19. September 2009: Neue Dimensionen in der Solarforschung: Experten trafen sich auf der SolarPACES 2009 in Berlin



Neue Dimensionen in der Solarforschung - Experten trafen sich auf SolarPACES Konferenz in Berlin

 SolarPACES 2009
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Über 700 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten auf der SolarPACES-Konferenz, der größten internationalen Konferenz zu solarthermischen Kraftwerken vom 15. bis zum 18. September 2009. Zentrale Themen waren dabei das Wüstenstromprojekt Desertec sowie die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der solarthermischen Kraftwerke. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veranstaltete - als die in Deutschland führende Forschungseinrichtung auf dem Gebiet - die diesjährige Konferenz in Berlin.

 „Wir wollten die weltweit führenden Wissenschaftler zusammenbringen, aber auch ein Forum für Vertreter von Industrie, Politik und Investoren bieten. Das ist mehr als gelungen, die Konferenz hat Möglichkeiten und Wachstumschancen für solarthermische Kraftwerken bestätigt. Die Dynamik der letzten Jahre konnte hier noch weiter verstärkt werden.“ fasst Prof. Robert Pitz-Paal, Chairman der 15. SolarPACES-Konferenz und Leiter Abteilung Solarforschung beim DLR-Institut für Technische Thermodynamik, zusammen.

Die ab jetzt jährlich stattfindende Konferenz wird vom SolarPACES Netzwerk der IEA (Internationale Energie Agentur) initiiert. 16 Staaten arbeiten in diesem Netzwerk auf dem Gebiet der solarthermischen Stromerzeugung zusammen.

 SolarPACES 2009: Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren
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SolarPACES 2009 schon im Vorfeld ausgebucht

1980 traf sich zur ersten SolarPACES Konferenz in Davos ein fast familiärer Kreis eingeschworener Wissenschaftler. Anders in diesem Jahr im Konferenzhotel Berlin, Berlin. Schon zwei Wochen vor Konferenzbeginn konnte das Organisationsteam in Stuttgart keine weiteren Anmeldungen mehr annehmen: „Wir haben im besten Fall mit 600 Teilnehmern gerechnet, bei 700 mussten wir definitiv Schluss machen.“ sagt Pitz-Paal.

Außerdem sind die Wissenschaftler auf SolarPACES-Konferenzen heute nicht mehr unter sich. Aufgrund des enormen Potenzials für die Entwicklung eines gewaltigen neuen Markts zu einer sicheren und sauberen Energieversorgung steigt unter den Teilnehmern auch die Anzahl der Industrieunternehmen. Viele bieten bereits erfolgreich Komponenten und Dienstleistungen auf diesem Gebiet an oder wollen in Zukunft einsteigen. Ein Trend, den die Veranstalter bereits auf den vergangenen Konferenzen in Las Vegas (2008) und Sevilla (2006) beobachteten.

Anlagen mit 10.000 Megawatt Leistung weltweit geplant

Wesentlicher Grund für diese neue Dimension bei der SolarPACES Konferenz und in der Solarforschung allgemein ist der rasant wachsende Ausbau von solarthermischen Kraftwerken in den vergangenen Jahren. Diese bündeln die direkte Sonnenstrahlung und erzeugen aus der Wärmeenergie über eine Dampfturbine und einen Generator Strom. In Granada in Südspanien wurde beispielsweise im Juli 2009 das Solarkraftwerk Andasol 1 eingeweiht, das mit einer Leistung von 50 Megawatt 200.000 Menschen mit klimafreundlichem Strom versorgen kann. Insgesamt stieg die Kapazität solcher Anlagen in den vergangenen Jahren auf über 600 Megawatt. Geplant sind derzeit Anlagen mit einer Leistung von zirka 10.000 Megawatt weltweit, insbesondere in Spanien und USA.  Aktuellen Studien zufolge könnten im Jahr 2050 mehr als 15 Prozent des weltweiten Strombedarfs aus konzentrierenden Solarsystemen gewonnen werden. Solarthermische Kraftwerke spielen außerdem eine Schlüsselrolle bei der im Juli 2009 unter anderem von Energieunternehmen gegründeten Desertec Industrial Initiative. Die Konferenz stand unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Als Vertreter des Ministeriums eröffnete Ministerialdirektor Dr. Urban Rid die Veranstaltung.


Kontakt
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Robert Pitz-Paal
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Solarforschung

Tel: +49 2203 601-2744

Fax: +49 2203 601-4141

E-Mail: Robert.Pitz-Paal@dlr.de
Melanie Knittel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Technische Thermodynamik
, Institutsverwaltung
Tel: + 49 711 6862-312

Fax: +49 711 6862-747

E-Mail: melanie.knittel@dlr.de
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