Raumfahrt | 25. Mai 2020 | von Stefan Dech

10 Jahre "First Light" für SOFIA

Quelle: NASA/SOFIA Star Field: NASA/Hubble
Die Linien zeigen die Magnetfelder, die über ein Bild des staubigen Rings um das massive Schwarze Loch der Milchstraße geschichtet sind. Die Y-förmige Struktur ist das warme Material, das auf das Schwarze Loch fällt. Das Schwarze Loch befindet sich in der Nähe des Schnittpunktes der beiden Arme des Y. Die Linien zeigen, dass das Magnetfeld der Form der staubigen Struktur sehr genau folgt. Jeder der blauen Arme hat sein eigenes Feld, das sich völlig vom Rest des Rings unterscheidet und in rosa dargestellt ist.

Am 26. Mai 2020 feierte SOFIA, das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, sein zehnjähriges "First-Light"-Jubiläum. Während ihres ersten Inbetriebnahme-Fluges am 26. Mai 2010 beobachtete SOFIA das Innere des Jupiters und die Galaxie Messier 82, um einen Blick auf die Entstehung zehntausender Sterne zu werfen. Seitdem haben SOFIAs Beobachtungen im Infrarotlicht, das für das menschliche Auge unsichtbar ist, viele neue wissenschaftliche Entdeckungen über das verborgene Universum ermöglicht.##markend##

Quelle:NASA/SOFIA/Pabst et al.
Der Wind vom neugeborenen Stern im Herzen des Orionnebels erzeugt die Blase (schwarz) und verhindert die Bildung neuer Sterne in seiner Nachbarschaft. Gleichzeitig drückt der Wind molekulares Gas (Farbe) an die Ränder, wodurch eine dichte Schale um die Blase herum entsteht, in der sich Sterne der zukünftigen Generation bilden können.

Aber warum ist das ferne Infrarot-Spektrum für die Astronomie so wichtig? Seit dem Ende des dunklen Zeitalters (als das Universum etwa 200 Millionen Jahre alt war) wurde ungefähr die Hälfte der elektromagnetischen Energie im Universum in Ferninfrarotstrahlung umgewandelt. Dies liegt daran, dass das erzeugte und ausgestrahlte Licht der ersten Sterne und Galaxien vom interstellaren Gas und Staub absorbiert und im fernen Infrarotbereich wieder ausgestrahlt wird.

Die Beobachtungen von SOFIA haben unter anderem die Entdeckung des ersten Molekültyps des Universums im Weltraum (Helium-Hydrid) ermöglicht und neue Details über die Geburt und den Tod von Sternen und Planeten enthüllt. SOFIA konnte außerdem erklären, was supermassive Schwarze Löcher antreibt und wie sich Galaxien entwickeln und hat zudem die Debatte über den Ursprung der Ozeane der Erde angeheizt.

Quelle: NASA/ESA/Hubble Processing: Judy Schmidt
Bild des planetarischen Nebels NGC7027 mit der Darstellung von Heliumhydrid-Molekülen. In diesem Planetarischen Nebel entdeckte SOFIA Heliumhydrid, eine Kombination aus Helium (rot) und Wasserstoff (blau). Dabei handelt es sich um die erste Molekülart, die sich im frühen Universum gebildet hat. Es war das erste Mal, dass Heliumhydrid im modernen Universum gefunden wurde.

Diese Entdeckungen werden uns helfen, einige der spannendsten Fragen der Menscheit zu beantworten: Wie hat sich das Universum seit dem Urknall verändert? Und gibt es Leben in anderen Sonnen- und Planetensystemen, das dem unseren ähnlich ist? Die Fähigkeiten von SOFIA sind für die Beantwortung dieser Fragen von entscheidender Bedeutung. In Ergänzung mit anderen weltraum- und bodengebundenen Observatorien aller Wellenlängenbereiche ist SOFIA ein essenzielles Observatorium für Astronomen weltweit.

Weitere Einzelheiten zu den wichtigsten Publikationen der letzten zehn Jahre finden Sie im Artikel "10 Jahre First Light Flight" des Deutschen SOFIA Instituts (DSI)

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Über den Autor

Dr.-Ing. Alessandra Roy studierte Astronomie an der Universität von Bologna (Italien). Sie promovierte in Geodäsie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Sie arbeitete fast 16 Jahre lang an der Universität Bonn und am Max-Plank-Institut für Radioastronomie . zur Autorenseite