Mobilität von Personen und Gütern dient der Befriedigung individueller Bedürfnisse des Menschen, generiert Beschäftigung und ermöglicht arbeitsteiliges Wirtschaften in einer globalisierten Welt. Allerdings haben die ständig wachsenden Mobilitätsansprüche auch negative Folgen. Der Verkehr trägt maßgeblich zum vom Menschen verursachten Ausstoß von CO2 und Luftschadstoffen bei. Zudem sind Menschen direkt oder indirekt von negativen Auswirkungen des Verkehrs wie Lärm betroffen.
Wie kann ein hohes Maß an Mobilität bei gleichzeitiger Minderung negativer Folgen sichergestellt werden? Und welchen Beitrag können neue verkehrspolitische Maßnahmen und technologische Innovationen hierzu leisten? Dies sind drängende Fragen der Verkehrspolitik, für die bislang jedoch kaum übergreifende entscheidungsunterstützende Analyseinstrumente zur Verfügung stehen.
Projekt
Mit dem Forschungsprojekt Verkehrsentwicklung und Umwelt (VEU) schließen Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaftler des DLR und Partner des Karlsruhe Institute of Technology eine bisher bestehende Lücke. Sie entwickeln gemeinsam ein Instrumentarium zur Beschreibung der Trends des Personen- und Wirtschaftsverkehrs in Deutschland und des weltweiten Luftverkehrs bis zum Jahr 2030. Hiermit lassen sich die Wirkungen auf Umwelt und Gesellschaft ermitteln und bewerten.
Ziele
- Analyse und Bewertung der Auswirkungen von verkehrspolitischen Maßnahmen und technologischen Entwicklungen auf den Verkehrsbereich und der Wirkungen auf Umwelt und Gesellschaft
- Identifizierung der wesentlichen Trends im Verkehr unter Berücksichtigung der verkehrsrelevanten Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren
- Entwicklung eines modularen und integrierten Modellsystems zur Beschreibung von Verkehrsentwicklungen und zur Bewertung ihrer Wirkungen auf Klima, Luftqualität, Lärmbelastung und die ökonomische Bedeutung des Verkehrs
Vorgehensweise
Analyse und Modellierung des Verkehrssystems:
- Definition wesentlicher Einflussfaktoren auf das Verkehrssystem (demographischer Wandel, wirtschaftliche Entwicklung etc.) und Beschreibung ihrer Trends bis 2030
- Analyse des Mobilitätsverhaltens im Personenverkehr und der Wirkungen von Produktion und Standortwahl von Unternehmen auf die Güterverkehrsnachfrage
- Aufbau eines Angebotsnetzes für die Verkehrsträger Straße, Schiene und Binnenwasserstraße
- Modellbasierte Quantifizierung der aktuellen und zukünftigen Entwicklung der bodengebundenen Verkehrsleistung, der Flottenzusammensetzung und der Verkehrsemissionen
Modellgestützte Wirkungsanalysen:
- Einfluss von Verkehrsemissionen auf die globale Luftqualität und Klima (insbesondere Bewölkung und den Strahlungshaushalt) und die regionale Luftqualität (chemische Zusammensetzung der Atmosphäre, Konzentrationen der Luftschadstoffe)
- Wirkungen von Lärmemission und Lärmausbreitung auf die Lärmimmission und Lärmwahrnehmung
- Ermittlung der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Verkehrs in Deutschland (Wertschöpfung, Zahl der Erwerbstätigen) und wie ändert sich diese Bedeutung abhängig von der wirtschaftlichen und verkehrlichen Entwicklung
Technologische Entwicklung und verkehrspolitsche Maßnahmen:
- Einfluss neuer Fahrzeugtechnologien und Fahrzeugkonzepte auf die Verkehrsentwicklung (z.B. Flottenzusammensetzung)
- Einfluss verkehrspolitischer Maßnahmen auf das Mobilitätsverhalten und auf Transporte im Güterverkehr
Auftraggeber
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Projektpartner
beteiligte Institute im DLR:
- Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik
- Institut für Fahrzeugkonzepte
- Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr
- Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
- Institut für Physik der Atmosphäre
- Institut für Verkehrsforschung (Projektleitung)
- Institut für Verkehrssystemtechnik
weitere Projektpartner
- Karlsruhe Institute of Technology (KIT), Institut für Meteorologie und Klimaforschung
Projektlaufzeit
Januar 2010 – Dezember 2013