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Integration logistischer Knoten und ihres spezifischen Verkehrsaufkommens in die Nachfragemodellierung des Güterverkehrs



Logistische Knoten nehmen eine entscheidende Stellung in den Transportprozessen zwischen Versendern (Quellen) und Empfängern (Ziele bzw. Senken) ein. Die spezifischen Charakteristika der Knoten bedingen Unterschiede im – aus der Funktion des Knotens resultierenden – Güterverkehr. Doch weder allgemein noch knotentypologisch untergliedert können diese verkehrlichen Unterschiede momentan seitens der Verkehrsnachfragetheorie aufgegriffen werden.

Projekt

Kernziel des Vorhabens ist die integrierte Betrachtung von logistischen Knoten (z.B. Regionallager, Terminals des kombinierten Verkehrs, Speditionsstandorte) und die typologische Ableitung von Kennwerten für die Entwicklung der Güterverkehrsgenese sowie die Anwendung einer diese Knoten explizit beachtenden Verkehrsnachfragetheorie. Auf Grundlage umfangreicher theoretischer Grundlagenarbeiten wird eine typologische Ordnung logistischer Knoten abgeleitet. Darauf aufbauend wird erstmals eine Verkehrsnachfragetheorie entwickelt, die Logistikknoten mit ihren spezifischen Quell- und Zielverkehrsaufkommen als agierende, die Nachfrage bestimmende Systeme in Nachfragemodelle integriert. Das Forschungsvorhaben wird einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, grundlegende Zusammenhänge zwischen logistischen Knoten und dem Güterverkehr zu erforschen, zu strukturieren und modellseitig nutzbar zu machen. Mittels der Verknüpfung des logistischen Fachwissens und der Kompetenzen im Bereich der Verkehrsnachfragetheorie und -modellierung werden im Projekt Datengrundlagen, Knotentypologien und Ansätze der Nachfragetheorie in einer neuartigen Aufbereitung und Verknüpfung bereitgestellt.

Ziele

Ziel des Forschungsprojektes ist die integrierte Betrachtung von logistischen Knoten und die typologische Ableitung von Kennwerten für die Entwicklung bzw. erstmalige Anwendung einer diese Knoten explizit beachtenden Verkehrsnachfragetheorie. Zur Erreichung dieser Zielsetzung sind verschiedene Teilziele umzusetzen:

  1. Theorie geleitete und Empirie basierte typologische Ordnung logistischer Knoten
    Hierbei werden sowohl bestandsführende Knoten (Distributionsnetzknoten) als auch nicht-bestandsführende Knoten (Transportnetzknoten) grundlegend analytisch berücksichtigt. Für die Ableitung eines systematischen Zusammenhangs zwischen der Knotentypologie und dem resultierenden Güterverkehr liegt der spezielle Fokus jedoch vorerst auf den nicht-bestandsführende Knoten.
  2. Bestimmung eines spezifischen Quell- und Zielverkehrsaufkommens für die Knotentypen
    Auf Grundlage der Knotentypologie werden spezifische Verkehrsaufkommen bestimmt. Dabei werden die Kennwerte einzelner Knoten bzw. Standorte auf der mikroskopischen Perspektive betrachtet als auch soweit abstrahiert, dass typische, verkehrlich ähnliche Gruppen für makroskopische Ansätze gebildet werden können.
  3. Theorieentwicklung zur Integration der logistischen Knotentypen und ihres spezifischen Verkehrsaufkommens in ein Verkehrsnachfragemodell
    Aufbauend auf bisherigen makroskopischen und disaggregierten Ansätzen wird eine Theorie generiert, welche die einzelnen Knoten, ihre Netzwerkeinbindung und ihre Transportnachfrage aggregiert nachbildet. Damit wird der Grundstein für eine entscheidende Verbesserung der Verkehrsnachfragemodellierung des Güterverkehrs gelegt.

Vorgehensweise

  • Typologisierung von logistischen Knotenpunkten
  • Analyse der Sekundärstatistik
  • Empirische Erhebung
  • Literaturanalyse zur Verkehrsnachfragemodellierung
  • Entwicklung einer Nachfragetheorie
  • Typenbildung
  • Kennwertbildung
  • Umsetzung und Validierung

Auftraggeber

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektpartner

  • DLR - Institut für Verkehrsforschung
  • TU Dortmund, Institut für Transportlogistik, Professor Clausen

Projektlaufzeit

Juni 2011 – Mai 2013


Kontakt
Dr. rer. pol. Jens Klauenberg
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Verkehrsforschung
, Wirtschaftsverkehr
Tel: +49 30 67055-192

Fax: +49 30 67055-283

E-Mail: Jens.Klauenberg@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/vf/desktopdefault.aspx/tabid-2974/1445_read-32616/