Cessna 208B Grand Caravan im Flug
Cess­na 208B Grand Ca­ra­van im Flug
Bild 1/6, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Cessna 208B Grand Caravan im Flug

Die kleins­te Ma­schi­ne des DLR-Flug­be­triebs in Ober­pfaf­fen­ho­fen ist ei­ne Cess­na 208B Grand Ca­ra­van, Ken­nung D-FDLR. Das ein­mo­to­ri­ge Tur­bo­prop-Flug­zeug wird vom Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR) haupt­säch­lich zur Fer­ner­kun­dung ein­ge­setzt und eig­net sich be­son­ders für Ka­me­raflü­ge, wie zum Bei­spiel mit der vom DLR be­trie­be­nen hoch­auf­lö­sen­den Ste­reo­ka­me­ra HR­SC (High Re­so­lu­ti­on Ste­reo Ca­me­ra), die auch für Welt­raum­mis­sio­nen ge­nutzt wird.
Das einmotorige Turboprop-Flugzeug Cessna 208B Grand Caravan von vorne
Das ein­mo­to­ri­ge Tur­bo­prop-Flug­zeug Cess­na 208B Grand Ca­ra­van
Bild 2/6, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Das einmotorige Turboprop-Flugzeug Cessna 208B Grand Caravan

Die Cess­na 208B ist be­son­ders gut für spe­zi­el­le Ka­me­raflü­ge ge­eig­net wie zum Bei­spiel mit der hoch­auf­lö­sen­den Ste­reo­ka­me­ra HR­SC.
Die Cessna C208B Grand Caravan von unten
Der "Flie­gen­de Hör­saal" - Cess­na 208B
Bild 3/6, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Der "Fliegende Hörsaal" - Cessna 208B

Die Cess­na C208B Grand Ca­ra­van (Ken­nung D-FDLR) wur­de in­ner­halb der Flug­ab­tei­lung Ober­pfa­fen­ho­fen zum "Flie­gen­den Hör­saal" um­ge­baut.
Das Cockpit der Cessna 208B
Im Cock­pit der Cess­na 208B
Bild 4/6, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Im Cockpit der Cessna 208B

Als "Flie­gen­der Hör­saal" kann das Flug­zeug für die Aus­bil­dung von In­ge­nieu­ren der Luft- und Raum­fahrt­tech­nik, Me­teo­ro­lo­gen und Flug­wet­ter­be­ra­tern ge­nutzt wer­den.
Cessna (D-FDLR)
Cess­na Grand Ca­ra­van (D-FDLR)
Bild 5/6, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Cessna Grand Caravan (D-FDLR)

Um­fang­rei­che Mo­di­fi­ka­tio­nen und Er­wei­te­run­gen ha­ben die DLR-ei­ge­ne Cess­na Grand Ca­ra­van zu ei­nem ge­frag­ten For­schungs­ge­rät ge­macht. Durch ih­re leich­te, aber ro­bus­te Bau­art eig­net sie sich für viel­fäl­ti­ge For­schungs­ein­sät­ze mit klei­ne­ren In­stru­men­ten­pa­ke­ten.
Unterhalb der Tragfläche angebrachte Meteo-Pods
At­mo­sphä­ren­for­schung mit Me­teo-Pods
Bild 6/6, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Atmosphärenforschung mit Meteo-Pods

Das Bild zeigt Be­häl­ter, die so ge­nann­te Me­teo-Pods, die un­ter­halb der Trag­flä­che an­ge­bracht sind. Sie ent­hal­ten In­stru­men­te zur Mes­sung me­teo­ro­lo­gi­scher Da­ten.

Die Cessna 208B Grand Caravan, Kennung D-FDLR, als kleinstes Forschungsflugzeug am DLR-Standort Oberpfaffenhofen ist ein einmotoriges Turboprop-Flugzeug, welches primär in der Fernerkundung, in-situ-Atmosphärenforschung und Ausbildung von angehenden Wissenschaftlern in Luft- und Raumfahrttechnik und Meteorologie eingesetzt wird.

Wie die anderen DLR-Forschungsflugzeuge spielt auch die Cessna Grand Caravan eine große Rolle in der europäischen Flotte für Flugzeugforschung EUFAR (EUropean Fleet for Airborne Research) - eine Initiative, an der sich führende europäische Einrichtungen und Firmen auf dem Gebiet der flugzeuggetragenen Forschung beteiligen.

Als Forschungsflugzeug in der Fernerkundung eignet es sich besonders für Kameraflüge, wie zum Beispiel mit den vom DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung betriebenen hochauflösenden Stereokameras.

