Artikel zu "Raumfahrt"

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Raumfahrt | 10. Juni 2021 | von Rolf Hempel

Ideale Aufnahmebedingungen für die SoFi 2021

Quelle: Rolf Hempel (CC BY-NC-ND 3.0)
Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis in Deutschland am 10. Juni 2021. Für eine hochaufgelöste Ansicht auf Flickr bitte hier klicken.

Heute war die erste Gelegenheit seit März 2015, in Deutschland eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Zudem stand die Sonne sehr hoch am Himmel, und die Luft war außergewöhnlich ruhig. Damit waren die Voraussetzungen ideal für detailreiche Fotos. Schnell hatte ich im Garten mein Teleskop aufgebaut. Es ist ein sogenannter "apochromatischer Refraktor", also ein Linsenteleskop mit besonders hoher Farbreinheit und kontrastreichem Bild. weiterlesen

Raumfahrt | 09. Juni 2021 | von Manfred Gaida

Eine Sonnenfinsternis ohne Korona

Quelle: ESO/Smrgeog
Eine ringförmige Sonnenfinsternis tritt auf, wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, aber die Sonnenscheibe nicht vollständig bedeckt, sodass ein Ring aus Licht entsteht.

Am 10. Juni 2021 ereignet sich von Kanada über Grönland und den Nordpol bis nach Sibirien hinwegziehend eine ringförmige Sonnenfinsternis. Der Mond befindet sich hierbei im erdfernen Abschnitt seiner Bahn und kann die Sonnenscheibe nicht vollständig bedecken. In weiten Teilen Nordamerikas, Europas und Asiens ist die Finsternis partiell sichtbar. Dabei gilt, je nördlicher der Beobachtungsstandort ist, desto größer und länger ist die partielle Phase. In Deutschland beginnt die partielle Finsternis um zirka 11:20 Uhr MESZ und endet gegen 13:50 Uhr MESZ. Die genauen Zeiten können hiervon für den jeweiligen Standort abweichen. Die nächste Sonnenfinsternis, die man von Europa (Ostgrönland, Westisland und Nordspanien) aus total sehen kann, findet am 12. August 2026 statt.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis hat für jeden Beobachter einen besonderen Reiz. Anders als bei einer totalen Sonnenfinsternis leuchtet kein strahlender Kranz, keine Korona um die vom Mond bedeckte Sonnenscheibe auf, sondern der Sonnenrand selber wird zu einem auffallend hellen Feuerring um die dunkle Neumondscheibe herum. Das ganze Schauspiel wird überall, wo man sich in der maximal 527 Kilometer breiten Ringschattenzone, der Antumbra des Mondes, befindet, bis zu knapp vier Minuten dauern. Und freilich wird auch dort der Taghimmel dann ein wenig dunkler werden, wenngleich nicht so sehr wie im Kernschatten einer totalen Sonnenfinsternis. weiterlesen

Raumfahrt | 25. Mai 2021 | von Ulrich Köhler

Vor 60 Jahren: JFK eröffnet den Wettlauf zum Mond

Quelle: JFK Library
25. Mai 1961: John F. Kennedy wirbt vor dem US-Kongress für einen bemannten Raumflug zum Mond.

Bedeutende Reden und große Worte tragen oft erheblich zum Ruhm und Nachruhm berühmter Männer und Frauen bei, umso mehr, wenn diese dann auch Wirkung entfalten. Da wir hier über Raumfahrt reden, sei einmal mehr der kleine Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit zitiert, den Neil Armstrong 1969 bei seinem Hüpfer von der untersten Sprosse der Leiter der Mondfähre Eagle über Funk ins Kontrollzentrum der NASA nach Houston und von dort in alle Welt funkte. Oder davor 1961 Juri Gagarins Pojechali (auf geht's!). weiterlesen

Raumfahrt | 22. März 2021 | von Manfred Gottwald

Mit den Prinzipien der Malerei – Satellitenbilder in Echtfarben mit 3D-Effekt

Die physische Karte des Nördlinger Ries, abgeleitet aus einem farbkodierten, schräg beleuchteten digitalen Höhenmodell von TanDEM-X
Quelle: © DLR
Die physische Karte des Nördlinger Ries, abgeleitet aus einem farbkodierten, schräg beleuchteten digitalen Höhenmodell von TanDEM-X

