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Diagnostik rußender Flammen



Im Coflame-Brenner werden äußere Einflüsse auf die zu untersuchende Ethylen/Luft-Flamme (gelb) durch eine umgebende nicht rußende Methan/Luft-Flamme (blau) weitestgehend ausgeschlossen.
Ruß ist ein unerwünschter Schadstoff, der bei technischen Verbrennungsvorgängen wie in Otto- und Diesel-Motoren und Fluggasturbinen gebildet wird. Seine gefährliche Wirkung auf die menschliche Gesundheit und das globale Klima sind seit geraumer Zeit erkannt. Während der vergangenen Jahre konnten die Emissionen von Ruß drastisch gesenkt werden, vorwiegend durch Sekundärmaßnahmen bei der Verbrennung (Rußfilter) und technische Maßnahmen, die u.a. auch zur Reduzierung der Partikelgröße führten. Aber gerade durch kleinere Rußpartikel, die lungengängig werden, kann das gesundheitliche Risiko stark erhöht werden. Somit ist dringende Forschungs- und Entwicklungsarbeit erforderlich, um die Rußentstehung bei der Verbrennung selbst weitestgehend zu vermeiden.

Unser Beitrag zur aktuellen Rußforschung besteht darin, durch den Einsatz leistungsfähiger Laser-Messtechnik an definierten, rußenden Flammen Daten zu generieren, die einen detaillierten Einblick und damit ein besseres Verständnis in die Rußentstehung ermöglichen. Dabei spielt die frühe Phase der Rußbildung bei der Verbrennung eine besondere Rolle. In unseren Arbeiten wird die Rußentstehung aus der Gasphase zur Bildung der Rußprimärteilchen in Abhängigkeit des Druckes, der Stöchiometrie und der Brennstoffart untersucht.

Für diese Arbeiten wird ein spezieller Hochdruckbrenner verwendet, der es erlaubt, die zu untersuchende, rußproduzierende Flamme zu vermessen, ohne dass äußere Einflüsse das Rußwachstum stören. Damit kann die Rußentstehung unabhängig von konkurrierenden Einflüssen des Rußabbaus durch Oxidation betrachtet werden. Da in erster Linie die chemisch-kinetischen Prozesse der Rußbildung als Grundlage der Mechanismen zur Rußbildung interessieren, werden die Untersuchungen vorwiegend an laminaren Flammen durchgeführt, um den Einfluss eines turbulenten Strömungsfeldes auszuschließen.

Für die Validierung des Rußmodells zur mathematischen Beschreibung der Rußbildung aus der Gasphase sind der Temperaturverlauf und die Zunahme der Rußkonzentration entscheidend. Der zeitliche Verlauf des Temperaturanstiegs und der Rußbildung werden in diesen Untersuchungen durch Messungen über die Höhe in der Flamme, was der zeitlichen Aufenthaltsdauer entspricht, abgebildet. Temperaturprofile in rußenden Flammen werden mit der modifizierten CARS-Methode (shifted vibrational CARS) bestimmt. Der Rußvolumenbruch wird mit laserinduzierter Inkandeszenz (LII) gemessen. Aus dem zeitlichen Abklingverhalten des LII-Signals werden Primärteilchengrößen des Rußes abgeleitet, die eine zusätzliche wertvolle Validierungsgröße für das Rußmodell darstellen.


Arbeitsgebiete
Methodenentwicklung
Rußende Flammen
Thermoakustik
Alternative Brennstoffe
Standardflammen
Gasturbinen- Verbrennung
Anwendungen
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