Während das Verkehrsaufkommen auf den Langstrecken und transeuropäischen Korridoren durch Ausbau und Wachstum gekennzeichnet ist, befinden sich bei vielen Eisenbahngesellschaften die regionalen Netze und lokalen Gleisanschlüsse (im Projekt als "Shortlines" bezeichnet) auf dem Prüfstand. Die Neustrukturierung des auf dieser Infrastruktur stattfindenden Schienengüterverkehrs verfolgt das Ziel, ein wirtschaftlich stabiles Transportsystem wirksam und dauerhaft zu etablieren.
Im aktuellen Kontext des "plan fret" der französischen Staatsbahn SNCF und der Öffnung des europäischen Wettbewerbs auf der Schiene wird der Frage nach dem Stellenwert von regionalen Eisenbahnnetzen für den Gütertransport nachgegangen und unter betriebswirtschaftlichen, energie- und umweltbezogenen sowie betriebstechnischen Aspekten analysiert. Ebenfalls wird untersucht, wie sich in anderen Ländern (u.a. USA, Deutschland) wirtschaftlich stabile Strukturen dieser Shortlines entwickelt haben.
Die bereits seit dem vorletzten Jahrhundert zahlreich existierenden Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) haben in Deutschland einen bedeutenden Anteil am Transport in solchen regionalen Netzen. Durch die Deregulierung des deutschen Eisenbahnsektors stieg das Verkehrsaufkommen privater Eisenbahnunternehmen stark an.
Aufgabe des DLR-Instituts für Verkehrsforschung ist es, die Entwicklung der deutschen Shortlines darzustellen und im Hinblick auf den deutschen Wettbewerb im Eisenbahnsektor zu bewerten.
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