Artikel zu "Planetenforschung"

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Raumfahrt | 03. November 2023

Lucy-Vorbeiflug mit Entdeckung: Dinkinesh hat einen Begleiter

Der Asteroid Dinkinesh und sein Begleiter
Quelle: NASA/Goddard/SwRI/Johns Hopkins APL/NOAO
Das Bild zeigt den „Mondaufgang“ des Begleiters von Dinkinesh, wie er hinter dem Asteroiden auftaucht und von der Kamera, dem Lucy Long-Range Reconnaissance Imager (L'LORRI) festgehalten wurde. Das Bild wurde aus einer Entfernung von etwa 430 Kilometer um 17.55 Uhr MEZ (16:55 UTC) am 1. November 2023 aufgenommen, eine Minute nach der größten Annäherung. Aus dieser Perspektive befindet sich der Satellit hinter dem primären Asteroiden. Das Bild wurde geschärft und bearbeitet, um den Kontrast zu erhöhen.

Die NASA-Raumsonde Lucy passierte am Abend des 1. November 2023 wie geplant um 17.54 Uhr MEZ in 425 Kilometer Entfernung ihr erstes Ziel, den Hauptgürtel-Asteroiden (152830) Dinkinesh mit einer Geschwindigkeit von 16.200 Kilometer in der Stunde. Erste zur Erde übertragene Aufnahmen der Kamera an Bord von Lucy offenbarten eine Überraschung, oder genauer, sie bestätigten eine Vermutung: Dinkinesh, mit seinem größten Durchmesser von etwa 790 Metern, wird von einem kleineren Begleiter mit etwa 220 Metern Durchmesser umkreist. weiterlesen

Raumfahrt | 30. Oktober 2023 | von Ulrich Köhler

Neues, erstes Ziel für die Sonde Lucy: Besuch bei Dinkinesh, „der Wunderbaren“

Vorbeiflug der Raumsonde Lucy am Asteroiden Dinkinesh
Quelle: NASA/GSFC
Am 1. November 2023 wird die NASA-Raumsonde Lucy in 425 Kilometern am nur etwa 760 Meter großen Asteroiden (152830) Dinkinesh vorbeifliegen und dabei zum einen das Zielsystem für die wissenschaftlichen Experimente testen, aber auch Aufnahmen machen und Messungen durchführen (künstlerische Darstellung).

Vor fast genau zwei Jahren startete die NASA die Mission Lucy mit einer bei der Erforschung des Sonnensystems neuen, ungewöhnlichen Aufgabe: Die Raumsonde wird von 2027 bis 2033 einige als „Trojaner“ bezeichnete Asteroiden untersuchen, die dem Planeten Jupiter auf dessen Bahn um die Sonne 60 Bogengrad vorauslaufen und hinterhereilen. Lucy, das ist dieses Mal nicht, wie sonst so häufig, eine Abkürzung für eine Aneinanderreihung technischer Begriffe, sondern die Benennung der Mission nach einem fossilen Bindeglied zwischen aufrecht gehenden Menschenaffen und den ersten Menschen. Im übertragenen Sinne geht es bei dieser Mission, wie so oft bei der Untersuchung von Asteroiden, darum, die früheste Zeit des Sonnensystems besser zu verstehen. Wie sind vor etwas mehr als viereinhalb Milliarden Jahren aus Molekülketten, dann Staub und Gas und bald darauf den ersten Planetesimalen schließlich die Planeten unseres Sonnensystems entstanden? Jetzt wird Lucy aber erst einmal an einem ‚konventionellen‘ Asteroiden im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter vorbeigelenkt. weiterlesen

Raumfahrt | 09. Oktober 2023 | von Ulrich Köhler

Öfter mal was Neues: Die NASA-Sonde Psyche startet, um ab 2029 erstmals einen Asteroiden aus Metall zu untersuchen

Die Raumsonde Psyche untersucht ab 2029 den gleichnamigen Asteroiden.
Quelle: NASA/JPL-Caltech
Wenn die Raumsonde Psyche den gleichnamigen Asteroiden (16) Psyche ab 2029 untersuchen wird: Werden die Landschaften auf diesem metallreichen Asteroiden so bizarr aussehen, wie es sich ein Künstler für die jüngste NASA-Mission auf Grundlage der von der Wissenschaft angenommenen Modelle vorstellt? Was auch immer von Psyche zur Erde an Fotos übertragen wird – diese Mission ist ein Novum in der Raumfahrt und Planetenforschung.

