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„Ich ersetze ein Auto“: Elektro-Lastenräder im Kurier- und Expressdienst



Im Projekt „Ich ersetze ein Auto“ werden Elektro-Lastenräder als innovative Transportfahrzeuge für den städtischen Wirtschaftsverkehr vorgestellt und ihr Potenzial für den Klimaschutz bewertet.

Projekt 

 Lastenrad statt Lieferwagen: Mit Vollgas durch die Rushhour
Elektro-Lastenrad im Kurier- und Expressdienst
Bild: DLR/Amac Garbe / Video: Spiegel Online

Im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative werden 40 Elektro-Lastenräder in die tägliche Auslieferung von Kuriersendungen integriert. Elektro-Lastenräder ermöglichen eine Zuladung von über 100 Kilogramm und gleichzeitig eine höhere Liefergeschwindigkeit als nichtmotorisierte Lastenräder. Das DLR- Institut für Verkehrsforschung untersucht das Potenzial dieser Innovation im städtischen Wirtschaftsverkehr insbesondere im Hinblick auf förderliche Rahmenbedingungen und Einsatzspektren. Es ist davon auszugehen, dass sich in urbanen Teilräumen die Möglichkeit bietet, bis zu 85 % der Autokurierfahrten zu ersetzen und somit eine deutliche Emissionsreduktion zu erzielen.

Ziele

Das übergeordnete Ziel des Projektes steht im Kontext der nationalen Klimaschutzinitiative: Das Projekt „Ich ersetze ein Auto“ soll Kurierunternehmern ermöglichen, den Einsatz von Kraftfahrzeugen und damit den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.

Hierfür werden im Laufe des zweijährigen Projekts folgende Fragestellungen beantwortet:

  • Wie geeignet sind Elektro-Lastenräder, CO2 Emissionen und umweltbelastendes Verkehrsaufkommen in Großstädten zu reduzieren und welche Einsatzzwecke im städtischen Kurier- und Expressdienst bieten das größte Potenzial für dieses Transportmittel?
  • Welcher Anteil an Autokurierfahrten könnten prinzipiell von Kurieren auf Elektro-Lastenrädern übernommen werden?
  • Welche Möglichkeiten ergeben sich aus dem Einsatz von Elektro-Lastenrädern für städtische Kurierdienste und ihre Kunden?
  • Welche Treiber und Hemmnisse beeinflussen den Umstieg auf ein Elektro-Lastenrad aus Sicht der selbstständigen Kurierinnen und Kuriere?

Vorgehensweise 

 Elektro-Lastenrad 'iBullitt Pedelec Solar'
zum Bild Elektro-Lastenrad "iBullitt Pedelec Solar"

Im Projekt werden 40 zweirädrige Elektro-Lastenräder vom Typ „iBullitt Pedelec Solar“ der Firma Urban-e eingesetzt. Die Fahrzeuge verfügen über eine maximale Zuladung von 100 Kilogramm bei einer elektrischen Reichweite von bis zu 90 Kilometern. Die elektrische Unterstützung beschleunigt die Fahrzeuge auf 25 Stundenkilometer – höhere Geschwindigkeiten können durch Muskelkraft erzielt werden.

Der praktische Einsatz der Elektro-Lastenräder dauert zwei Jahre und beginnt im Sommer 2012. Selbstständige und angestellte Kurierinnen und Kuriere in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Leipzig, Bremen und Nürnberg haben sich bereit erklärt, die Elektro-Lastenräder im Rahmen ihrer täglichen Arbeit zu nutzen. Interesse weckt das Projekt sowohl bei Auto- als auch bei Fahrradkurieren: Die elektrische Unterstützung der Projektfahrzeuge und eine potenzielle Einsparung von bis zu 98% machen es für Autokuriere zu einer interessanten Alternative, auf ein Elektro-Lastenrad umsteigen. Für die bisherigen Fahrradkuriere ermöglicht der Elektromotor einen direkten Wettbewerb im Markt um Autokurieraufträge. Das bedeutet: Schwerere Güter können über weitere Entfernungen transportiert werden, was höhere Umsätze für die Lastenradkuriere generiert.

Um den Nutzen der Elektro-Lastenräder zu bewerten, werden Auftragsdatensätze und Routenverläufe der Sendungen vor und während des Einsatzes der Fahrzeuge analysiert. Des Weiteren wird durch empirische Erhebungen in Form von Befragungen der Kurierinnen und Kurieren, Technikerinnen und Technikern, Einsatzleitenden und Firmenkunden im Vorfeld sowie im Verlauf des Projekts erhoben, wie die Akzeptanz dieses innovativen Transportmittels bewertet wird.

Die öffentliche Wahrnehmung des Projektes wird durch ein einheitliches Erscheinungsbild der Fahrzeuge gewährleistet. Das Logo „Ich ersetze ein Auto“ sorgt für maximale Sichtbarkeit auf den belebten Straßen der größten Städte Deutschlands. Ausdrückliches Ziel ist es daher auch, im Laufe des Projekts das Interesse weiterer potenzieller „Umsteiger“ (Kuriere und Kunden) zu wecken.

Auftraggeber

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative

Projektpartner

  • 29 19 19 KURIER Aktiengesellschaft, Hamburg
  • CTS City Transport System GmbH, Nürnberg
  • DLR - Institut für Verkehrsforschung
  • messenger Transport + Logistik GmbH, Berlin
  • Rapid Kurierdienste KG, München
  • Rotrunner GmbH & Co. KG, Düsseldorf
  • messenger logistics GmbH, Leipzig
  • Sprint Logistik, Ellmers Lienhoop GbR, Bremen
  • Urban e MSC GmbH, Berlin

Projektlaufzeit

April 2012 bis Juni 2014


Kontakt
Dipl.-Geograph Johannes Gruber
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Verkehrsforschung
, Wirtschaftsverkehr
Tel: +49 30 67055-200

Fax: +49 30 67055-283

E-Mail: Johannes.Gruber@dlr.de
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