Über den Autor

Nicole Schmitz

Nicole Schmitz

Nicole Schmitz, die an der RWTH Aachen Maschinenbau mit Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt studiert hat, ist im DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin als Ingenieurin, Projektmanagerin und sogenannte Co-Investigatorin an verschiedenen Kamera- und Spektrometer-Experimenten für ESA-und NASA-Missionen beteiligt, zum Beispiel PanCam und ISEM auf ExoMars, MastCam-Z auf Mars2020, JANUS auf JUICE, MASCAM auf Hayabusa-2/MASCOT. Sie arbeitet eng mit Geologen, Mineralogen, Astrobiologen und vielen anderen Forschern verschiedenster Fachrichtungen zusammen, deren wissenschaftliche Anforderungen sie in technische Funktionalitäten umsetzt.

Sie ist die Projektmanagerin des MASCAM-Experiments, und hat zusammen mit ihrem Team die Konzipierung, den Bau und die Integration des Instruments im MASCOT-Lander umgesetzt. Sie ist auch Mitglied des wissenschaftlichen Teams der Experimente MASCAM und MicrOmega auf dem MASCOT-Lander sowie der ONC-Kameras auf Hayabusa-2.

Zusätzlich arbeitet sie in verschiedenen internationalen Expertengruppen der ISECG (International Space Exploration Advisory Group), in denen sich Experten aller Raumfahrtagenturen austauschen, um diejenigen Technologien zu identifizieren und gemeinsam zu entwickeln, die für die Umsetzung der internationalen Pläne zur Exploration des Sonnensystems in Zukunft benötigt werden. In dem von ESA und NASA eingesetzten "iMars" Komitee ist sie mitverantwortlich für die Erarbeitung einer internationalen Strategie, die es uns ermöglichen soll, in naher Zukunft Boden- und Gesteinsproben vom Mars zurückzubringen.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Entwicklung der Stereokamera PanCam, die 2018 mit der ExoMars-Mission zum roten Planeten fliegen soll. Ziel der Mission: dort nach Spuren von Leben auf dem Mars zu suchen. Von einem Rover aus wird das Gerät hochauflösende 3-D-Bilder der Marsoberfläche schießen und über verschiedene optische Filter Informationen über ihren Aufbau liefern. Um Prototypen des Geräts in einer realitätsnahen, Mars-analogen Umgebung auf ihre wissenschaftliche Tauglichkeit zu überprüfen, nahm sie bereits 6 Mal als leitende Ingenieurin und Mitglied des Management Teams an der ESA-NASA Expedition AMASE (Mars Analague Svalbard Expedition) teil. Diese Expedition findet seit 2003 jährlich auf Spitzbergen und Svalbard statt. Dort untersucht ein internationales Team aus ESA- und NASA-Wissenschaftlern und Ingenieuren geologische Phänomene mit einem Bezug zur Marsforschung oder der Astrobiologie. Während dieser Expeditionen wird Mars-analoge Wissenschaft in Missions-ähnlichen Szenarien in Svalbard durchgeführt, um verschiedene Rover zusammen mit Prototypen der wichtigsten Instrumente für auf ihre Eignung für zukünftige Mars-Missionen zu untersuchen (Mars Science Laboratory - Curiosity, ExoMars). Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Beantwortung einer wissenschaftlichen Fragestellung mithilfe einer geeigneten Kombination dieser Instrumente, unter Verwendung von Missions-ähnlichen Prozeduren.

Zur Bearbeitung der wissenschaftlichen Fragestellungen werden Rover, Technologien und Instrumente für zukünftige Mars-Missionen eingesetzt. So lässt sich am Besten überprüfen, ob diese Prototypen ihrer wissenschaftlichen Aufgabe gewachsen sind.

Beiträge von Nicole Schmitz

Raumfahrt | 28. September 2018

Teamwork: Hayabusa2 & Mascot und welche Rolle die Kamera des Landers spielt

Zur Untersuchung von Ryugu bilden Hayabusa2 und Mascot ein starkes Team: Während Hayabusa2 die Asteroidenoberfläche aus der Position über dem Asteroiden untersucht und Bodenproben nimmt, wird Mascot die Asteroidenoberfläche direkt vom Boden aus untersuchen. Unsere Mascot Kamera, genannt MASCAM, hat dabei eine wichtige Aufgabe, denn sie soll von ihrer Position direkt auf dem Boden hochaufgelöste Aufnahmen der Umgebung der Bodenproben liefern, die Hayabusa2 später zur Erde zurückbringt. weiterlesen

Raumfahrt | 16. Februar 2016

Abschied von der Mario Zucchelli-Station, Datenauswertung und Ozeanographie - Teil 10

Es ist Freitag, der 12. Februar 2016. Ich sitze in meiner Kabine auf der "Italica", die ich mit drei Kolleginnen teile: der Geologin Tina, der Geophysikerin Antonia und der Expeditionsärztin Ulrike. Es ist 14 Uhr nachmittags, wir haben gerade gegessen, vor unserem Bullauge treiben die Eisschollen vorbei, und wir vier sind alle damit beschäftigt, unsere Daten zu analysieren und erste Zusammenfassungen unserer Ergebnisse aufzuschreiben. weiterlesen

Raumfahrt | 12. Januar 2016 | 1 Kommentar

Forschen unter extremen Bedingungen - Teil 5

Es ist Sonntag, der 10. Januar 2016, 15:30 Uhr, und wir sitzen gerade im warmen Küchen- und Arbeitszelt im Helliwell Hills-Camp, mittlerweile auch scherzhaft "Helliwell Hell" genannt. Draußen tobt seit heute Nacht ein Schneesturm mit Windstärken von bis zu 60 Knoten. Der Wind pfeift um unser Zelt, rüttelt an den Zeltwänden, und treibt immer wieder Schnee durch sämtliche Ritzen. weiterlesen

Raumfahrt | 10. Januar 2016

Wir betreten den antarktischen Kontinent - Teil 4

Nach zwölf Tagen auf See und weiteren drei Tagen auf dem Schiff konnten wir pünktlich zu Neujahr am 1. Januar 2016 endlich den antarktischen Kontinent betreten. Im Moment genießen wir die Gastfreundschaft unserer italienischen Kollegen in der Mario Zucchelli-Station in der Terra Nova-Bucht, während wir auf gutes Flugwetter warten, um unsere Reise in Richtung der Helliwell Hills fortsetzen zu können. weiterlesen