Artikel zu "Asteroid"

zur Startseite
Raumfahrt | 22. Februar 2024 | von Matthias Noeker

Asteroid Apophis soll während Beinahezusammenstoß mit Erde erforscht werden

Quelle: Pravec et al. (2014)
CAD-Visualisierung der von photometrischen Beobachtungen abgeleiteten Form des erdnahen Asteroiden (99942) Apophis.

Manch einem bereitet Freitag, der 13. Unbehagen – gilt er doch im Volksmund als Unglückstag. Für Freitag, den 13. April 2029 kann immerhin schonmal eine Katastrophe sicher ausgeschlossen werden: der Einschlag des etwa 350 Meter durchmessenden Asteroiden 99942 Apophis auf der Erde. Aber Apophis (ein sogenannter erdnaher Asteroid, Near Earth Asteroid oder NEA) kommt uns dann äußerst nahe: In nur 31.750 Kilometer Höhe, also innerhalb der geostationären Umlaufbahn, in der sich die meisten Telekommunikationssatelliten befinden (!), – wird er an der Erde vorbeifliegen. weiterlesen

Raumfahrt | 03. November 2023

Lucy-Vorbeiflug mit Entdeckung: Dinkinesh hat einen Begleiter

Der Asteroid Dinkinesh und sein Begleiter
Quelle: NASA/Goddard/SwRI/Johns Hopkins APL/NOAO
Das Bild zeigt den „Mondaufgang“ des Begleiters von Dinkinesh, wie er hinter dem Asteroiden auftaucht und von der Kamera, dem Lucy Long-Range Reconnaissance Imager (L'LORRI) festgehalten wurde. Das Bild wurde aus einer Entfernung von etwa 430 Kilometer um 17.55 Uhr MEZ (16:55 UTC) am 1. November 2023 aufgenommen, eine Minute nach der größten Annäherung. Aus dieser Perspektive befindet sich der Satellit hinter dem primären Asteroiden. Das Bild wurde geschärft und bearbeitet, um den Kontrast zu erhöhen.

Die NASA-Raumsonde Lucy passierte am Abend des 1. November 2023 wie geplant um 17.54 Uhr MEZ in 425 Kilometer Entfernung ihr erstes Ziel, den Hauptgürtel-Asteroiden (152830) Dinkinesh mit einer Geschwindigkeit von 16.200 Kilometer in der Stunde. Erste zur Erde übertragene Aufnahmen der Kamera an Bord von Lucy offenbarten eine Überraschung, oder genauer, sie bestätigten eine Vermutung: Dinkinesh, mit seinem größten Durchmesser von etwa 790 Metern, wird von einem kleineren Begleiter mit etwa 220 Metern Durchmesser umkreist. weiterlesen

Raumfahrt | 30. Oktober 2023 | von Ulrich Köhler

Neues, erstes Ziel für die Sonde Lucy: Besuch bei Dinkinesh, „der Wunderbaren“

Vorbeiflug der Raumsonde Lucy am Asteroiden Dinkinesh
Quelle: NASA/GSFC
Am 1. November 2023 wird die NASA-Raumsonde Lucy in 425 Kilometern am nur etwa 760 Meter großen Asteroiden (152830) Dinkinesh vorbeifliegen und dabei zum einen das Zielsystem für die wissenschaftlichen Experimente testen, aber auch Aufnahmen machen und Messungen durchführen (künstlerische Darstellung).

Vor fast genau zwei Jahren startete die NASA die Mission Lucy mit einer bei der Erforschung des Sonnensystems neuen, ungewöhnlichen Aufgabe: Die Raumsonde wird von 2027 bis 2033 einige als „Trojaner“ bezeichnete Asteroiden untersuchen, die dem Planeten Jupiter auf dessen Bahn um die Sonne 60 Bogengrad vorauslaufen und hinterhereilen. Lucy, das ist dieses Mal nicht, wie sonst so häufig, eine Abkürzung für eine Aneinanderreihung technischer Begriffe, sondern die Benennung der Mission nach einem fossilen Bindeglied zwischen aufrecht gehenden Menschenaffen und den ersten Menschen. Im übertragenen Sinne geht es bei dieser Mission, wie so oft bei der Untersuchung von Asteroiden, darum, die früheste Zeit des Sonnensystems besser zu verstehen. Wie sind vor etwas mehr als viereinhalb Milliarden Jahren aus Molekülketten, dann Staub und Gas und bald darauf den ersten Planetesimalen schließlich die Planeten unseres Sonnensystems entstanden? Jetzt wird Lucy aber erst einmal an einem ‚konventionellen‘ Asteroiden im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter vorbeigelenkt. weiterlesen

Raumfahrt | 09. Oktober 2023 | von Ulrich Köhler

Öfter mal was Neues: Die NASA-Sonde Psyche startet, um ab 2029 erstmals einen Asteroiden aus Metall zu untersuchen

Die Raumsonde Psyche untersucht ab 2029 den gleichnamigen Asteroiden.
Quelle: NASA/JPL-Caltech
Wenn die Raumsonde Psyche den gleichnamigen Asteroiden (16) Psyche ab 2029 untersuchen wird: Werden die Landschaften auf diesem metallreichen Asteroiden so bizarr aussehen, wie es sich ein Künstler für die jüngste NASA-Mission auf Grundlage der von der Wissenschaft angenommenen Modelle vorstellt? Was auch immer von Psyche zur Erde an Fotos übertragen wird – diese Mission ist ein Novum in der Raumfahrt und Planetenforschung.

