Raumfahrt | 08. Oktober 2021 | von Nicole Schmitz

Perseverance - jetzt wird der Name zum Programm

Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Perseverance-Selfie nach der erfolgreichen Probennahme.

Am 18. Februar 2021 ist der Rover "Perseverance" der NASA-Mission Mars 2020 sicher und wohlbehalten auf dem Mars gelandet. Nun kann die zunächst auf zwei Jahre angelegte Forschungsmission beginnen. Die DLR-Wissenschaftlerin Nicole Schmitz berichtet im DLR-Blog über den Verlauf der Mission und des Kamera-Experiments, an dem sie beteiligt ist. Sie ist im "Mastcam-Z"-Wissenschaftsteam, der Stereokamera auf dem etwa zwei Meter hohen Mast von Perseverance. weiterlesen

Raumfahrt | 21. September 2021 | von Celia Baumhoer

Befliegungskampagne auf dem Aletschgletscher

DLR-Wissenschaftler auf dem Weg über den Gletscher zur Konkordiahütte
Quelle: © DLR/Celia Baumhoer
Der Weg über den Gletscher zur Konkordiahütte

Der Aletschgletscher ist ein Gletscher der Superlative. Mit einer Länge von über 22 Kilometern und einer Mächtigkeit von bis zu 900 Metern ist er der größte Gletscher der Alpen. Ein Fünftel der gesamten Eismasse in der Schweiz wird alleine durch den Aletschgletscher gespeichert. Natürlich geht der Klimawandel auch am Aletschgletscher nicht spurlos vorüber. Wie hat sich die Schneebedeckung in den letzten Jahrzehnten in der Aletsch-Jungfrau-Region verändert? Wie viel Masse verliert der Gletscher pro Jahr? Diesen und weiteren Fragen geht Anfang September für zwei Wochen ein DLR-Team im Rahmen des Polar-Monitor-Projekts mit hochaufgelösten Luftbildern und verschiedenen Satellitensensoren auf den Grund. weiterlesen

Luftfahrt | 01. September 2021 | von Bernd Kärcher

Ruß im Flugzeug-Abgas und die Klimawirkung des Luftverkehrs

Kondensstreifen am Himmel
Quelle:DLR (CC BY-NC-ND 3.0)
Flugzeugtriebwerke stoßen Rußpartikel aus, die als „Kondensationskeime“ wirken. Kleine kalte Wassertropfen gefrieren sofort zu Eiskristallen und werden als Kondensstreifen am Himmel sichtbar.

Flugzeugemissionen sind mit zahlreichen Umweltproblemen verbunden. In der Forschung werden seit langem die verschiedenen Arten der Emissionen untersucht, um zu verstehen, wie der Luftverkehr die Zusammensetzung der Atmosphäre, die Bewölkung und das Klima verändert. Flugzeugkondensstreifen sind vom Menschen geschaffene Eiswolken. Meine Arbeit zeigte in den 1990er Jahren, dass die physikalischen Eigenschaften der weißen, hauchdünnen Spuren, die Flugzeuge in den Himmel malen, am besten durch ihre Rußemissionen erklärt werden können – Partikel aus schwarzem Kohlenstoff und kondensierbaren Substanzen wie etwa Schwefelsäure, die bei der Verbrennung von fossilem Treibstoff wie Kerosin entstehen. weiterlesen

Raumfahrt | 10. Juni 2021 | von Rolf Hempel

Ideale Aufnahmebedingungen für die SoFi 2021

Quelle: Rolf Hempel (CC BY-NC-ND 3.0)
Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis in Deutschland am 10. Juni 2021. Für eine hochaufgelöste Ansicht auf Flickr bitte hier klicken.

Heute war die erste Gelegenheit seit März 2015, in Deutschland eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Zudem stand die Sonne sehr hoch am Himmel, und die Luft war außergewöhnlich ruhig. Damit waren die Voraussetzungen ideal für detailreiche Fotos. Schnell hatte ich im Garten mein Teleskop aufgebaut. Es ist ein sogenannter "apochromatischer Refraktor", also ein Linsenteleskop mit besonders hoher Farbreinheit und kontrastreichem Bild. weiterlesen

Raumfahrt | 09. Juni 2021 | von Manfred Gaida

Eine Sonnenfinsternis ohne Korona

Quelle: ESO/Smrgeog
Eine ringförmige Sonnenfinsternis tritt auf, wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, aber die Sonnenscheibe nicht vollständig bedeckt, sodass ein Ring aus Licht entsteht.

