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WiMobil: Wirkungen von E-Car Sharing Systemen auf Mobilität und Umwelt in urbanen Räumen



WiMobil: Wirkungen von E-Car Sharing Systemen auf Mobilität und Umwelt in urbanen Räumen
Quelle: WiMobil-Projektflyer

Der Pkw ist in Deutschland das dominierende Verkehrsmittel – 58% aller Wege und 79% der Personenkilometer werden in Deutschland mit dem Auto zurückgelegt. Selbst in großen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern weist der Pkw-Verkehr einen Anteil von fast 50% der Wege und 71% der Personenkilometer auf, obwohl dort die Verkehrsteilnehmer i.d.R. ein gut ausgebautes ÖPNV-System vorfinden (Mobilität in Deutschland 2008). Die daraus resultierenden Folgen im hochverdichteten städtischen Umfeld sind hoher Flächenverbrauch für den ruhenden und fließenden Verkehr, Beeinträchtigung der Luftqualität durch Luftschadstoff-Emissionen, Zunahme der klimarelevanten CO2 Emissionen, Unfälle, Stau, hoher Parkdruck vor allem in den Innenstädten und Lärm.

Ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige urbane Mobilität ist das Carsharing-Konzept, das derzeit in Deutschland eine dynamische Marktentwicklung erfährt und stark steigende Nutzerzahlen verzeichnen kann. Dieser Boom wird insbesondere durch sogenannte flexible Carsharing-Systeme getragen, bei denen One-Way-Mieten möglich sind und eine Abrechnung nach Minuten erfolgt. Darüber hinaus wird aktuell der Einsatz von Elektrofahrzeugen im Carsharing forciert. Aufgrund der eingeschränkten Reichweite sind Elektrofahrzeuge für den Einsatz im Carsharing – vor allem für den innerstädtischen Verkehr mit kurzen Wegestrecken – prädestiniert.

Projekt

Im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Forschungsprojekts WiMobil werden die Mobilitäts-, Verkehrs- und Umweltwirkungen von E-Carsharing Systemen in urbanen Räumen untersucht. Dafür kommen in den Städten München und Berlin bei den Carsharing-Systemen Flinkster (DB Rent) und DriveNow (BMW) verschiedene empirische Methoden zum Einsatz.

Das Institut für Verkehrsforschung führt die Nutzerbefragungen durch und ist im Rahmen des Gesamtprojekts verantwortlich für die Ausarbeitung des Analyse- und Erhebungsdesigns sowie für die Koordinierung der Erhebung der empirischen Daten.

Ziele

Im Rahmen des Projekts sollen insbesondere folgende zentrale Fragestellungen erörtert werden:

  • Wie verändert sich das Mobilitätsverhalten durch Carsharing und speziell E-Carsharing?
  • Welche Umweltwirkungen können von E-Carsharing Systemen abgeleitet werden?
  • Welche infrastrukturellen Voraussetzungen müssen für ein E-Carsharing gegeben sein?
  • Wie wirkt sich die Nutzung von Carsharing auf den öffentlichen Parkraum und den Flächenbedarf von Städten aus?
  • Welche planerischen, ordnungspolitischen und marketinggestützten Instrumente können Kommunen zur Förderung von Carsharing einsetzen?

Vorgehensweise

Die oben genannten Fragestellungen sollen am Beispiel der Carsharing Systeme DriveNow und Flinkster in den Städten Berlin und München näher untersucht werden. Über zwei Erhebungswellen kommen in WiMobil folgende drei Analysemethoden zum Einsatz:

  • Auswertung der Backenddaten der Carsharing-Fahrzeuge
  • Personbezogenes Mobilitätstracking
  • Nutzerbefragungen (In-Car Befragung, Online-Befragung, Fokusgruppen)

Durch diese Vorgehensweise können einerseits raum- und systembedingte (stationsgebundenes vs. flexibles Carsharing) Unterschiede in der Nutzung ermittelt werden. Andererseits ist es möglich, die langfristigen Mobilitäts-, Verkehrs- und Umweltwirkungen von E-Fahrzeugen im Carsharing zu untersuchen.

Begleitend dazu wird untersucht, wie sich Carsharing auf den Parkraumbedarf der Städte auswirkt und welche zusätzlichen Anforderungen an die städtische Ladeinfrastruktur bestehen. Darüber hinaus wird ein Leitfaden für Kommunen und Betreiber entwickelt, der die Handlungs- und Fördermöglichkeiten der Städte bezüglich der nachhaltigen Förderung von Carsharing näher in den Blick nimmt.

Projektphasen

1. Erhebungswelle: September 2013
2. Erhebungswelle: September 2014

Auftraggeber

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Projektpartner

  • DLR-Institut für Verkehrsforschung
  • Universität der Bundeswehr München
  • DB Rent GmbH
  • Bayerische Motorenwerke AG (BMW)
  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
  • Kreisverwaltungsreferat der Stadt München

Projektlaufzeit

von 09/2012 bis 08/2015


Kontakt
Dipl.-Geograph Flemming Giesel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Verkehrsforschung
, Personenverkehr
Tel: +49 30 67055-238

Fax: +49 30 67055-283

E-Mail: Flemming.Giesel@dlr.de
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