Artikel zu "Earth observation"

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Raumfahrt | 25. November 2021 | von Bettruhestudien

Bettruhestudie SANS-CM: 30 Tage Liegen für die Raumfahrt

DLR-Unterdruckzylinder LBNP (Lower Body Negative Pressure Device)
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die Betten der aktuellen Bettruhestudie im DLR: Das Kopfende ist wie gewohnt um sechs Grad nach unten geneigt. Neu sind die Unterdruckzylinder, die den Körper ab Taille abwärts umschließen. Angewandt werden sie bei Probandinnen und Probanden für sechs Stunden pro Tag.

Was passiert mit uns in der Schwerelosigkeit? Welche Auswirkungen haben die Verhältnisse im Weltraum auf den menschlichen Körper? Wie verhindern wir unerwünschte Effekte bei einem Langzeit-Raumflug? Das sind Fragen, die sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch auf der Erde stellen. Und sie finden Antworten, trotz der Schwerkraft, die hier herrscht. Die Forschenden können sie überlisten – wie bei der aktuellen Bettruhestudie im :envihab, unserer luft- und raumfahrtmedizinischen Forschungseinrichtung. Acht Männer und vier Frauen legen sich ohne Unterbrechung 30 Tage ins Bett. Das Kopfende ist um sechs Grad nach unten geneigt, es gibt kein Kissen. Dann verteilen sich die Flüssigkeiten im Körper wie in Schwerelosigkeit: von den Beinen in Richtung Kopf. Und schon ist man irdische Astronautin oder irdischer Astronaut. weiterlesen

Raumfahrt | 19. November 2021 | von GSOC-Team

Mission Cosmic Kiss: Das erste Experiment von vielen hat begonnen

Quelle: ESA–L. Parmitano, CC BY-SA 3.0 IGO
Das europäische Weltraumlabor Columbus, aufgenommen von ESA-Astronaut Luca Parmitano während eines Außenbordeinsatzes am 22. November 2019.

Start, Andocken, erste durchaus spannende und aufregende Tage auf der Internationalen Raumstation ISS - wann aber macht Matthias Maurer endlich das erste europäische Experiment? Naja, diesen Mittwoch war es im Prinzip soweit.

Aber: Eigentlich ist die Frage nach dem Beginn des ersten Experiments gar nicht so eindeutig zu beantworten. Die Astronautinnen und Astronauten sind auf der ISS nicht nur von einer Reihe ständig teilautomatisch laufender Experimente umgeben, viele Experimente beginnen sogar bereits vor dem eigentlichen Start der Mission. Und bei einigen Experimenten sind sie selber nicht nur die "Experimentatoren", sondern sogar selbst Gegenstand der Experimente. Nach wie vor sind nämlich viele Aspekte des "Menschen im Lebensraum Weltall" noch ein Feld mit vielen Fragezeichen. weiterlesen

Raumfahrt | 12. November 2021 | von GSOC-Team

Hatch Opening – das Ankommen auf der ISS

Quelle: NASA TV
Die Crew der Expedition 66 nach Ankunft der Crew-3 auf der Internationalen Raumstation ISS.

Das sogenannte „Hatch Opening“ – das Öffnen der Luke – ist nicht einfach nur eine schöne Inszenierung für die Kameras und die Öffentlichkeit, es ist tatsächlich auch für die Astronautinnen und Astronauten ein durchaus bemerkenswerter Moment. Da ist zum einen die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS, für die es seit oft vielen Wochen die ersten „anderen Menschen“ sind, die sie zu Gesicht bekommen – oft gute Freunde durch die gemeinsam durchgestandene Ausbildung und Missionsvorbereitung. Und da ist zum anderen die neu ankommende Mannschaft – voll Vorfreude, Tatendrang, mittendrin in der Verwirklichung eines Traums. weiterlesen

Raumfahrt | 11. November 2021 | von GSOC-Team

Matthias Maurer ist (endlich) gestartet

Quelle: NASA/Joel Kowsky
11. November 2021, 03:03 Uhr MEZ: Bilderbuchstart der SpaceX-Falcon-9-Rakete mit der Crew-3 an Bord der Dragon-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation ISS.

