Raumfahrt | 18. Juli 2018 | von Johannes Weppler

Kurzer Draht zu Astro_Alex

Quelle: © DLR
Schüler funken mit Alexander Gerst auf der ISS

Ein wichtiger Anteil der horizons-Mission von Alexander Gerst ist die Nachwuchsarbeit - also Kinder und Jugendliche für die Raumfahrt, Naturwissenschaften und High-Tech-Berufe zu begeistern. Sehr beliebt sind die sogenannten ARISS-Calls - das sind Live-Kontakte ausgewählter Schulen mit Astro_Alex über Funk. ARISS steht für "Amateur Radio on the International Space Station" und wird von Alexander Gerst, dem DLR Missionsteam im Raumfahrtmanagement in Bonn und dem Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) umgesetzt. Normalerweise gibt es pro Mission Funkkontakte mit drei oder vier ausgewählten Schulen in Deutschland. Doch weil es so ein unvergessliches Erlebnis für die Schüler ist und die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt, hat sich Alexander Gerst persönlich schon lange vor dem Start von horizons dafür eingesetzt, diese Anzahl zu erhöhen. So haben wir jetzt zehn ISS-Funkkontakte mit insgesamt 14 Schulen und drei DLR_School_Labs in Deutschland und einer Schule in St. Vith (Belgien). ##markend##

Meine Aufgabe im DLR-Missionsteam im Raumfahrtmanagement in Bonn ist es, diese Kontakte zusammen mit den Schulen und den Funkern sowie unseren Partneragenturen ESA und NASA zu koordinieren. Los ging es am 27. Juni 2018 mit dem gemeinsamen Funkkontakt des Werner-Heisenberg Gymnasium in Leverkusen (Nordrhein-Westfalen) und des Schickhardt Gymnasiums in Herrenberg (Baden-Württemberg). Am 3. Juli war dann das Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) in Bonn an der Reihe.

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Großartige Weltraumtorte mit der ISS anlässlich des ARISS-Calls am Werner-Heisenberg Gymnasium in Leverkusen.

Die Vorbereitung für jeden Funkkontakt startet dabei schon Monate vorher gemeinsam mit den Schulen. Was soll wie im Rahmenprogramm der Schulen gemacht werden? Das meiste sollte Bezug zur Raumfahrt haben. Welche Fragen stellen die Schüler während des Kontaktes? Diese müssen auch in Englisch vorliegen, damit die NASA sie freigeben kann. Wann müssen die Funker ihre Antennen montieren?

Die Bestätigung des Kontakttermins bekommen die Schulen dann erst etwa eine Woche im Voraus. In Leverkusen lief alles nach Plan. Der Termin wurde sogar schon zwei Wochen vorher bestätigt. Ganz anders für das KFG in Beuel. Keine Bestätigung. Bei Nachfrage Vertröstungen. Zwei Tage vor dem Event in Leverkusen dann die für uns alle ernüchternde Nachricht: "Der Kontakt für das KFG kann nicht eingeplant werden." Eine Chance blieb uns jedoch noch für das KFG. Wir wussten von den Kollegen aus dem europäischen Columbus-Kontrollzentrum beim DLR in Oberpfaffenhofen, dass bei Alexander Gerst zum geplanten Termin seine tägliche Sporteinheit (2,5 Stunden) auf dem Plan stand. Könnte er diese nicht für zehn Minuten Funkkontakt unterbrechen? Während der Veranstaltung in Leverkusen rief mich dann die ESA-Missionsdirektorin an. Sie wollte mit Alex persönlich in der Crew-Konferenz sprechen. Hoffnung - und dann Erleichterung: Alexander Gerst sagte den Funkkontakt zu. Nach Alex Zustimmung brauchten wir noch vier Stunden Gespräche mit der NASA und den ESA-Crew-Medizinern, bis der ARISS-Kontakt in Bonn "gerettet" war. Die Vorbereitungen konnten in letzter Minute starten.

Quelle: © DLR
Schülerinnen des Werner-Heisenberg Gymnasiums und Mitglieder des DLR horizons-Missionsteams.

Am Kontakttag, dem 3. Juli, fieberte ich bei Topwetter im Freien genauso wie die ganze Schule dem Ereignis entgegen. Und dann wieder diese Gänsehaut, als die Schülerinnen und Schüler Alexander auf der ISS rufen und aus dem Rauschen plötzlich seine markante Stimme antwortet.

Weitere acht ARISS-Kontakte stehen jetzt noch aus. Nach der Ferienzeit geht es Mitte August mit dem DLR_School_Lab in Braunschweig weiter. Einen Überblick zu allen Terminen gibt es auch hier.

Wir freuen uns! Stay tuned!

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Über den Autor

Freya Scheffler-Kayser arbeitet als Missionsmanagerin der horizons-Mission beim DLR in Bonn. Sie hat Physik studiert und war 15 Jahre lang in der Raumfahrtindustrie tätig, unter anderem 1993 als Prozeduren-Ingenieurin für die deutsche D-2-Mission, bevor sie 2002 ins DLR Raumfahrtmanagement wechselte. zur Autorenseite