Wer denkt, dass es in der nunmehr 66 Jahre „alten“ Raumfahrt alles schon einmal gegeben hat, der kann auch heute immer noch Überraschungen erleben. Am 12. Oktober 2023 beginnt die NASA-Mission Psyche, die ab 2029 einen Himmelskörper untersuchen wird, dessen Eigenschaften bei allen bisherigen Objekten der Planetenforschung noch nie angetroffen wurden. Es handelt sich um den Asteroiden (16) Psyche, einen etwa 226 Kilometer durchmessenden Planetoiden im ausgedehnten Asteroiden-Hauptgürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Nach allem, was man bisher weiß, besteht er fast vollständig oder zumindest zu sehr großen Anteilen aus den Metallen Eisen, Nickel und Kobalt, und auch die begehrten Edelmetalle Gold, Silber und Platin dürften vorhanden sein. Also ein richtig „schwerer Brocken“ im Vergleich zu den Hunderttausenden anderen Asteroiden. weiterlesen

Raumfahrt | 14. Februar 2023 | von Manfred Gaida

Vor zehn Jahren: der Meteoritenfall von Tscheljabinsk

Quelle: Sandia Labs CC BY-NC-ND 2.0/Olga Kruglova
Rekonstruktion der Spur des Meteors, der am 15. Februar 2013 über der russischen Stadt Tscheljabinsk explodierte.

Alles fing unaufgeregt an, als am 13. Februar 2013 die Medien auf einen erdnahen Vorbeiflug eines kleinen Himmelskörpers aufmerksam wurden und auch beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt dazu Anfragen stellten. 2012 DA14, so die vorläufige Bezeichnung des ungefähr 45 Meter großen Asteroiden, sollte sich zwei Tage später am 15. Februar 2013 um 20:24 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) bis auf etwa 27.700 Kilometer der Erdoberfläche annähern und mit einer Geschwindigkeit von knapp acht Kilometern pro Sekunde über die Insel Sumatra in kürzester Distanz zur Erde hinwegfliegen. Selten kam ein Asteroid dieser Größe bisher der Erde so nahe. Der mitteleuropäisch-abendliche Vorbeiflug von (367943) Duende, wie 2012 DA14 seit dem 17. November 2013 hieß, geriet allerdings schlagartig am Morgen des 15. Februar 2013 aus dem Blickwinkel der Medien und der interessierten Öffentlichkeit. Denn um 4:20 Uhr MEZ, 9:20 Uhr Ortszeit, zerbarst ohne jegliche Vorwarnung und mit einem lauten Knall in etwa 20 Kilometer Höhe ein Meteor nahe der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk am Ural. weiterlesen

Raumfahrt | 15. Juli 2016 | von Christian Grimm

Halbzeit für MASCOT - die Hälfte der Strecke ist geschafft

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die MASCOT-Flugersatzeinheit (FS) während weiterer Tests in Bremen.

Am 3. Dezember 2014 startete der deutsch-französische Asteroidenlander MASCOT mit seiner Trägersonde Hayabusa-2 von Tanegashima, einer Insel rund 40 Kilometer südlich vom japanischen Festland. Seitdem ist viel passiert: Eine kurze Zusammenfassung nach fast der Hälfte der Flugzeit.

Anfang 2015 wurde die Flugersatzeinheit von MASCOT, das sogenannte Flight Spare (FS), überarbeitet und fertig gestellt. Dieser baugleiche "Zwilling" des Asteroidenlanders dient auf der Erde als Referenzsystem zur fliegenden Einheit, dem Flight Model (FM). Die Ersatzeinheit unterlief dabei die gleichen Qualifikationstests wie das Flugmodell und konnte zudem auch für weiterführende Komponententests verwendet werden, welche für das FM auf Grund des engen Zeitplans zuvor nicht mehr möglich gewesen waren. Diese zusätzlichen Tests fokussierten sich hauptsächlich darauf, die bestmögliche Performance aus dem Gesamtsystem zu bekommen und die notwendigen Parameter für die Landung im Oktober 2018 auf den Punkt genau zu kalibrieren. Hierunter fallen zum einen Messkampagnen für die wissenschaftlichen Instrumente. weiterlesen

Raumfahrt | 05. November 2014 | von Christian Grimm

Ein letzter Blick - Abschied von MASCOT

Quelle: DLR
Anziehen der letzten Sicherung vor dem Start

Die letzten Handgriffe sind getan und die letzten Funktionstests beendet. Nach der erfolgreichen Integration von MASCOT auf dem Trägersatelliten Hayabusa2 in Sagamihara, fanden noch letzte Vorbereitungen am Startplatz des Tanegashima Space Center in Japan statt. Mit der finalen Anbringung der Solarsegel, die sich für den Start im gefalteten Zustand behutsam über MASCOT legen, bot sich die letzte Möglichkeit MASCOT noch einmal mit eigenen Augen zu sehen.

Für das Entwicklungsteam ist es ein merkwürdiges Gefühl nun Abstand nehmen zu müssen. Zweieinhalb Jahre haben wir MASCOT großgezogen, haben sie wachsen sehen und haben sie eine Menge gelehrt. Nun war es aber an der Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes "loszulassen" und sie auf die schwierige Mission zu schicken, bei der wir leider nicht mitreisen können.

Doch wie verabschiedet man sich von einem Objekt, welches im biologischen Sinn zwar nicht lebendig ist, aber dennoch die Persönlichkeiten von so vielen Personen beinhaltet, die es über die Entwicklungszeit so innig begleitet haben. weiterlesen