Eigentlich hätte Matthias Maurer bereits am 31. Oktober 2021 zur Internationalen Raumstation ISS starten sollen. Doch dann gab es – nicht unüblich in der Raumfahrt – mehrere Verschiebungen des Starts. Zum einen wegen schlechter Wetterbedingungen im Notlandegebiet und zum anderen wegen eines kleineren medizinischen Problems eines Crew-Mitglieds. Sicherheit geht immer vor. Seitens der NASA kam dann auch die Entscheidung, mit der Landung der vorherigen Dragon-Crew nicht mehr auf die Neuankömmlinge zu warten: So kommt es nicht zu einem buchstäblichen deutsch-französischen Gipfeltreffen auf der ISS zwischen den beiden ESA-Astronauten Thomas Pesquet und Matthias Maurer. Thomas landete bereits diesen Montag. Jetzt – endlich! – ist Matthias auch gestartet. weiterlesen

Raumfahrt | 08. Oktober 2021 | von Nicole Schmitz

Perseverance - jetzt wird der Name zum Programm

Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Perseverance-Selfie nach der erfolgreichen Probennahme.

Am 18. Februar 2021 ist der Rover "Perseverance" der NASA-Mission Mars 2020 sicher und wohlbehalten auf dem Mars gelandet. Nun kann die zunächst auf zwei Jahre angelegte Forschungsmission beginnen. Die DLR-Wissenschaftlerin Nicole Schmitz berichtet im DLR-Blog über den Verlauf der Mission und des Kamera-Experiments, an dem sie beteiligt ist. Sie ist im "Mastcam-Z"-Wissenschaftsteam, der Stereokamera auf dem etwa zwei Meter hohen Mast von Perseverance. weiterlesen

Raumfahrt | 21. September 2021 | von Celia Baumhoer

Befliegungskampagne auf dem Aletschgletscher

DLR-Wissenschaftler auf dem Weg über den Gletscher zur Konkordiahütte
Quelle: © DLR/Celia Baumhoer
Der Weg über den Gletscher zur Konkordiahütte

Der Aletschgletscher ist ein Gletscher der Superlative. Mit einer Länge von über 22 Kilometern und einer Mächtigkeit von bis zu 900 Metern ist er der größte Gletscher der Alpen. Ein Fünftel der gesamten Eismasse in der Schweiz wird alleine durch den Aletschgletscher gespeichert. Natürlich geht der Klimawandel auch am Aletschgletscher nicht spurlos vorüber. Wie hat sich die Schneebedeckung in den letzten Jahrzehnten in der Aletsch-Jungfrau-Region verändert? Wie viel Masse verliert der Gletscher pro Jahr? Diesen und weiteren Fragen geht Anfang September für zwei Wochen ein DLR-Team im Rahmen des Polar-Monitor-Projekts mit hochaufgelösten Luftbildern und verschiedenen Satellitensensoren auf den Grund. weiterlesen

Luftfahrt | 01. September 2021 | von Bernd Kärcher

Ruß im Flugzeug-Abgas und die Klimawirkung des Luftverkehrs

Kondensstreifen am Himmel
Quelle:DLR (CC BY-NC-ND 3.0)
Flugzeugtriebwerke stoßen Rußpartikel aus, die als „Kondensationskeime“ wirken. Kleine kalte Wassertropfen gefrieren sofort zu Eiskristallen und werden als Kondensstreifen am Himmel sichtbar.

Flugzeugemissionen sind mit zahlreichen Umweltproblemen verbunden. In der Forschung werden seit langem die verschiedenen Arten der Emissionen untersucht, um zu verstehen, wie der Luftverkehr die Zusammensetzung der Atmosphäre, die Bewölkung und das Klima verändert. Flugzeugkondensstreifen sind vom Menschen geschaffene Eiswolken. Meine Arbeit zeigte in den 1990er Jahren, dass die physikalischen Eigenschaften der weißen, hauchdünnen Spuren, die Flugzeuge in den Himmel malen, am besten durch ihre Rußemissionen erklärt werden können – Partikel aus schwarzem Kohlenstoff und kondensierbaren Substanzen wie etwa Schwefelsäure, die bei der Verbrennung von fossilem Treibstoff wie Kerosin entstehen. weiterlesen

Raumfahrt | 10. Juni 2021 | von Rolf Hempel

Ideale Aufnahmebedingungen für die SoFi 2021

Quelle: Rolf Hempel (CC BY-NC-ND 3.0)
Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis in Deutschland am 10. Juni 2021. Für eine hochaufgelöste Ansicht auf Flickr bitte hier klicken.