Am 10. Juni 2021 ereignet sich von Kanada über Grönland und den Nordpol bis nach Sibirien hinwegziehend eine ringförmige Sonnenfinsternis. Der Mond befindet sich hierbei im erdfernen Abschnitt seiner Bahn und kann die Sonnenscheibe nicht vollständig bedecken. In weiten Teilen Nordamerikas, Europas und Asiens ist die Finsternis partiell sichtbar. Dabei gilt, je nördlicher der Beobachtungsstandort ist, desto größer und länger ist die partielle Phase. In Deutschland beginnt die partielle Finsternis um zirka 11:20 Uhr MESZ und endet gegen 13:50 Uhr MESZ. Die genauen Zeiten können hiervon für den jeweiligen Standort abweichen. Die nächste Sonnenfinsternis, die man von Europa (Ostgrönland, Westisland und Nordspanien) aus total sehen kann, findet am 12. August 2026 statt.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis hat für jeden Beobachter einen besonderen Reiz. Anders als bei einer totalen Sonnenfinsternis leuchtet kein strahlender Kranz, keine Korona um die vom Mond bedeckte Sonnenscheibe auf, sondern der Sonnenrand selber wird zu einem auffallend hellen Feuerring um die dunkle Neumondscheibe herum. Das ganze Schauspiel wird überall, wo man sich in der maximal 527 Kilometer breiten Ringschattenzone, der Antumbra des Mondes, befindet, bis zu knapp vier Minuten dauern. Und freilich wird auch dort der Taghimmel dann ein wenig dunkler werden, wenngleich nicht so sehr wie im Kernschatten einer totalen Sonnenfinsternis. weiterlesen

Luftfahrt | 08. Juni 2021 | von Florian Wozny

Durch CO2-Kompensationen klimaneutral Fliegen: Eine Zwischenlösung

Flugzeug am Himmel
Quelle: DLR/Alejandro Morellon (CC-BY 3.0)
Die umweltverträglichere Luftfahrt der Zukunft – Zwischenziel klimaneutrales Fliegen

Seit 2021 müssen Fluggesellschaften Emissionen auf internationalen Flügen ausgleichen, die über den durchschnittlichen Werten des Jahres 2019 liegen. Dies geschieht mithilfe von CO2-Kompensationsprojekten, die beispielsweise in erneuerbare Energien oder den Erhalt von Wäldern investieren, also Treibhausgasemissionen reduzieren oder speichern. Hierfür werden anschließend Gutschriften ausgestellt. Die Klimawirkung der Gutschriften hängt allerdings stark von den zugrundeliegenden Projekttypen ab. In einem neuen DLR-Diskussionspapier zeigen mein Team und ich die Grenzen der Kompensationspflicht auf.

Steigende Treibstoffkosten haben bereits zu Investitionen der Fluggesellschaften in technologische Weiterentwicklungen geführt, da sie etwa ein Drittel der gesamten Betriebskosten ausmachen. So wurden zum Beispiel die Antriebe und Verbrennungsprozesse über die Jahre verbessert. Pro Jahr sinkt der Treibstoffverbrauch um etwa zwei Prozent. Die Umweltvorteile wurden jedoch durch die enorme Zunahme an Luftverkehr egalisiert. Die Politik steht vor einem Dilemma. weiterlesen

Raumfahrt | 25. Mai 2021 | von Ulrich Köhler

Vor 60 Jahren: JFK eröffnet den Wettlauf zum Mond

Quelle: JFK Library
25. Mai 1961: John F. Kennedy wirbt vor dem US-Kongress für einen bemannten Raumflug zum Mond.

