Raumfahrt | 09. Januar 2016

Angekommen: Wir sind in der Antarktis - Teil 3

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Der 2732 Meter hohe Mt. Melbourne

Am 29. Dezember 2015 sind wir endlich angekommen! Es hat 13 Tage gedauert, bis wir von Neuseeland an die Küste der Antarktis gekommen sind. Das Schiff musste durch einige Gürtel von Eisbergen hindurch manövriert werden, was eine sehr heikle Angelegenheit war (und das ist noch vorsichtig ausgedrückt!). Aber wir haben dabei auch Wale gesehen, Seelöwen, Seeleoparden, Pinguine … das war eine echte Schau!##markend##

Von Neuseeland kommend waren wir natürlich zunächst auf einem direkten Kurs nach Süden, mussten dann aber wegen Treibeises, das den direkten Weg versperrt hat, auf Kurs Südost gehen. Tagelang war alles grau in grau, und überall Eisschollen. Sah genau so aus, wie man sich das vorstellt. Dabei saßen wir davor noch im T-Shirt in der prallen Sonne an Deck! Ich war als Laie völlig paranoid: Was, wenn wir umkehren müssen und die ganze monatelange Vorbereitung umsonst war...? Gibt es noch Rettung? Halte ich 800 Kilometer bei der windigen Saukälte in einem offenen Rettungsboot durch, ohne E-Mail?

Alle anderen waren da wesentlich entspannter, und nach ein paar Tagen haben wir die Küste ja dann auch erreicht. Die Moral der Mannschaft während der Schiffspassage war ungebrochen. Dazu trägt auch die hervorragende italienische Bordküche bei, so ein Essen hätte ich zu Hause auch gern.

Jetzt muss das Schiff entladen werden; ein Großteil ist bereits von Bord. Und dann können auch wir an Land gehen. In vielleicht zwei oder drei Tagen können wir uns auf den Weg zu unserem Inland-Camp machen.

Die Landschaft hier ist wirklich spektakulär! Wir haben phantastisches Wetter und der Mount Melbourne überragt im Hintergrund die Szenerie. Allerdings hat es sehr starke Fallwinde, die ihre Spuren in Form von Windgassen auf den Berghängen im Hintergrund, von denen sie herabwehen, hinterlassen haben. Die Temperaturen sind im Moment recht mild, sie liegen um den Gefrierpunkt.

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Über den Autor

Ernst Hauber ist Geologe und untersucht die festen Oberflächen der terrestrischen Planeten. Sein Interesse gilt vor allem vulkanischen, tektonischen, und periglazialen Oberflächenformen, wobei er auch intensiv an terrestrischen Analogen arbeitet. Er ist Mitglied in verschiedenen Instrumententeams, die Mars, Merkur, und das Jupitersystem erforschen. Eine seiner Aufgaben ist es, eine sichere Landestelle für den ESA-Rover ExoMars auszuwählen. zur Autorenseite