Raumfahrt | 15. Juli 2015 | von Jan Wörner

Ariane startet mit europäischem Wettersatelliten MSG-4

Quelle: ESA/CNES/Arianespace
Links: Star One C4, Mitte: MSG-4, rechts: eine Ariane 5 auf einem von zwei mobilen Starttischen auf dem Weg ins BAF ("Final Assembly Building")

UPDATE 16.07.2015 - Die Ariane-5-Rakete ist gestern um 23.42 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit in den Weltraum gestartet. Eine Aufzeichnung des Starts ist auf YouTube verfügbar. Weitere Informationen finden Sie hier.

Heute Abend soll der europäische Schwerlastträger Ariane 5 vom Typ ECA zum dritten Mal in diesem Jahr und zum insgesamt 80. Mal vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou ins All starten. Das Gesamtgewicht dieser Ariane 5 wird beim Start etwa 780 Tonnen betragen, wovon etwa 7,6 Tonnen Satelliten-Nutzlast sind. An Bord des Trägers werden sich zwei Satelliten befinden, die in einem geostationären Transferorbit (GTO) abgesetzt werden, um von dort ihren finalen geostationären Orbit (GEO) in zirka 36.000 Kilometer Höhe anzusteuern.

3 Minuten und 43 Sekunden nach dem Start und in einer Höhe von zirka 120 Kilometern ist die Atmosphäre dünn genug, um die Nutzlastverkleidung abzutrennen. Der obere Satellit wird 28 Minuten und 15 Sekunden, der untere Satellit nach 40 Minuten und 19 Sekunden nach dem Start abgesetzt werden. Das Startfenster der Mission VA224 öffnet sich heute Abend um 23:42 UHR MESZ und bleibt bis 00:19 Uhr bestehen. Der Start kann live auf arianespace.tv verfolgt werden.##markend##

In der oberen Position des doppelstartfähigen Trägers befindet sich der Satellit Star One C4, in der unteren Position der Eumetsat-Satellit MSG-4. Bei Star One C4 handelt es sich um einen Telekommunikationssatelliten, der von der Firma Space System Loral (SSL) für den Betreiber Embratel Star One aus Brasilien gebaut wurde. Er wird neben der Übertragung von Telefon-, Fernseh- und Radiosignalen auch für die allgemeine Datenübermittlung und Internetanwendungen zur Verfügung stehen. Die Abdeckung erstreckt sich über West-, Süd- und Zentralamerika, Mexiko sowie das amerikanische Festland. Er wiegt zirka 5,6 Tonnen und ist der insgesamt zehnte Satellit, den Arianespace für Embratel starten wird. Seine Lebenszeit wird etwa 15 Jahre betragen.

In der unteren Position findet der Satellit MSG-4 Platz, der von der Firma Thales Alenia Space für die ESA, beziehungsweise Eumetsat gebaut wurde. Seit ihrer Gründung 1981 hat Arianespace alle Eumetsat-Satelliten in den Orbit geflogen. MSG-4 wiegt etwa zwei Tonnen und ist der vierte und letzte Satellit der zweiten Generation von Meteosat-Satelliten. Nach Inbetriebnahme wird er den Namen Meteosat-11 tragen und für etwa sieben Jahre betrieben werden. Seine Hauptaufgabe liegt in der Wetterbeobachtung und der Kurzzeitvorhersage kritischer Wetterlagen über Europa, dem Atlantik und Nord-Afrika, um Menschenleben und Infrastruktur zu schützen und zu sichern. Voraussichtlich in den Jahren 2019 und 2021 werden ihm die ersten Satelliten der dritten Generation der Meteosat-Satelliten folgen.
 

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Über den Autor

Philip Kausche hat an der TU Berlin Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Nach seiner Promotion wechselte er im Jahr 2015 innerhalb des DLR von Berlin-Charlottenburg nach Bonn-Oberkassel in die Abteilung Trägersysteme des Raumfahrtmanagements. Seitdem betreut er dort u.a. als Projektmanager das Programm zur Nutzungsphase des europäischen Schwerlastträgers Ariane 5. zur Autorenseite