Im Institut für Werkstoff-Forschung wurde das neue Versuchslabor für kleine mechanische Lasten mit einem Sektempfang eingeweiht. Als Ergänzung zu den vorhanden Versuchseinrichtungen der werkstoffmechanischen Prüfung wurde dieses Labor mit zwei neuen Universalprüfmaschinen mit bis zu 1kN bzw. 10kN ausgestattet. Mit diesen Anlagen können Werkstoffkennwerte und das Versagensverhalten an sehr kleinen Proben ermittelt werden. Das ist z.B. von Bedeutung für die Prüfung von Einzelfasern, Folien und freistehenden keramischen Schichten oder wenn nur sehr wenig Material für die Probenherstellung verfügbar ist.
Aus Bauteilen, an denen Daten über lokale Veränderungen der Eigenschaften durch Betriebsbeanspruchungen von Interesse sind, lassen sich oft nur sehr kleine Proben entnehmen. Zur Bestimmung lokaler mechanischer Eigenschaften dieser Proben wurden zusätzlich Härteprüfgeräte in das neue Labor integriert.
Das neue Kleinlast-Prüflabor ergänzt die vorhandenen Prüfmöglichkeiten des Instituts für Werkstoff-Forschung und ist ein wichtiger Baustein im Aufbau des Forschungsthemas 'Virtual Testing Lab'. Hierbei werden Daten aus Laborexperimenten und aus virtuellen Experimenten, d.h. aus numerischen Simulationsrechnungen, kombiniert. Dabei werden zunächst auf Grundlage mikroskopischer Untersuchungen und mechanischer Prüfungen numerische Werkstoffmodelle erstellt. Unter Verwendung dieser Werkstoffmodelle wird das Verhalten von speziellen Laborproben oder auch einfachen Bauteilen unter betriebsrelevanten Lasten simuliert. Die Simulationsergebnisse werden wiederum durch Laborexperimente validiert. Durch diese Kombination von experimentellen und numerischen Methoden lässt sich die Zahl zeit- und kostenaufwändiger Laborexperimente bis zur Qualifizierung eines Werkstoffs deutlich reduzieren.