Raumfahrt | 10. Juni 2021 | von Thomas Berger

Ideale Aufnahmebedingungen für die SoFi 2021

Quelle: Rolf Hempel (CC BY-NC-ND 3.0)
Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis in Deutschland am 10. Juni 2021. Für eine hochaufgelöste Ansicht auf Flickr bitte hier klicken.

Heute war die erste Gelegenheit seit März 2015, in Deutschland eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Zudem stand die Sonne sehr hoch am Himmel, und die Luft war außergewöhnlich ruhig. Damit waren die Voraussetzungen ideal für detailreiche Fotos. Schnell hatte ich im Garten mein Teleskop aufgebaut. Es ist ein sogenannter "apochromatischer Refraktor", also ein Linsenteleskop mit besonders hoher Farbreinheit und kontrastreichem Bild.##markend##

Ganz wichtig ist bei der Sonnenbeobachtung die Abschwächung der gigantischen Lichtfülle, damit weder die Augen noch die Kamera Schäden davontragen. Ich verwende dazu einen Strahlenteiler, der nur ein Prozent des Sonnenlichts zur Seite herausleitet und den Rest unschädlich macht. Dahinter kommen dann noch zwei Filter, ein „Solar Continuum-Filter“ zur Kontraststeigerung, und ein Neutralgraufilter zur weiteren Lichtabschwächung um einen Faktor 1000. Insgesamt wird damit das Sonnenlicht auf weniger als ein Hunderttausendstel reduziert, und das bei optimalem Kontrast.

Quelle: Rolf Hempel (CC BY-NC-ND 3.0)

Für die Fotos habe ich eine Vollformat-Spiegelreflexkamera vom Typ Canon 5D MKII an das Teleskop angeschlossen. Der Refraktor zusammen mit einem 1,4x-Telekonverter wirkt dann wie ein Super-Teleobjektiv mit 1680mm Brennweite. Erst bei einer solchen Vergrößerung sind kleinräumige Details auf der Sonnenscheibe erkennbar.

Besonders interessant ist bei einer Sonnenfinsternis der gezackte Mondrand vor der Sonnenscheibe. Hier sieht man tatsächlich Berge und Täler auf dem Mond. Auf der Sonne selbst sind Sonnenflecken als kleine dunkle Punkte und hellere Fackelgebiete, vor allem in Randnähe, erkennbar.

Die nächste partielle Sonnenfinsternis können wir von Deutschland aus am 25. Oktober 2022 beobachten, sofern das Wetter mitspielt.

TrackbackURL

Über den Autor

Rolf Hempel startete 1992 gemeinsam mit drei Kollegen die internationale "Message-Passing-Interface"-Initiative. Das dort entstandene Programmiermodell MPI ist bis heute der vorherrschende Standard im Hochleistungsrechnen. Seit 2001 ist er im DLR. Hier leitete er zunächst die Einrichtung Simulations- und Softwaretechnik und seit 2019 das Institut für Softwaretechnologie. zur Autorenseite