Artikel zu "Earth observation"

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Raumfahrt | 22. März 2021 | von Manfred Gottwald

Mit den Prinzipien der Malerei – Satellitenbilder in Echtfarben mit 3D-Effekt

Die physische Karte des Nördlinger Ries, abgeleitet aus einem farbkodierten, schräg beleuchteten digitalen Höhenmodell von TanDEM-X
Quelle: © DLR
Die physische Karte des Nördlinger Ries, abgeleitet aus einem farbkodierten, schräg beleuchteten digitalen Höhenmodell von TanDEM-X

Wie lässt sich der Eindruck von Dreidimensionalität auf einem zweidimensionalen Medium erzeugen? In der Kunst stellte sich diese Frage bereits vor Jahrhunderten. Bestimmte Maltechniken haben sich seitdem entwickelt, um Licht- und Schatteneffekte zu simulieren, sodass für den Betrachtenden ein 3D-Effekt entsteht. Solche Effekte werden auch "Trompe-l’œil" genannt – sie "täuschen das Auge".

Erdbeobachtungssatelliten mit Multispektralsensoren liefern Darstellungen in natürlichen Farben wenn man ihren Rot-, Grün- und Blau-Kanal (RGB) kombiniert. Sie wirken aber meist etwas "flach". Für attraktive plastische Darstellungen muss ihnen erst "dreidimensionales Leben eingehaucht werden". Dies gelingt, wenn wir uns in der Wissenschaft an bewährten Methoden aus der Kunst orientieren. Dazu benötigt man aber die Höheninformation. weiterlesen

Raumfahrt | 16. März 2021 | von Alessandra Roy

Auf Wiedersehen, SOFIA

Quelle: Flughafen Köln/Bonn CGN
SOFIA landet am 4. Februar 2021 um 15:33 Uhr am Köln Bonn Airport.

Heute verlässt das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie Deutschland und kehrt nach anderthalb Monaten Einsatz zu seiner Heimatbasis in Palmdale (Kalifornien) zurück. SOFIA war am 4. Februar 2021 bei strahlendem Sonnenschein am Flughafen Köln/Bonn gelandet und hat im Anschluss die erste vollständige Wissenschaftskampagne in Deutschland absolviert. Was mich betrifft: Dies war mein allererstes "Deployment", denn normalerweise begleite ich unsere fliegende Sternwarte nicht, wenn sie etwa von Neuseeland aus über den Südhimmel fliegt und das Galaktische Zentrum unserer Milchstraße beobachtet. weiterlesen

Raumfahrt | 09. März 2021 | von Jess Bunchek

EDEN ISS - Gemüseanbau im ewigen Eis: Reise in die Antarktis

Quelle: DLR/NASA/Jess Bunchek
Die Station Neumayer III in der Antarktis.

Seit 2018 steht das Gewächshaus EDEN ISS des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Antarktis. Hier wird erprobt, wie die Gemüsezucht auf bemannten Weltraummissionen zu Mond und Mars gelingen kann und wie zukünftig Nahrungsmittel in klimatisch ungünstigen Gebieten produziert werden können. Für die Überwinterung 2021 ist die Pflanzenwissenschaftlerin Jess Bunchek vom Kennedy Space Center der NASA als Gastforscherin des DLR ein Jahr im ewigen Eis. Am 20. Dezember 2020 stach das AWI-Forschungsschiff Polarstern von Bremerhaven aus in See. Nach einer rund einmonatigen Non-Stop-Reise über den Atlantik erreichte sie im Januar 2021 die Antarktis. Im DLR-Blog berichtet Jess Bunchek über ihren spannenden Forschungsaufenthalt auf dem kältesten Kontinent der Erde.

Für gewöhnlich erreicht man die Station Neumayer III in der Antarktis per Flugzeug. Aber wie wir alle wissen, war das letzte Jahr alles andere als gewöhnlich. Angesichts der Reisebeschränkungen und gestrichenen Flüge hat uns das Alfred-Wegener-Institut (AWI), Betreiber der Neumayer-Station, den Schiffstransport als Alternative angeboten. Der Eisbrecher FS Polarstern fährt zu Versorgungszwecken ohnehin jedes Jahr von Deutschland zur Neumayer-Station und kann dabei auch gleich noch ein paar Passagiere mitnehmen - eine Corona-sichere Lösung für das AWI. weiterlesen

Raumfahrt | 23. Februar 2021 | von Nicole Schmitz

"Wir" sind auf dem Mars! Es geht los!

Quelle: NASA/JPL-Caltech
Erstes, hochauflösendes Farbbild von der Landestelle im Krater Jezero, aufgenommen von der sogenannten Hazard Avoidance Camera (HazCam).

Am 18. Februar 2021 ist der Rover "Perseverance" der NASA-Mission Mars 2020 sicher und wohlbehalten auf dem Mars gelandet. Nun kann die zunächst auf zwei Jahre angelegte Forschungsmission beginnen. Die DLR-Wissenschaftlerin Nicole Schmitz wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Frank Preusker im DLR-Blog regelmäßig über den Verlauf der Mission und des Kamera-Experiments berichten, an dem sie beteiligt sind. Beide sind im "Mastcam-Z"-Wissenschaftsteam, der Stereokamera auf dem etwa zwei Meter hohen Mast von Perseverance.

