Artikel zu "Astronauten"

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Raumfahrt | 27. September 2023 | von Tom Uhlig

ISS-Commander „Faultier“

Quelle: ESA/NASA
Zweimal Faultier an Bord!

Ein paar Wochen in der Zeit zurückgespult: Ich sitze am Laptop und schaue mir den Start des dänischen ESA-Astronauten Andreas Mogensen zur Internationalen Raumstation ISS an. Und ich reibe mir verwundert die Augen: ein Faultier als „zero-g indicator“? Are you kidding? Freilich ist der zero-g indicator kein ernstzunehmendes Messgerät: Es ist eher ein Brauch, der bis auf Juri Gagarin zurückgeht, den ersten Menschen im Weltall. Auch er hatte eine kleine Puppe in seiner Kapsel. Sobald diese begann, herumzufliegen, wusste er, dass nun Schwerelosigkeit herrschte – Physiker bezeichnen die Erdbeschleunigung mit dem Buchstaben g, daher ist unter „0 g“ im Physikerslang eben Schwerelosigkeit zu verstehen: ein „Messgerät für Schwerelosigkeit“ also... weiterlesen

Raumfahrt | 26. Juli 2023 | von Tom Uhlig

Wie Schlupp auf dem blauen Planeten – Roboter auf „irdischem Mars“ von der ISS aus bedienen

ESA- und DLR-Roboterteam arbeitet zusammen
Quelle: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)
Die Surface-Avatar-Experimente sollen zeigen, wie ein Team von Robotern teil- bis vollautonom zusammenarbeiten. Hier geht der humanoide DLR-Roboter Rollin‘ Justin auf den ESA-Rover Interact zu. Justin soll von diesem eine Gesteinsprobe übernehmen und zum Lander bringen.

Beim Nachdenken über einen netten Aufhänger für diesen Beitrag bin ich schließlich bei Schlupp vom grünen Stern hängengeblieben. Kennen Sie den? Er ist Bewohner des Planeten Balda 7-3, erschaffen von Ellis Kaut, der Mutter des Pumuckls, und berühmt geworden durch die Marionettenversion der Augsburger Puppenkiste, die einige Dutzend Kilometer nordwestlich unseres Kontrollzentrums gelegen ist. Wie komme ich ausgerechnet auf Schlupp, wenn ich hier über Experimente aus dem Forschungsfeld der Telepräsenz-Robotik von DLR und ESA berichten möchte, die diese Woche bei uns in Oberpfaffenhofen gelaufen sind?

Naja, er ist ein kleiner Roboter von außerirdischer Herkunft und hat damit einen soliden Raumfahrtbezug. Und er wird – wie jede Marionette – „von oben“ gesteuert. Wenn das keine unmittelbaren Anknüpfungspunkte für Surface Avatar sind! Das Experiment, das wir zusammen mit dem DLR-Institut für Robotik und Mechatronik seit Wochen intensiv in unserer „Sim-Halle“ im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen vorbereiten. weiterlesen

Raumfahrt | 28. März 2023 | von Tom Uhlig

Science Debrief nach ISS-Mission: Astronaut Matthias Maurer bei uns in Oberpfaffenhofen

Ein festes Ritual nach einer erfolgreichen Mission: Matthias Maurer verewigt seine Mission im DLR-Kontrollraum
Quelle: © DLR / German Zoeschinger
Ein festes Ritual nach einer erfolgreichen Mission: Matthias Maurer verewigt seine Mission in unserem Kontrollraum

Sind Sie vielseitig interessiert? Kennen Sie sich in verschiedensten Wissensgebieten aus und können Sie schnell komplexe Zusammenhänge verstehen? Sie können beim Pflanzenwachstum ebenso mitdiskutieren wie bei der Mikrostrukturierung von Oberflächen, dem Fourierraum oder der künstlichen Intelligenz? Dann wären Sie letzte Woche bei uns richtig gewesen!