Wer denkt, dass es in der nunmehr 66 Jahre „alten“ Raumfahrt alles schon einmal gegeben hat, der kann auch heute immer noch Überraschungen erleben. Am 12. Oktober 2023 beginnt die NASA-Mission Psyche, die ab 2029 einen Himmelskörper untersuchen wird, dessen Eigenschaften bei allen bisherigen Objekten der Planetenforschung noch nie angetroffen wurden. Es handelt sich um den Asteroiden (16) Psyche, einen etwa 226 Kilometer durchmessenden Planetoiden im ausgedehnten Asteroiden-Hauptgürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Nach allem, was man bisher weiß, besteht er fast vollständig oder zumindest zu sehr großen Anteilen aus den Metallen Eisen, Nickel und Kobalt, und auch die begehrten Edelmetalle Gold, Silber und Platin dürften vorhanden sein. Also ein richtig „schwerer Brocken“ im Vergleich zu den Hunderttausenden anderen Asteroiden. weiterlesen

Raumfahrt | 30. Juni 2017 | von Manuela Braun

ROBEX Teil 4: Asche, Käfer und Windböen

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Nach fast vier Wochen Feldforschung auf dem Ätna ist der Staub allgegenwärtig: Als feine, hartnäckige Schicht legt er sich über alles, auf Ausrüstung, Transportkisten und Laptop-Tastaturen. Er dringt in die Missionscontainer ein und klebt an Händen und Beinen, die mit Sonnenmilch eingecremt sind. Jeder Schritt im schwarzen Lavaboden wirbelt Wolken von Staub auf, selbst Rover LRU-2 hat auf seinem weißen Körper reichlich schwarze Ablagerungen. Dafür sind es in den letzten Tagen deutlich weniger kleine Fliegen und Käfer, die trotz karger Landschaft den Ätna anfliegen und sich penetrant auf Jacken und Mützen der Robex-Teammitglieder setzen.

Der Ätna ist halt nicht das heimische Labor - und bleibt auch unberechenbar. Am Donnerstag stürmen Windböen mit bis zu 100 Kilometern in der Stunde über den Berg. Statt Staub wirbeln jetzt auch größere Steine auf, an Arbeit mit dem Rover ist nicht zu denken. Der Wind würde viel zu kräftig gegen Körper und Arm drücken und den Rover beschädigen. Auch der Lander wird sicher verpackt: Die Klappen der Ladebuchten werden nicht nur geschlossen, sondern sogar mit Haltegurten gesichert. Schließlich stemmen sich die Ingenieure gegen die Windböen und montieren am Lander die Schilder ab, die dem Rover bei der Annäherung zur Orientierung dienen. weiterlesen

Raumfahrt | 28. Juni 2017 | von Manuela Braun

ROBEX Teil 3: Hammerschläge für die Wissenschaft

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Für die Planetenforscher des Projekts ROBEX ist der Ätna ganz nah am Mond: Hier gibt es vulkanisch-basaltisches Material in Mengen, dessen Entstehung dem Mondmaterial ähnlich ist. Hinzu kommt, dass der sizilianische Vulkan der einzige Ort in Europa ist, wo es Erdbeben in bis zu 600 Kilometern Tiefe gibt. Auch hier folgt der Ätna dem Beispiel des Mondes, auf dem die meisten Beben in einer Tiefe von 700 bis 1100 Kilometern stattfinden. "Innerhalb Europas haben wir nur auf dem Ätna die Chance, Beben aus einer ähnlichen Tiefe messen zu können", sagt Planetenforscher Martin Knapmeyer.

Zwei Experimente sollen auf dem Ätna durchgeführt werden: Bei der aktiven Messung schlagen die Wissenschaftler mit einem Hammer auf den Boden und messen mit Seismometern die Übertragung der Schallwellen im Boden. In der Piano del Lago liegt die Vulkanasche von 2001 über einer festeren Schicht -Wellen, die auf unterschiedlichen Wegen durch das Gestein gelaufen sind, kommen zu verschiedenen Zeiten am Seismometer an und geben so Aufschluss über die Strukturen unter der Oberfläche. Bei der passiven Messung liegen vier Messstationen aus, die auf die Vorgänge im Vulkan-Inneren horchen. weiterlesen