Wir sind auf dem Mars! Mit diesem Gedanken wache ich momentan täglich auf. Natürlich sind nicht "wir" auf dem Mars, aber ein bisschen fühlt es sich so an, seit Perseverance, der Rover der NASA-Mission Mars 2020, am Donnerstag, dem 18. Februar, um 21:55 Uhr MEZ auf dem Marsboden im Jezero Krater gelandet ist. Ganz sanft abgesetzt vom Sky Crane, dem Himmelskran, der auch schon Curiosity vor fast neun Jahren sicher im Krater Gale abgeliefert hatte. Abgeliefert? Das war ein Raumfahrtmanöver der Extraklasse, und erst das ermöglicht es uns Wissenschaftlern, jetzt mit den Aufgaben der Mission zu beginnen. weiterlesen

Raumfahrt | 15. Dezember 2020 | von Manfred Gaida

Das weihnachtliche Rendezvous von Jupiter und Saturn

Quelle: Sternwarte Kraichtal
Die schematische Aufsicht auf unser Planetensystem zeigt die Konstellation von Erde, Jupiter und Saturn zum Zeitpunkt der diesjährigen großen Konjunktion.

Wenige Tage vor dem diesjährigen Weihnachtsfest, am 21. Dezember, haben sich der König der Planeten, Jupiter, und der Ringplanet Saturn zu einem besonderen Rendezvous am Himmel verabredet: zu einer großen Konjunktion. Dann stehen beide Riesenplaneten für den irdischen Beobachter am Firmament so eng beieinander, dass sie dem bloßen Auge nahezu wie ein einziger Lichtpunkt erscheinen. Schon einige Tage zuvor und danach wird man am Himmel verfolgen können, wie sich beide Planeten scheinbar immer mehr annähern und dann wieder voneinander entfernen. weiterlesen

Raumfahrt | 03. Dezember 2020 | von Ulrich Köhler

»Sample Return« - Königsklasse der Raumfahrt

Abtrennen der Probenkapsel bei der Rückkehr der japanischen Raumsonde Hayabusa2 zur Erde am 5. Dezember 2020
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Abtrennen der Probenkapsel bei der Rückkehr der japanischen Raumsonde Hayabusa2 zur Erde am 5. Dezember 2020 (künstlerische Darstellung).

Wenn es 2020 eine Branche oder Wissenschaftsdisziplin gibt, in der das vermaledeite "C-Wort" relativ wenige Spuren hinterlassen hat, dann ist es: die Raumfahrt. Alles fliegt und fällt, Newton und Kepler lassen grüßen. Es führt halt auch kein Weg daran vorbei: Wenn mal eine der teuren Metallkisten in der Erdumlaufbahn oder in den Tiefen des Sonnensystems unterwegs ist, mit oder ohne wertvolle humanbiologische Fracht, dann muss sich jemand am Ende und am Boden auch darum kümmern, dass es weitergeht. Aus naheliegenden Gründen darf die Kontrolle darüber nicht einfach aufgegeben werden, denn das würde ja in den meisten Fällen zum Totalverlust des immer sehr wertvollen Fluggeräts führen. weiterlesen

Raumfahrt | 19. Oktober 2020 | von Stefan Dech

Für die Fernerkundung

Satellitenkontrollzentrum vor der Gründung des DFD
40 Jahre DFDQuelle: ©DLR
Satellitenkontrollzentrum vor der Gründung des DFD

Dieses Jahr feiert das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) sein 40-jähriges Jubiläum. 1980 gegründet, erlebte das DFD viele Veränderungen. Heute umfasst es die komplette Systemkette der Fernerkundung und vereint die Kompetenz von Ingenieuren, Informatikern und Geowissenschaftlern. Stefan Dech – seit 1998 Direktor des DFD – blickt aus seiner ganz persönlichen Perspektive auf vier Dekaden zurück. weiterlesen

Energie | 25. September 2020 | von Nailya Maitanova

Künstliche Intelligenz zur Vorhersage der Photovoltaikleistung

Quelle: DLR

06:00 Uhr
Emmas Wecker klingelt. Sie wacht langsam auf, streckt sich und nimmt ihr Handy vom Nachttisch. Sie schaut aber nicht, ob ihr letztes Foto in den sozialen Medien viele Likes bekommen hat, sondern interessiert sich für die Wettervorhersage für heute: Es soll ein schöner sonniger Tag werden. Als nächstes schaut sie auf ihre Energiemanagement-App, die ihr bestätigt, dass die Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach wegen des sonnigen Wetters heute viel Energie erzeugen wird. In diesem Moment erinnert sie sich an den Tag vor zwei Jahren, als die PV-Anlage auf ihrem Dach installiert wurde. Damals ist für sie ein großer Traum in Erfüllung gegangen: Den Großteil der notwendigen elektrischen Energie für den eigenen Haushalt umweltfreundlich und vor Ort zu erzeugen. Emma fragt sich, wie die App auf ihrem Handy wohl die Photovoltaik-Vorhersage berechnet, schließlich hat sie damals keine Informationen über die Anlage eingeben müssen. Lernt die App das etwa alles selbst? Und wenn ja, wie?

Wie haben wir angefangen?

Seit drei Jahren arbeitet die Arbeitsgruppe Energiemanagement am DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme in Oldenburg an einem Verfahren zur direkten Vorhersage der PV-Leistung mit Hilfe des maschinellen Lernens beziehungsweise der künstlichen Intelligenz. Besonders ausführlich wurde dieses Thema im Forschungsprojekt EMGIMO untersucht. Die allgemeinen Problemstellungen und Ziele dieses Projektes könnt ihr im ersten Teil dieses Blogs nachlesen. weiterlesen