Donnerstag und Freitag hatten wir einen Teil der zahlreichen europäischen Forscherinnen und Forscher am Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum zu Gast, die für die Experimente der Cosmic-Kiss-Mission von Matthias Maurer verantwortlich waren. Sie gaben erste Einblicke in die Ergebnisse ihrer Arbeiten, bei denen das Experiment auf der Raumstation selbst meist nur ein sehr kleiner Bruchteil war – wenn auch ein unverzichtbarer. weiterlesen

Raumfahrt | 24. März 2023 | von Tom Uhlig

Deutsches Raumfahrtkontrollzentrum macht erste Schritte zur Auswahl zukünftiger Mond- und Mars-Astronautinnen

Matthias Maurer steht den Zwillingen Mira und Luise im GSOC des DLR in Oberpfaffenhofen Rede und Antwort
Quelle: © DLR / German Zoeschinger. Alle Rechte vorbehalten.
Matthias Maurer steht den Zwillingen Mira und Luise Rede und Antwort

Sehr schön, mit dieser Überschrift habe ich Sie alle am Haken, oder? Sie hat mich auch etwas Zeit gekostet – darf ja nicht falsch sein, kann aber auch mal leicht reißerisch sein. Wie kann ich die Überschrift rechtfertigen? Naja, der Mittwoch dieser Woche stand für uns im GSOC, dem Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum am DLR Oberpfaffenhofen, ganz im Zeichen der Nachwuchsförderung und Öffentlichkeitsarbeit. Und das ist gut so, denn wenn wir es schaffen, unsere Kinder schon früh für die Raumfahrt –und die Naturwissenschaften im Allgemeinen – zu begeistern, dann bringt uns das als Gesellschaft weiter. Und nebenbei sorgen wir eben damit auch dafür, dass es immer mehr Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland für zukünftige astronautische Weltraummissionen gibt.

Zum einen hatten wir Besuch von den Zwillingen Mira und Luise – „bekannt aus Funk und Fernsehen“: Die beiden hatten bei der Kinderwette der letzten „Wetten, dass?“-Folge gewettet, dass sie ihre 200 Teddybären, alle komplett gleich, jeweils mit dem richtigen Namen benennen könnten. Erst jetzt, wo ich vor den beiden Zwillingen gestanden habe, verstehe ich diese Leistung erst so richtig – ich habe schon bei zwei Exemplaren meine Schwierigkeiten… weiterlesen

Raumfahrt | 14. April 2022 | von Ulrich Köhler

Vor 50 Jahren: Apollo 16 und die „falschen“ Steine

Quelle: NASA
Jump! Ob dieses Foto Eddie van Halen 1983 zu seinem wohl bekanntesten Song animiert hatte? John Young salutierte jedenfalls am ungewöhnlichsten von allen zwölf ‚Moonwalkern‘ vor dem Star Spangled Banner; links die Mondfähre Orion.

„Habt ihr heute bei Eurer Exkursion irgendwelche Felsen gesehen, bei denen ihr sicher seid, dass es keine Brekzien sind?“ bohrte Tony England nach, der Capcom während der zurückliegenden Stunden, als die beiden Apollo-16-Astronauten ihre erste Mondexkursion absolvierten. Der ‚Capsule Communicator‘, jener Astronaut am Boden, der die Kommunikation mit den Apollo-Astronauten auf dem Mond und in dessen Umlaufbahn führte, wurde von den Wissenschaftlern im ‚Backroom‘, einem Raum hinter dem Kontrollzentrum, intensiv bearbeitet, noch einmal nach den Gesteinen entlang der ersten Exkursionsroute nachzuhaken. Denn John Young und Charly Duke hatten nicht das gefunden, was sie nach Meinung der Geologen hätten finden müssen: Vulkangesteine. Entsprechend fiel Charly Dukes Antwort aus: „Negativ. Ich habe nichts gesehen von dem ich überzeugt wäre, dass es keine Brekzie ist.“ weiterlesen

Raumfahrt | 25. November 2021 | von Jan Wörner

Bettruhestudie SANS-CM: 30 Tage Liegen für die Raumfahrt

DLR-Unterdruckzylinder LBNP (Lower Body Negative Pressure Device)
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die Betten der aktuellen Bettruhestudie im DLR: Das Kopfende ist wie gewohnt um sechs Grad nach unten geneigt. Neu sind die Unterdruckzylinder, die den Körper ab Taille abwärts umschließen. Angewandt werden sie bei Probandinnen und Probanden für sechs Stunden pro Tag.

Was passiert mit uns in der Schwerelosigkeit? Welche Auswirkungen haben die Verhältnisse im Weltraum auf den menschlichen Körper? Wie verhindern wir unerwünschte Effekte bei einem Langzeit-Raumflug? Das sind Fragen, die sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch auf der Erde stellen. Und sie finden Antworten, trotz der Schwerkraft, die hier herrscht. Die Forschenden können sie überlisten – wie bei der aktuellen Bettruhestudie im :envihab, unserer luft- und raumfahrtmedizinischen Forschungseinrichtung. Acht Männer und vier Frauen legen sich ohne Unterbrechung 30 Tage ins Bett. Das Kopfende ist um sechs Grad nach unten geneigt, es gibt kein Kissen. Dann verteilen sich die Flüssigkeiten im Körper wie in Schwerelosigkeit: von den Beinen in Richtung Kopf. Und schon ist man irdische Astronautin oder irdischer Astronaut. weiterlesen

Raumfahrt | 25. Mai 2021 | von Ulrich Köhler

Vor 60 Jahren: JFK eröffnet den Wettlauf zum Mond

Quelle: JFK Library
25. Mai 1961: John F. Kennedy wirbt vor dem US-Kongress für einen bemannten Raumflug zum Mond.

