Artikel zu "Radar"

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Raumfahrt | 02. November 2023

Was gibt es Neues über die deutschen Radar-Satelliten?

Die Mission TanDEM-X
Quelle: DLR
Die Satellitenzwillinge TerraSAR-X und TanDEM-X fliegen im engen Formationsflug mit nur einigen hundert Metern Abstand und erfassen so Daten für digitale Höhenmodelle.

Unsere Erde ist ein komplexes und dynamisches System, und die Radar-Fernerkundung ist darauf ausgerichtet, quantitative 3D- und 4D-Informationen der Erdoberfläche zu liefern. Während des TerraSAR-X und TanDEM-X Science-Team-Workshops im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt vom 18. bis 20. Oktober 2023 wurden die neuesten Forschungsergebnisse und Informationsprodukte aus den hochaufgelösten Daten der deutschen Satelliten vorgestellt. weiterlesen

Raumfahrt | 24. Oktober 2023

Von innovativen Referenzzielen und analysefertigen Radardaten

Dual-Band (L/X) Kalibrierungstransponder zur Unterstützung zukünftiger Satelliten-SAR-Missionen

Führende Experten für die Kalibrierung satellitengestützter Satelliten-SAR-Systeme in Oberpfaffenhofen

Quelle: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)
Kürzlich aufgebauter innovativer Dual-Band (L/X) Kalibrierungstransponder zur Unterstützung zukünftiger Satelliten-SAR-Missionen (Ausschnitt)

Wie definiert und sichert man die Datenqualität modernster satellitengestützter Radarsatelliten? Wie können dabei Synergien zwischen den verschiedenen aktuellen und zukünftigen Radarmissionen genutzt werden? Wie stellt man die Vergleichbarkeit zwischen den Daten der Radarmissionen der vielen nationalen und internationalen Raumfahrtagenturen her? Und wie können komplexe Datensätze von Radarsatelliten so aufbereitet werden, dass sie auch von Nicht-Radarexperten genutzt werden können?

Zur Diskussion dieser und vieler weiterer Fragen aus dem Bereich der Kalibrierung (Vermessung) von Radarsatellitenmissionen traf sich eine internationale Gemeinschaft von Radarexperten vergangene Woche am Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen zum jährlichen Treffen der „CEOS WGCV SAR-Untergruppe zur Kalibrierung und Validierung von hochauflösenden Radarsensoren mit synthetischer Apertur (SAR)“. weiterlesen

Raumfahrt | 13. Februar 2023 | von Irena Hajnsek

PermaSAR – Neue Messmethoden für Permafrost mit dem Flugzeug-Radarsystem des DLR

Tatkräftig wird der Schnee aus dem sogenannten Corner Reflector geschippt.
Quelle: © DLR / Irena Hajnsek
Tatkräftig wird der Schnee aus dem sogenannten Corner Reflector geschippt. Er dient dem Flugzeug-Instrument dazu, das Radar-Signal zu eichen. Deshalb muss es schneefrei bleiben, denn sonst wird die Eichung des Signals ungenau. Zu jedem Überflug wurden die Corner Reflectors überprüft, jeweils in Ihrer Position und ob sie noch frei von Schnee sind.

Mit der Fernerkundung ist es heute möglich, das Auftauen und Gefrieren der oberen Bodenschichten des Permafrostbodens zu beobachten. Besonders mit dem Radar, das ein aktives System ist und bei Tag und Nacht betrieben werden kann, ist sie besonders gut geeignet, den genauen Zeitpunkt des Gefrierens und Tauens zu ermitteln. weiterlesen

Luftfahrt | 02. Juni 2015

ARCTIC15 - Erste Kampagnenphase erfolgreich beendet

SAR-Daten
Quelle: DLR / Martin Keller (CC-BY 3.0)
Eine erste SAR-Aufnahme des Testgeländes in Kangerlussuaq. Die Farben stellen die Intensität in unterschiedlichen Polarisationen dar. Der Flughafen ist deutlich in Schwarz zu erkennen. Von der Mitte des Bildes aus verläuft der Fjord in südwestliche Richtung, wo Ski-Doo-Spuren zu sehen sind, die ins nächste Dorf führen.

