Completed Projects

Kommunikation und Verkehr im Wandel: Befragung 2003



Wirkt sich die Weiterentwicklung von IKT auf individuelles Verkehrsverhalten aus?
Längsschnittstudie zum Kommunikations- und Verkehrsverhalten

In der verkehrswissenschaftlichen Diskussion wird dem Themenfeld "Wechselwirkungen zwischen Telekommunikation und Personenverkehr" zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt. Vor allem geht es um die Frage, welche Veränderungen individuelles Verkehrsverhalten durch die rasante Weiterentwicklung und zunehmende Diffusion neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wie Internet oder Handy erfährt.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den verkehrlichen Auswirkungen von IKT wurde bisher im wesentlichen anhand der Betrachtung von IKT- affinen Einzelaktivitäten geführt. Vorrangiges Ziel war es, die Nettoeffekte hinsichtlich der Verkehrssubstitution innerhalb dieser abgegrenzten Bereiche festzustellen. Neuere - bislang erst auf theoretischer Ebene vorhandene Ansätze - versuchen, die Fragestellung in einer Weise anzugehen, die unmittelbar an der Veränderung von Aktivitätsmustern ansetzt. Grundgedanke ist dabei, dass durch die technologische Entwicklung sowohl im Verkehr als auch ganz besonders im Kommunikationsbereich Aktivitäten "fragmentiert" werden. Ein Beispiel: War früher das Arbeiten eine Aktivität, die am Arbeitsplatz und nur dort ausgeführt werden konnte, so ist es heute in vielen Bereichen der Arbeitswelt möglich, dank Laptop, Internet und Mobiltelefon die Arbeit an beliebigen Orten und zu beliebigen Zeiten auszuführen. Damit verändert sich aber auch das Verkehrsverhalten dessen, der die Arbeit ausführt. An die Stelle der beiden klar identifizierbaren Wege morgens von der Wohnung zum Arbeitsplatz und abends vom Arbeitsplatz zurück zur Wohnung treten nun neue, komplexere Wegemuster.

In welchem Umfang und in welcher Weise das Verkehrsverhalten durch Informations- und Kommunikationstechnologien beeinflusst wird, lässt sich allerdings nur durch eine Langzeituntersuchung beantworten. Aus diesem Grund ist das Projekt "Kommunikation und Verkehr im Wandel" als bevölkerungsrepräsentative Längsschnittstudie angelegt. Die erste Welle der Langzeituntersuchung wurde als schriftliche Bevölkerungsumfrage in der Zeit vom 12.05.-03.06.2003 durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland ab einem Alter von 14 Jahren. Die Stichprobengröße beträgt 3.500 Personen.

Auf dieser Datengrundlage lässt sich nun in einem ersten Schritt zeigen in welchem Bezug Kommunikations- und Mobilitätsmuster zu individuellen Merkmalen von Personen stehen und welche aktivitätenspezifische Nutzung von Kommunikations- und Verkehrsmitteln für unterschiedliche Personengruppen jeweils typisch ist.

Projektlaufzeit

11.2002-02.2004


Contact
Claudia Nobis, M. A.
German Aerospace Center (DLR)

Institute of Transport Research
, Passenger Transport
Tel: +49 30 67055-233

Fax: +49 30 67055-283

E-Mail: Claudia.Nobis@dlr.de
URL for this article
http://www.dlr.de/vf/en/desktopdefault.aspx/tabid-958/4508_read-2863/