Projekt
Das EU FP7 Forschungsprojekt ROADIDEA untersucht das Innovationspotenzial des Europäischen Verkehrssystems und maßgebliche Barrieren für eine Implementierung innovativer Dienste und Anwendungen im Bereich des Verkehrsmanagements und der Verkehrssteuerung. Im Rahmen des Projektes wird die Frage beantwortet, ob das Europäische Verkehrssystem und die Verkehrsforschung gemeinsam in der Lage sind, unter Einbeziehung neuartiger Ansätze, Methoden, Verfahren und Technologien radikale Innovationen zu generieren und als neue Dienste und Anwendungen im Verkehrssystem zu implementieren, mit denen sich die negativen verkehrlichen Wirkungen verringern bzw. das Verkehrsgeschehen optimieren lassen.
Vor dem Hintergrund neuer globaler Herausforderungen wird dabei ein Hauptaugenmerk auf die Verbindung von Verkehrs- und Wettermodellen gelegt, um sowohl wetterbedingten Störungen des Verkehrs (Blitzeis, Nebel und Starkregen) als auch die verkehrlichen Umweltwirkungen abschätzen und verringern zu können.
Ziele
Ziel des Projektes ist es,
Insbesondere die gegenseitige Einflussnahme in der parallelen Bearbeitung dieser Zielstellungen stellt eine Herausforderung dar. Die vorhandenen Daten bestimmen thematische und räumliche Ausprägungen und Umsetzbarkeit der Innovationen, während die technische Implementierung der innovativen Dienste und Anwendungen hohe Ansprüche an die Verfügbarkeit und Qualität benötigter Daten stellt.
Vorgehensweise
Mit der Expertise der DLR Clearingstelle Verkehr im Umgang und der Beschreibung von Verkehrsdaten wird in den teilnehmenden und einigen weiteren Europäischen Ländern eine Erhebung zu vorhandenen Wetter- und Verkehrsdaten sowie entsprechenden Methoden und Modelle durchgeführt. Die Informationen zu den verfügbaren Daten werden in einem sog. Daten-Mediator aufbereitet und den Projektpartnern zur Verfügung gestellt.
Mit dem Daten-Mediator können die verfügbaren Daten mit dem Datenbedarf der im Rahmen der Innovationsprozesse generierten Dienste und Anwendungen verknüpft werden. Das DLR - Institut für Verkehrsforschung (IVF) leitet das Arbeitspaket "Daten" und arbeitet in Gremien der inhaltlichen und technischen Projektsteuerung mit.
Parallel zur Analyse der gegebenen Datengrundlagen werden vier Innovations-Workshops durchgeführt, in denen der sogenannte "Innovations-Kreislauf" durchlaufen wird.
Ergebnisse
In den Innovations-Workshops wurden mehr als 100 Ideen ausgearbeitet und hinsichtlich ihrer Innovativität und Radikalität sowie einer direkten Umsetzbarkeit als Projektpilot bewertet. Vier Ideen wurden in der Projektlaufzeit pilotiert:
Für diese Ideen wurde die gesamte Prozesskette von der Idee, über die daten- und methodenbasierte Umsetzung, die Erstellung eines Geschäftsmodells und die technische Implementierung, bis hin zur Validierung und Evaluierung der Anwendung durchlaufen.
Insgesamt machte das Projekt ROADIDEA deutlich, dass das Europäische Verkehrssystem nach wie vor in der Lage ist, radikale Innovationen hervorzubringen. Es ist dabei aber eine verstärkte Vernetzung verschiedener Forschungsdisziplinen, welche einen Einfluss auf das betrachtete Verkehrssystem haben, erforderlich.
Als maßgebliche Barriere bei der flächendeckenden, Ländergrenzen übergrei-fenden Umsetzung neuartiger Mobilitätsdienste wurde die unzureichende Ver-fügbarkeit und starke Inhomogenität notwendiger Daten in Europa identifiziert. Zum Abbau dieser Barriere wurde dem Auftraggeber die Definition eines Kata-logs für relevante Daten für ITS (Intelligent Transport Services) Anwendungen vorgeschlagen. Mit ihm sollen Daten und Standards bestimmt werden, die für eine Implementierung elementarer Mobilitätsdienste in Europa unabdingbar sind.
Diese und eine Reihe weiterer Empfehlungen zur Generierung und Implementierung neuer und nachhaltiger Mobilitätsdienste wurden mit der ROADIDEA Road Map dokumentiert.
Auftraggeber
Projektpartner
Unterprojekt ROADIDEA INCO
Das Projekt ROADIDEA wurde um 7 Monate um den Aspekt der Internationalen Kooperation (INCO) verlängert. Ziel dieses Unterprojektes war es, die mit dem Projekt ROADIDEA in Europa gewonnenen Erkenntnisse mit vergleichbaren Bedingungen, Entwicklungen und Trends in Nordamerika (USA und Kanada) zu vergleichen.
Ausgehend von der Annahme eines leichteren und umfassenderen Zugriffs auf relevante Daten des Verkehrssystems in Nordamerika wurden verfügbare Daten sowie darauf aufbauende Methoden und Anwendungen analysiert und mit denen in Europa verglichen. Kernfrage war, ob ein barrierefreier Zugang zu den Daten des Verkehrs („free data policy“) einen signifikant erkennbaren Einfluss auf Ausprägung, Qualität und Verfügbarkeit vorhandener Methoden, Dienste und Anwendungen für das Verkehrssystems hat. In der Projekterweiterung ROADIDEA INCO war das IVF für die Analyse der verfügbaren Daten verantwortlich. Lokale Partner waren das US Department of Transportation (USDOT) und ITS Canada.
ROADIDEA INCO wurde mit einem Endbericht dokumentiert, der eine Gegenüberstellung verschiedener Aspekte des Europäischen und des nordamerikanischen Verkehrssystems und ebenfalls eine Reihe von konkreten Handlungsempfehlungen für den Auftraggeber beinhaltet.
Projektlaufzeit
von Dezember 2007 bis September 2010 (inkl. ROADIDEA INCO)