Bedeutende Reden und große Worte tragen oft erheblich zum Ruhm und Nachruhm berühmter Männer und Frauen bei, umso mehr, wenn diese dann auch Wirkung entfalten. Da wir hier über Raumfahrt reden, sei einmal mehr der kleine Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit zitiert, den Neil Armstrong 1969 bei seinem Hüpfer von der untersten Sprosse der Leiter der Mondfähre Eagle über Funk ins Kontrollzentrum der NASA nach Houston und von dort in alle Welt funkte. Oder davor 1961 Juri Gagarins Pojechali (auf geht's!). weiterlesen

Raumfahrt | 22. März 2021 | von Manfred Gottwald

Mit den Prinzipien der Malerei – Satellitenbilder in Echtfarben mit 3D-Effekt

Die physische Karte des Nördlinger Ries, abgeleitet aus einem farbkodierten, schräg beleuchteten digitalen Höhenmodell von TanDEM-X
Quelle: © DLR
Die physische Karte des Nördlinger Ries, abgeleitet aus einem farbkodierten, schräg beleuchteten digitalen Höhenmodell von TanDEM-X

Wie lässt sich der Eindruck von Dreidimensionalität auf einem zweidimensionalen Medium erzeugen? In der Kunst stellte sich diese Frage bereits vor Jahrhunderten. Bestimmte Maltechniken haben sich seitdem entwickelt, um Licht- und Schatteneffekte zu simulieren, sodass für den Betrachtenden ein 3D-Effekt entsteht. Solche Effekte werden auch "Trompe-l’œil" genannt – sie "täuschen das Auge".

Erdbeobachtungssatelliten mit Multispektralsensoren liefern Darstellungen in natürlichen Farben wenn man ihren Rot-, Grün- und Blau-Kanal (RGB) kombiniert. Sie wirken aber meist etwas "flach". Für attraktive plastische Darstellungen muss ihnen erst "dreidimensionales Leben eingehaucht werden". Dies gelingt, wenn wir uns in der Wissenschaft an bewährten Methoden aus der Kunst orientieren. Dazu benötigt man aber die Höheninformation. weiterlesen

Raumfahrt | 16. März 2021 | von Alessandra Roy

Auf Wiedersehen, SOFIA

Quelle: Flughafen Köln/Bonn CGN
SOFIA landet am 4. Februar 2021 um 15:33 Uhr am Köln Bonn Airport.

Heute verlässt das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie Deutschland und kehrt nach anderthalb Monaten Einsatz zu seiner Heimatbasis in Palmdale (Kalifornien) zurück. SOFIA war am 4. Februar 2021 bei strahlendem Sonnenschein am Flughafen Köln/Bonn gelandet und hat im Anschluss die erste vollständige Wissenschaftskampagne in Deutschland absolviert. Was mich betrifft: Dies war mein allererstes "Deployment", denn normalerweise begleite ich unsere fliegende Sternwarte nicht, wenn sie etwa von Neuseeland aus über den Südhimmel fliegt und das Galaktische Zentrum unserer Milchstraße beobachtet. weiterlesen

Raumfahrt | 09. März 2021 | von Jess Bunchek

EDEN ISS - Gemüseanbau im ewigen Eis: Reise in die Antarktis

Quelle: DLR/NASA/Jess Bunchek
Die Station Neumayer III in der Antarktis.

Seit 2018 steht das Gewächshaus EDEN ISS des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Antarktis. Hier wird erprobt, wie die Gemüsezucht auf bemannten Weltraummissionen zu Mond und Mars gelingen kann und wie zukünftig Nahrungsmittel in klimatisch ungünstigen Gebieten produziert werden können. Für die Überwinterung 2021 ist die Pflanzenwissenschaftlerin Jess Bunchek vom Kennedy Space Center der NASA als Gastforscherin des DLR ein Jahr im ewigen Eis. Am 20. Dezember 2020 stach das AWI-Forschungsschiff Polarstern von Bremerhaven aus in See. Nach einer rund einmonatigen Non-Stop-Reise über den Atlantik erreichte sie im Januar 2021 die Antarktis. Im DLR-Blog berichtet Jess Bunchek über ihren spannenden Forschungsaufenthalt auf dem kältesten Kontinent der Erde.

Für gewöhnlich erreicht man die Station Neumayer III in der Antarktis per Flugzeug. Aber wie wir alle wissen, war das letzte Jahr alles andere als gewöhnlich. Angesichts der Reisebeschränkungen und gestrichenen Flüge hat uns das Alfred-Wegener-Institut (AWI), Betreiber der Neumayer-Station, den Schiffstransport als Alternative angeboten. Der Eisbrecher FS Polarstern fährt zu Versorgungszwecken ohnehin jedes Jahr von Deutschland zur Neumayer-Station und kann dabei auch gleich noch ein paar Passagiere mitnehmen - eine Corona-sichere Lösung für das AWI. weiterlesen