Completed Projects

REORIENT - Implementing Change in the European Railway System



Der Güterverkehr verursacht neben seinem gesellschaftlichen Nutzen negative Effekte auf die Umwelt und die Menschen. Insbesondere der Transport auf der Straße erzeugt spürbare Belastungen wie beispielsweise Lärm- oder Schadstoffemissionen oder auch Stau. Aus diesem Grund ist es ein erklärtes Ziel der Europäischen Union das Potenzial aller Verkehrsträger optimal zu nutzen um Verkehr sauberer und effizienter zu gestalten. Die bestehenden Angebote des grenzüberschreitenden Schienengüterverkehrs tragen jedoch den hohen Ansprüchen der Transportwirtschaft nicht in ausreichendem Maße Rechnung. So sind beispielsweise die Transportzeiten auf der Schiene infolge von Grenzaufenthalten, Zugbildungs- und Zugbehandlungsvorgängen sowie Lok- und Personalwechsel häufig gegenüber einem vergleichbaren direkten Transport auf der Straße für große Teile der Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig. Andererseits ergeben sich aber aus der Liberalisierung des Transportmarktes neue Möglichkeiten, um konkurrenzfähige Transportlösungen auf der Schiene anzubieten.

Projektziele und Projektinhalte

Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes REORIENT (Laufzeit Februar 2005 bis Mai 2007) wurden wichtige Beiträge für künftige Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene geleistet. Zunächst wurde mit Hilfe von Recherchen und Befragungen die aktuelle Situation im Bereich des Schienengüterverkehrs, insbesondere zu infrastrukturellen, betrieblichen und administrativen Bedingungen und Barrieren untersucht. Als Untersuchungsgebiet wurde ein stark frequentierter Verkehrskorridor von Skandinavien nach Süd-Ost-Europa ausgewählt. Anschließend wurde untersucht, bei welchen Gütergruppen, bzw. Logistikgruppen ein signifikantes Potenzial zur Verlagerung auf die Schiene besteht und konkrete Geschäftsmodelle entwickelt. Die verkehrlichen Wirkungen der entwickelten Geschäftsmodelle, d.h. insbesondere das mögliche Verlagerungsvolumen des Güterverkehrs auf die Schiene wurden dazu in einem Verkehrssimulationsprogramm modelliert und simuliert.

Am DLR Institut für Verkehrsforschung wurde untersucht, ob die Geschäftsmodelle die Umwelt und Gesellschaft tatsächlich von den negativen Effekten des Transportes auf der Straße entlasten, d.h. es wurden die durch die Verkehrsverlagerung eingesparten Luftschadstoffemissionen und Energieaufwendungen sowie das verminderte Unfallrisiko quantifiziert und monetarisiert. Zudem wurde untersucht, ob die vorgeschlagenen Schienengüterverbindungen betriebswirtschaftlich tragfähig, d.h. konkurrenzfähig gegenüber dem direkten Straßentransport sind.

Projektergebnisse

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen eindeutig, dass die vorgeschlagenen Geschäftsmodelle und die prognostizierte Verkehrsverlagerung die Umweltsituation deutlich verbessern und finden unter anderem in einem Integrated Project (RETRACK) Verwendung, in dem die vorgeschlagenen Geschäftsmodelle von einem Eisenbahnunternehmen testweise angeboten werden. Aus den Ergebnissen können Entscheidungsträger ableiten, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um das Potenzial des Schienengüterverkehrs im untersuchten Korridor optimal zu entwickeln.

Projektpartner

Am Projektkonsortium waren die folgenden Einrichtungen beteiligt:

  • TØI - Transportøkonomisk Institutt, Oslo/ Norwegen (Konsortialführung)
  • DEMIS, Delft/ Niederlande
  • ISDEFE - Ingenería de Sistemas para la DEFensa de España, Madrid/ Spanien
  • Napier University - Transport Research Institute (TRi), Edinburgh/ Großbritannien
  • Università di Bologna - Dipartimento di Elettronica, Informatica e Sistemistica (DEIS), Bologna/ Italien
  • University of Maryland, MD/ USA

Im vom DLR Institut für Verkehrsforschung koordinierte Arbeitspaket zur Evaluation der Geschäftsmodelle arbeiteten zudem die folgenden Forschungseinrichtungen als Unterauftragnehmer:

  • BME Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest, Ungarn
  • TML - Transport & Mobility Leuven, Belgien
  • VTT Finland – Technisches Forschungszentrum Finnland

Contact
Dipl.-Ing. Andreas Lischke
German Aerospace Center (DLR)

Institute of Transport Research
, Commercial Transport
Tel: +49 30 67055-236

Fax: +49 30 67055-283

E-Mail: Andreas.Lischke@dlr.de
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