nachhaltige Energiekonzepte |
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| Technikbewertung |
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| Ressourcen- analyse |
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Selbstverständnis und Arbeitsschwerpunkte:
Entscheidungen in der Energiewirtschaft, Energiepolitik und Energieforschung haben stets weit reichende und lang wirkende Folgen. Durch vorausschauendes aktives Handeln können Chancen neuer Technologien rechtzeitig erkannt und mögliche negative Auswirkungen unseres heutigen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft minimiert werden. Voraussetzung für ein solches Handeln ist systemanalytisches Wissen, welches Entscheidungsträgern erlaubt, eine Balance zwischen den heutigen technischen und ökonomischen Möglichkeiten und den zu erwartenden langfristigen Entwicklungsperspektiven zu finden.
TT-STB entwickelt und nutzt Methoden und Werkzeuge, die auf die spezifischen Fragestellungen der Systemanalyse und Technikbewertung im Bereich der Energieversorgung zugeschnitten sind. Es wird außerdem Wissen bereitgestellt, das Entscheidungsträgern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik als Orientierung zur Entwicklung langfristiger Forschungsschwerpunkte und zur Gestaltung von energie-, umwelt- und forschungspolitischer Rahmenbedingungen dient.
Die Arbeiten von TT-STB kombinieren energiewirtschaftliche Top-down Analysen des gesamten Energiesystems auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene mit technologieorientierten Bottom-up Studien in relevanten Teilbereichen wie z.B. Lebenszyklusbilanzen, Potenzial- und Wirtschaftlichkeitsanalysen. Konzeptionelle Arbeiten zur Nachhaltigkeitsproblematik, zum technischen Lernen oder zur Markteinführung neuer Technologien ergänzen das Arbeitsgebiet.
Die Tätigkeiten lassen sich in vier Schlüsselbereiche einordnen:
(I) Entwicklung von Konzepten einer nachhaltigen Energieversorgung auf der Basis von Szenarioanalysen
(II) Technisch-ökonomisch-ökologische Einsatzanalysen und forschungsbegleitende Systemanalysen für einzelne Technologielinien
(III) Ermittlung zweckmäßiger Markteinführungsstrategien für neue Technologien und Strukturen im Energiebereich
(IV) Methodische Weiterentwicklung systemanalytischer Instrumente insbesondere im Hinblick auf die Eigenschaften erneuerbarer Energien und dezentraler Versorgungsstrukturen
Wir trauern um Wolfram Krewitt
Am späten Donnerstagabend, den 8. Oktober 2009, verstarb Dr.-Ing. Wolfram Krewitt, Leiter der Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung am Stuttgarter DLR-Institut für Technische Thermodynamik. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt verliert mit ihm einen weltweit anerkannten Wissenschaftler und einen wertvollen Kollegen.
Nach seinem Studium des Maschinenbaus mit Schwerpunkt Energietechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule, Aachen, betreute Herr Krewitt als Projektassistent bei der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit ein Sonderenergieprogramm in Kolumbien. 1990 begann er sein Promotionsstudium an der Universität Stuttgart am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung und arbeitete dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Schon 1995 stieg er zum Leiter der Fachgruppe Technikbewertung auf und wurde später Leiter der Abteilung Stoffströme und Nachhaltige Entwicklung.
Im Jahr 2001 wechselte Herr Krewitt zunächst als Projektleiter an das Institut für Technische Thermodynamik. Wenige Jahre später folgte seine Ernennung zum Abteilungsleiter Systemanalyse und Technikbewertung. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Entwicklung von Energieszenarien sowie die technische Bewertung neuer Technologien im Bereich Erneuerbarer Energien.
Unter seiner Leitung erarbeitete die Abteilung international und national hoch anerkannte Studien u.a. im Bereich Solarstromimport (Desertec) sowie maßgebende Studien zu Szenarien einer nachhaltigen Energieversorgung (Leitszenario der Bundesregierung, Weltenergieszenarien für Greenpeace) und zur Erarbeitung des nationalen Wärmegesetzes. Er war einer der Hauptautoren für den kommenden Special Report 'Erneuerbare Energien' des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), in dem Strategien zur Vermeidung der globalen Erwärmung mit Hilfe von Erneuerbaren Energien zusammengetragen und bewertet werden.
Am Institut durften wir Herrn Krewitt als einen ruhigen, besonnenen und stets positiv denkenden Menschen erleben, der mit seiner bescheidenen und humorvollen Art von Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen hoch geschätzt wurde. Herr Krewitt starb viel zu früh im Alter von nur 47 Jahren. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie.
Sein Tod hinterlässt eine große Lücke.