Drei Kalibrierungsflüge, zehn Überflüge der verschiedenen Testgebiete, mehr als 100 Radardatensätze und somit 4,8 Terabyte an SAR-Daten: Das sind die Zahlen, die hinter der Arbeit unseres Teams in den letzten zwei Wochen stehen. Dies schloss auch die Änderung der Antennenkonfiguration (von X-C-S-L-Band zu P-Band) mit ein. Schlechtes Wetter hatte das Team zum Glück nur einmal in dieser ersten Phase.

Das DLR-Flugzeug Do-228, ausgestattet mit dem F-SAR System, kam am Freitag, dem 24. April 2015 in Kangerlussuaq an. Schon am darauffolgenden Montag startete das Team, bestehend aus zwei Piloten, einem Flugingenieur und zwei Wissenschaftlern, die das Radar bedienen, den ersten Kalibrierungsflug. In den ersten beiden Wochen ist die Antennenkonfiguration für die X-, C-, S- und L-Frequenzbänder auf dem Flugzeug installiert. Dieses Frequenzspektrum ermöglicht es uns, Radaraufnahmen mit unterschiedlichen Eindringtiefen in Schnee und Eis zu vergleichen. Das Team erhob SAR-Daten über allen Untersuchungsgebieten, die wir mit Radarreflektoren ausgestattet hatten. Außerdem wurde das Gelände im Umkreis des Flughafens von Kangerlussuaq zu Kalibrierungszwecken überflogen und mit sieben Reflektoren ausgestattet. Es scheint, als hätten sich die Anwohner schnell an die eigenartigen Metalldinger in ihrer Stadt gewöhnt.

Quelle: DLR / Ralf Horn (CC-BY 3.0)
Das DLR Do-228 mit dem F-SAR-Radarsystem an Bord, nachdem es am Flughafen Ilulissat (Grönland) wieder aufgetankt wurde. Der X-C-S-L-Antennenaufsatz ist hinten am Flugzeug zu erkennen.

In den ersten Tagen nach den Kalibrierungsflügen hatte unser F-SAR-Team zwar kleinere und größere Probleme zu lösen, mit denen während eines solchen Projektes immer gerechnet werden muss - von fehlenden Adaptern für die Sauerstoffbetankung bis hin zu instabilen Elektronikteilen des Radarsystems. Aber wir konnten alle Fehler beheben, ohne dass außerplanmäßige Verzögerungen entstanden. Ich muss zugeben, dass ich wirklich besorgt war, eines der Testgelände aufgrund der technischen Probleme zu verlieren, allerdings konnten bisher nahezu alle Messungen wie geplant aufgenommen werden. Derzeit können wir sagen, dass die X-C-S-L-Phase erfolgreich war und uns zahlreiche wissenschaftliche Daten eingebracht hat.

Quelle: DLR / Georg Fischer (CC-BY 3.0)
Das F-SAR-Team trifft Vorkehrungen zur Entfernung der X-C-S-L-Antenne von der Seite des Do-228.

Gestern wurde die Änderung zur P-Band-Antennenkonfiguration abgeschlossen. Die P-Band-Wellenlänge ist die Längste, die wir im Rahmen dieses Projekts nutzen werden, und dringt mehrere Dutzende Meter ins Eis ein. Wir sind schon ganz gespannt, welche Eigenschaften wir in den tieferen Schichten des Eises beobachten werden.

Während ich dies schreibe, fliegt das F-SAR-Team für die ersten P-Band-Erfassungen gerade über den K-Transekt. Wir sind zu diesem Zeitpunkt sehr optimistisch bezüglich der bevorstehenden Projektphasen. Und währenddessen kommt hier in Grönland der Frühling bei sonnigen +8 Grad Celsius.