Bedeutende Reden und große Worte tragen oft erheblich zum Ruhm und Nachruhm berühmter Männer und Frauen bei, umso mehr, wenn diese dann auch Wirkung entfalten. Da wir hier über Raumfahrt reden, sei einmal mehr der kleine Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit zitiert, den Neil Armstrong 1969 bei seinem Hüpfer von der untersten Sprosse der Leiter der Mondfähre Eagle über Funk ins Kontrollzentrum der NASA nach Houston und von dort in alle Welt funkte. Oder davor 1961 Juri Gagarins Pojechali (auf geht's!). weiterlesen

Raumfahrt | 17. April 2020 | von Ulrich Köhler

Apollo 13: Sternstunde der NASA

Quelle: NASA
Kommandant Jim Lovell konnte es selbst wohl kaum glauben, was er da im Honolulu Chronicle am Tag nach der Rettung von Apollo 13 las: "Astronauts Safe".

NASA's finest hour, eine Sternstunde der NASA war das, heute vor 50 Jahren. Da kann es keine zwei Meinungen geben (sagt der Autor jetzt in felsenfester Überzeugung). An diesem 17. April endete die legendäre Mission der Apollo 13, das glückliche Finale eines schier unglaublichen Dramas. Um 18:07 Uhr UTC war das, als die Kommandokapsel südöstlich von Westsamoa im Pazifischen Ozean wasserte, dort also am Vormittag. Die Crew lebte! Sie konnte sofort von Froschmännern geborgen werden und auf dem Flugzeugträger USS Iwo Jima 'festen Boden' unter die Füße nehmen. weiterlesen

Raumfahrt | 19. November 2019 | von Ulrich Köhler

Vor 50 Jahren: 2. Mondlandung mit der Apollo 12-Mission

Quelle: NASA
Apollo 12-Astronaut Alan L. Bean beim Verschließen eines mit Mondstaub gefüllten Vakuum-Probenbehälters, fotografiert von Kommandant Charles "Pete" Conrad.

"Flight, try SCE to Aux". Im Kontrollraum in Houston wusste keiner, was der junge Elektronik-Ingenieur John Aaron damit meinte - "Versucht den SCE-Schalter auf die Aux-Position zu stellen". Trotzdem gab Flugdirektor Gerry Griffin die Anweisung an den CapCom, (Capsule Communicator), der den Dialog mit der gerade gestarteten Apollo-12-Crew per Funk aufrechterhielt, weiter. Denn die Situation war ernst. Apollo 12 schien eine halbe Minute nach dem Start in großen Schwierigkeiten. In der Kommandokapsel fiel der Strom auf extrem niedrige Spannung und setzte stellenweise sogar ganz aus. Kontrolllichter blinkten überall auf dem unübersichtlichen Instrumentenpanel auf. Der Funkverkehr mit der Bodenstation war verstümmelt. Ein Blitzschlag, wie sich später herausstellte, hatte die Elektronik lahmgelegt. Die Mission stand kurz vor dem Abbruch - mit einem Absprengen der Kommandokapsel hätte versucht werden müssen, die Astronauten zu retten. Das wurde zuvor noch nie durchgeführt. Das Leben der Astronauten stand auf dem Spiel! An die zweite Mondlandung dachte in diesen Sekunden niemand. weiterlesen

Raumfahrt | 19. Dezember 2018 | von Fabian Walker

Zeitplan zur Rückkehr von Alexander Gerst

Sojus Return
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Zeitplan zur Rückkehr von Alexander Gerst am 20. Dezember 2018

Nach 197 Tagen im All kehrt Alexander Gerst mit seinen beiden Crew-Mitgliedern am 20.12.2018 zur Erde zurück. Bereits am 19.12.2018 um 22:45 Uhr verabschiedet sich Gerst von der verbleibenden Crew auf der ISS. Kurz danach wird die Luke zum Sojus-Raumschiff geschlossen. Der weitere Zeitplan am 20.12.2018 ist folgendermaßen (geplante Zeiten in deutscher Zeitzone): weiterlesen