Heute war die erste Gelegenheit seit März 2015, in Deutschland eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Zudem stand die Sonne sehr hoch am Himmel, und die Luft war außergewöhnlich ruhig. Damit waren die Voraussetzungen ideal für detailreiche Fotos. Schnell hatte ich im Garten mein Teleskop aufgebaut. Es ist ein sogenannter "apochromatischer Refraktor", also ein Linsenteleskop mit besonders hoher Farbreinheit und kontrastreichem Bild. weiterlesen

Raumfahrt | 09. Juni 2021 | von Manfred Gaida

Eine Sonnenfinsternis ohne Korona

Quelle: ESO/Smrgeog
Eine ringförmige Sonnenfinsternis tritt auf, wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, aber die Sonnenscheibe nicht vollständig bedeckt, sodass ein Ring aus Licht entsteht.

Am 10. Juni 2021 ereignet sich von Kanada über Grönland und den Nordpol bis nach Sibirien hinwegziehend eine ringförmige Sonnenfinsternis. Der Mond befindet sich hierbei im erdfernen Abschnitt seiner Bahn und kann die Sonnenscheibe nicht vollständig bedecken. In weiten Teilen Nordamerikas, Europas und Asiens ist die Finsternis partiell sichtbar. Dabei gilt, je nördlicher der Beobachtungsstandort ist, desto größer und länger ist die partielle Phase. In Deutschland beginnt die partielle Finsternis um zirka 11:20 Uhr MESZ und endet gegen 13:50 Uhr MESZ. Die genauen Zeiten können hiervon für den jeweiligen Standort abweichen. Die nächste Sonnenfinsternis, die man von Europa (Ostgrönland, Westisland und Nordspanien) aus total sehen kann, findet am 12. August 2026 statt.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis hat für jeden Beobachter einen besonderen Reiz. Anders als bei einer totalen Sonnenfinsternis leuchtet kein strahlender Kranz, keine Korona um die vom Mond bedeckte Sonnenscheibe auf, sondern der Sonnenrand selber wird zu einem auffallend hellen Feuerring um die dunkle Neumondscheibe herum. Das ganze Schauspiel wird überall, wo man sich in der maximal 527 Kilometer breiten Ringschattenzone, der Antumbra des Mondes, befindet, bis zu knapp vier Minuten dauern. Und freilich wird auch dort der Taghimmel dann ein wenig dunkler werden, wenngleich nicht so sehr wie im Kernschatten einer totalen Sonnenfinsternis. weiterlesen

Luftfahrt | 08. Juni 2021 | von Florian Wozny

Durch CO2-Kompensationen klimaneutral Fliegen: Eine Zwischenlösung

Flugzeug am Himmel
Quelle: DLR/Alejandro Morellon (CC-BY 3.0)
Die umweltverträglichere Luftfahrt der Zukunft – Zwischenziel klimaneutrales Fliegen

Seit 2021 müssen Fluggesellschaften Emissionen auf internationalen Flügen ausgleichen, die über den durchschnittlichen Werten des Jahres 2019 liegen. Dies geschieht mithilfe von CO2-Kompensationsprojekten, die beispielsweise in erneuerbare Energien oder den Erhalt von Wäldern investieren, also Treibhausgasemissionen reduzieren oder speichern. Hierfür werden anschließend Gutschriften ausgestellt. Die Klimawirkung der Gutschriften hängt allerdings stark von den zugrundeliegenden Projekttypen ab. In einem neuen DLR-Diskussionspapier zeigen mein Team und ich die Grenzen der Kompensationspflicht auf.

Steigende Treibstoffkosten haben bereits zu Investitionen der Fluggesellschaften in technologische Weiterentwicklungen geführt, da sie etwa ein Drittel der gesamten Betriebskosten ausmachen. So wurden zum Beispiel die Antriebe und Verbrennungsprozesse über die Jahre verbessert. Pro Jahr sinkt der Treibstoffverbrauch um etwa zwei Prozent. Die Umweltvorteile wurden jedoch durch die enorme Zunahme an Luftverkehr egalisiert. Die Politik steht vor einem Dilemma. weiterlesen