Raumfahrt | 27. Juni 2017 | von Manuela Braun

ROBEX Teil 2: Ein Lander auf dem Serviertisch

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

500. 350. Und 80. Das sind am Freitag die Zahlen, die den Takt vorgeben. 500 Kilogramm wiegt der Lander. 350 Meter liegen zwischen seinem alten und seinem zukünftigen Standort, an den er umziehen soll. Und 80 Höhenmeter müssen dabei überwunden werden. Zu Beginn hatte der Lander noch dicht am Basis-Camp gestanden - günstig für Reparaturen nach dem Transport nach Sizilien und für die ersten Tests und Verbindungen zum Kontrollraum auf dem Ätna. Für die eigentliche Durchführung der "Mond-Mission" soll Lander RODIN aber auf der Piano del Lago stehen.

Die Ebene zwischen dem Torre del Filosofo und dem La Montagnola-Krater war einst mit Schmelzwasser bedeckt - bis der Ätna 2001 ausbrach, Asche  über die Ebene spuckte, und der Krater Laghetto entstand. Jetzt liegt dort über einer festen Lavaschicht eine Ascheschicht, deren Dicke die Planetenforscher des DLR vermessen wollen. Doch dafür muss der schwergewichtige Lander bewegt werden. Den Abhang hinunter, auf einem Wagen mit Rollen gelagert. weiterlesen

Raumfahrt | 23. Juni 2017 | von Manuela Braun

ROBEX Teil 1: Mission in der Lava-Landschaft

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Der Weg zum Mond ist heute beschwerlich - immer hinter einem Schwertransporter her, der sich langsam und behäbig durch die engen und kurvigen Straßen oberhalb vom sizilianischen Catania quält. Zurzeit ist der Mond nämlich in über 2600 Metern Höhe direkt auf dem Ätna.

Schwärzer und schwärzer wird die Landschaft, durch die das Team der Helmholtz-Allianz ROBEX (Robotische Exploration unter Extrembedingungen) zu ihrem momentanen Arbeitsplatz fährt. Schließlich müssen alle am Rifugio Sapienza in Geländefahrzeuge umsteigen, um die letzten Höhenmeter zurückzulegen. Und dann taucht es mitten im Lavafeld auf - das Base-Camp, in dem seit anderthalb Wochen ein Lander, zwei Rover und mehrere Seismometer auf ihre "Mission" vorbereitet werden. Die Container sind den fast 50 Teammitgliedern von DLR, AWI, Uni Würzburg und TU Kaiserslautern für insgesamt vier Wochen Labor, Werkstatt und Büro zugleich. weiterlesen

Raumfahrt | 14. Juli 2015 | von Fabian Walker

Warum ist Pluto kein Planet mehr?

"Ich denke Pluto ist traurig, dass er kein Planet mehr sein darf!" Merlin (6 Jahre)
Quelle: DLR

"Ich mag Planeten und möchte etwas darüber wissen. Warum ist Pluto kein Planet mehr?" fragt der 6-jährige Merlin und befürchtet: "Ich denke Pluto ist traurig, dass er kein Planet mehr sein darf!" Die DLR-Planetenforscher antworten dem besorgten Nachwuchs ausführlich per Brief und in diesem Blogbeitrag. weiterlesen

Raumfahrt | 25. Februar 2015 | von Ulrich Köhler

Könnten Wassermoleküle des Mars auf die Erde gelangt sein?

Marsatmosphäre
Quelle: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO
Die HRSC-Kamera an Bord der Mars Express-Raumsonde hat dieses Bild gegen den Marshorizont aber in erster Linie deshalb aufgenommen, weil es die Struktur der Marsatmosphäre sichtbar macht. Deutlich ist darauf zu erkennen, wie sich die untere, dichtere Atmosphäre von der Stratosphäre abhebt.

Die HRSC-Kamera an Bord der Sonde Mars Express liefert seit Januar 2004 hochaufgelöste Aufnahmen der Marsoberfläche - in Farbe und 3D. Wir veröffentlichen diese Bilder monatlich auf unserer Sonderseite über die Mission Mars Express. Immer wieder erreichen uns Fragen zu diesen Bildern und den darauf zu sehenden geologischen Beschaffenheiten oder auch zum Thema Mars allgemein. Eine besonders interessante Frage beantwortet Ulrich Köhler aus dem DLR-Institut für Planetenforschung in diesem Blogpost ausführlich. weiterlesen