Wie lässt sich der Eindruck von Dreidimensionalität auf einem zweidimensionalen Medium erzeugen? In der Kunst stellte sich diese Frage bereits vor Jahrhunderten. Bestimmte Maltechniken haben sich seitdem entwickelt, um Licht- und Schatteneffekte zu simulieren, sodass für den Betrachtenden ein 3D-Effekt entsteht. Solche Effekte werden auch "Trompe-l’œil" genannt – sie "täuschen das Auge".

Erdbeobachtungssatelliten mit Multispektralsensoren liefern Darstellungen in natürlichen Farben wenn man ihren Rot-, Grün- und Blau-Kanal (RGB) kombiniert. Sie wirken aber meist etwas "flach". Für attraktive plastische Darstellungen muss ihnen erst "dreidimensionales Leben eingehaucht werden". Dies gelingt, wenn wir uns in der Wissenschaft an bewährten Methoden aus der Kunst orientieren. Dazu benötigt man aber die Höheninformation. weiterlesen

Raumfahrt | 16. März 2021 | von Alessandra Roy

Auf Wiedersehen, SOFIA

Quelle: Flughafen Köln/Bonn CGN
SOFIA landet am 4. Februar 2021 um 15:33 Uhr am Köln Bonn Airport.

Heute verlässt das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie Deutschland und kehrt nach anderthalb Monaten Einsatz zu seiner Heimatbasis in Palmdale (Kalifornien) zurück. SOFIA war am 4. Februar 2021 bei strahlendem Sonnenschein am Flughafen Köln/Bonn gelandet und hat im Anschluss die erste vollständige Wissenschaftskampagne in Deutschland absolviert. Was mich betrifft: Dies war mein allererstes "Deployment", denn normalerweise begleite ich unsere fliegende Sternwarte nicht, wenn sie etwa von Neuseeland aus über den Südhimmel fliegt und das Galaktische Zentrum unserer Milchstraße beobachtet. weiterlesen

Raumfahrt | 09. März 2021 | von Jess Bunchek

EDEN ISS - Gemüseanbau im ewigen Eis: Reise in die Antarktis

Quelle: DLR/NASA/Jess Bunchek
Die Station Neumayer III in der Antarktis.

Seit 2018 steht das Gewächshaus EDEN ISS des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Antarktis. Hier wird erprobt, wie die Gemüsezucht auf bemannten Weltraummissionen zu Mond und Mars gelingen kann und wie zukünftig Nahrungsmittel in klimatisch ungünstigen Gebieten produziert werden können. Für die Überwinterung 2021 ist die Pflanzenwissenschaftlerin Jess Bunchek vom Kennedy Space Center der NASA als Gastforscherin des DLR ein Jahr im ewigen Eis. Am 20. Dezember 2020 stach das AWI-Forschungsschiff Polarstern von Bremerhaven aus in See. Nach einer rund einmonatigen Non-Stop-Reise über den Atlantik erreichte sie im Januar 2021 die Antarktis. Im DLR-Blog berichtet Jess Bunchek über ihren spannenden Forschungsaufenthalt auf dem kältesten Kontinent der Erde.

Für gewöhnlich erreicht man die Station Neumayer III in der Antarktis per Flugzeug. Aber wie wir alle wissen, war das letzte Jahr alles andere als gewöhnlich. Angesichts der Reisebeschränkungen und gestrichenen Flüge hat uns das Alfred-Wegener-Institut (AWI), Betreiber der Neumayer-Station, den Schiffstransport als Alternative angeboten. Der Eisbrecher FS Polarstern fährt zu Versorgungszwecken ohnehin jedes Jahr von Deutschland zur Neumayer-Station und kann dabei auch gleich noch ein paar Passagiere mitnehmen - eine Corona-sichere Lösung für das AWI. weiterlesen

Raumfahrt | 23. Februar 2021 | von Nicole Schmitz

"Wir" sind auf dem Mars! Es geht los!

