Die Zeitkapsel wird in den Grundstein gelegt
In Köln wird das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zukunft verstärkt keramische Werkstoffe für die Energietechnik und Thermischen Speichertechnologien in einem neuen Kompetenzzentrum erforschen. Am 30. Juni 2010 wurde der Grundstein für den Neubau des CeraStorE (Competence Center for Ceramic Materials and Thermal Storage Technologies in Energy Research) gelegt. In den kommenden Jahren werden hier über 40 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Neubau wird vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWFT) mit 7,1 Millionen Euro gefördert.
Keramische Werkstoffe haben bei der Steigerung der Wirkungsgrade in thermischen Prozessen der Energiebereitstellung (zum Beispiel bei Receivern in solarthermischen Kraftwerken) eine zentrale Bedeutung. Gegenüber herkömmlichen Werkstofflösungen eröffnen keramische Werkstoffe die Möglichkeit, die entsprechenden Prozesstemperaturen signifikant zu steigern.
Anwendungsorientierte Forschung
Die an CeraStorE beteiligten DLR-Institute für Technische Thermodynamik und Werkstoff-Forschung haben seit Jahren umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen der Thermischen Speichertechnologien und der Keramischen Werkstoffe sammeln können. Ziel ist es den Wirkungsgrad in thermischen Prozessen der Energiebereitstellung zu steigern sowie neue Konzepte auf ihre Machbarkeit zu überprüfen. Die neuen Technologien sollen dabei in frühzeitiger und enger Abstimmung mit der Industrie, bis zur Marktreife weiterentwickelt werden.
Prof. Ulrich Wagner, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr hob die verbindenden Aspekte von CeraStorE anlässlich der Grundsteinlegung besonders hervor: „Als Vorstand freut es mich ganz besonders, wenn die Wissenschaftler und Institute des DLR nicht nur Kompetenzen aufbauen, sondern wie in diesem Falle auch miteinander vernetzen und Synergien schaffen. CeraStorE vereint nicht nur die Kompetenzen zweier Forschungseinrichtungen des DLR: durch das Einbeziehen der Industrie schlägt CeraStorE auch die Brücke zwischen Entwicklung und Anwendung. Zwischen Forschung und Produktion.“
Alleinstellungsmerkmale für das DLR und NRW
Ansicht des CeraStorE Neubaus.
Dr. Walther Pelzer, MIWFT sieht in dem neunen Kompetenzzentrum Chancen für das DLR und NRW: "Die beiden Themen, die Sie hier in Köln in dem neuen Kompetenzzentrum etablieren wollen, sind Themen, die in Deutschland bisher so nicht bearbeitet werden. Wenn es gelingt, die vorhandenen Stärken zu nutzen und gezielt auszubauen, können Sie für das DLR, aber auch für Nordrhein-Westfalen ein Alleinstellungsmerkmal erreichen."
Ein wichtiger Aspekt von CeraStorE ist auch die Vernetzung mit anderen wissenschaftlichen Partnern im internationalen Bereich. Ein besonderer Fokus liegt jedoch auf Nordrhein-Westfalen (NRW). So entsteht in NRW eine Forschungslandschaft mit dem DLR, dem Solarinstitut Jülich an der FH Aachen/Jülich und der RWTH Aachen, die künftig zu einem einzigartigen Forschungscluster weiterentwickelt wird.