Quelle: NASA/JPL-Caltech
Erstes, hochauflösendes Farbbild von der Landestelle im Krater Jezero, aufgenommen von der sogenannten Hazard Avoidance Camera (HazCam).

Am 18. Februar 2021 ist der Rover "Perseverance" der NASA-Mission Mars 2020 sicher und wohlbehalten auf dem Mars gelandet. Nun kann die zunächst auf zwei Jahre angelegte Forschungsmission beginnen. Die DLR-Wissenschaftlerin Nicole Schmitz wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Frank Preusker im DLR-Blog regelmäßig über den Verlauf der Mission und des Kamera-Experiments berichten, an dem sie beteiligt sind. Beide sind im "Mastcam-Z"-Wissenschaftsteam, der Stereokamera auf dem etwa zwei Meter hohen Mast von Perseverance.

Wir sind auf dem Mars! Mit diesem Gedanken wache ich momentan täglich auf. Natürlich sind nicht "wir" auf dem Mars, aber ein bisschen fühlt es sich so an, seit Perseverance, der Rover der NASA-Mission Mars 2020, am Donnerstag, dem 18. Februar, um 21:55 Uhr MEZ auf dem Marsboden im Jezero Krater gelandet ist. Ganz sanft abgesetzt vom Sky Crane, dem Himmelskran, der auch schon Curiosity vor fast neun Jahren sicher im Krater Gale abgeliefert hatte. Abgeliefert? Das war ein Raumfahrtmanöver der Extraklasse, und erst das ermöglicht es uns Wissenschaftlern, jetzt mit den Aufgaben der Mission zu beginnen. weiterlesen

Raumfahrt | 15. Dezember 2020 | von Manfred Gaida

Das weihnachtliche Rendezvous von Jupiter und Saturn

Quelle: Sternwarte Kraichtal
Die schematische Aufsicht auf unser Planetensystem zeigt die Konstellation von Erde, Jupiter und Saturn zum Zeitpunkt der diesjährigen großen Konjunktion.

Wenige Tage vor dem diesjährigen Weihnachtsfest, am 21. Dezember, haben sich der König der Planeten, Jupiter, und der Ringplanet Saturn zu einem besonderen Rendezvous am Himmel verabredet: zu einer großen Konjunktion. Dann stehen beide Riesenplaneten für den irdischen Beobachter am Firmament so eng beieinander, dass sie dem bloßen Auge nahezu wie ein einziger Lichtpunkt erscheinen. Schon einige Tage zuvor und danach wird man am Himmel verfolgen können, wie sich beide Planeten scheinbar immer mehr annähern und dann wieder voneinander entfernen. weiterlesen

Raumfahrt | 03. Dezember 2020 | von Ulrich Köhler

»Sample Return« - Königsklasse der Raumfahrt

Abtrennen der Probenkapsel bei der Rückkehr der japanischen Raumsonde Hayabusa2 zur Erde am 5. Dezember 2020
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Abtrennen der Probenkapsel bei der Rückkehr der japanischen Raumsonde Hayabusa2 zur Erde am 5. Dezember 2020 (künstlerische Darstellung).

Wenn es 2020 eine Branche oder Wissenschaftsdisziplin gibt, in der das vermaledeite "C-Wort" relativ wenige Spuren hinterlassen hat, dann ist es: die Raumfahrt. Alles fliegt und fällt, Newton und Kepler lassen grüßen. Es führt halt auch kein Weg daran vorbei: Wenn mal eine der teuren Metallkisten in der Erdumlaufbahn oder in den Tiefen des Sonnensystems unterwegs ist, mit oder ohne wertvolle humanbiologische Fracht, dann muss sich jemand am Ende und am Boden auch darum kümmern, dass es weitergeht. Aus naheliegenden Gründen darf die Kontrolle darüber nicht einfach aufgegeben werden, denn das würde ja in den meisten Fällen zum Totalverlust des immer sehr wertvollen Fluggeräts führen. weiterlesen