Eine breite Anwendung sowohl für Flugpraktika als auch für wissenschaftliche Missionen in der in-situ Atmosphärenforschung eröffnet sich durch den Einsatz eines Meteo-Pods; ein unter der linken Tragfläche angebrachter Behälter, der Instrumente zur Messung meteorologischer Parameter enthält. Dies ermöglicht es, Atmosphärenparameter in der freien Anströmung, also ohne Beeinflussung durch den Flugzeugrumpf, zu messen. Die räumliche Struktur der Atmosphäre kann so vermessen werden.

Der "fliegende Hörsaal"

Im Rahmen des "Fliegenden Hörsaals" bietet das DLR Studierenden der Luft- und Raumfahrt, angehenden Atmosphärenwissenschaftlern und Flugwetterberatern in Zusammenarbeit mit ihren Hochschulen die Möglichkeit an, Flugpraktika in der Cessna 208B zu absolvieren. Als „Fliegender Hörsaal“ verfügt die Cessna Grand Caravan über sieben individuelle Messplätze an Bord. Damit haben Teilnehmer die Möglichkeit, verschiedene Flugversuche nicht nur selbst im Flugzeug mitzuerleben, sondern auch an jedem Platz auf einem Monitor mit virtuellen Cockpitinstrumenten die verschiedensten Flugmanöver und Messdaten detailliert mitzuverfolgen.

Beispielsweise können bei den Testflugszenarien Kräfte und Bewegungsdaten dargestellt werden, die ein Flugversuchsingenieur benötigt, um das Flugverhalten eines Flugzeugs zu beurteilen. So kann etwa das Manöver zur Messung der Steigleistung in einem Zeit/Höhenplot verfolgt werden. Zeitreihen können dazu dienen, die Qualität des Manövers einzuschätzen.

In Zusammenarbeit mit den Universitäten wurden zu verschiedenen Flugmanövern Testkarten erstellt, die es erlauben, minutiös jede Phase zu protokollieren und auch Begleitdaten zu erfassen (wie zum Beispiel den Treibstoffverbrauch und damit die Veränderung der Flugzeugmasse im Verlauf des Flugs). Auf diese Weise sind Manöver wie die Erfliegung der Phygoide (Bahnschwingung der Längsbewegung), die Bestimmung von Neutralpunkt und Manöverpunkt, von Gleitflugpolare oder der Steigflugleistung vorbereitet. Mit Ballasten kann der Schwerpunkt des Flugzeuges zusätzlich variiert werden, um über mehrere Flügge eine breite Datenbasis erzeugen zu können. Die Praktika werden im Auftrag der Universitäten von der DLR Einrichtung für Flugexperimente in Oberpfaffenhofen organisiert und durchgeführt.

Ansprechpartner"Fliegenden Hörsaal"Telefon
Christian MallaumWissenschaftliche Betreuung+49 8153 28-3042
Stephan StorhasFlugversuchsingenieur+49 8153 28-1725
Oliver PaxaProjektmanagement+49 8153 28-1078


Modifikationen

Umfangreiche Modifikationen und Erweiterungen haben die DLR-eigene Cessna Grand Caravan zu einem gefragten Forschungsgerät gemacht. Durch ihre leichte, aber robuste Bauart eignet sie sich für vielfältige Forschungseinsätze mit kleineren Instrumentenpaketen.

An der Flugzeugstruktur und an der Basisausstattung wurden folgende Modifikationen vorgenommen:

  • Ein für den Flugbetrieb entwickeltes meteorologisches Sensorpaket kann bei Bedarf unter die linke Tragfläche montiert werden. Gemessen werden Temperatur, Druck, Feuchte sowie Windgeschwindigkeit und Richtung. Das System ist für Turbulenzmessungen geeignet.
  • Zwei kleine Öffnungen im Dach der Caravan
  • Zwei große verschließbare Öffnungen auf der Rumpfunterseite
  • Speziell modifiziertes Auspuffsystem
  • Zusatzgenerator für Experimente (150 Ampere und 50 Ampere auf zwei getrennten Bussystemen)
  • Zusätzlicher Anschluss für Experimentalstromversorgung am Boden
  • Befestigungspunkte unter den Flügeln für Lasten bis zu 127 Kilogramm pro Tragfläche
  • Hochpräzises Navigationssystem (CCNS4 und AEROcontrol der IGI GmbH, Germany)

Technische DatenCessna C 208B Grand Caravan
Länge:12,7 Meter
Höhe:4,57 Meter
Spannweite:15,9 Meter
Kabinenlänge:4,82 Meter
Kabinenbreite:1,63 Meter
Kabinenhöhe:1,37 Meter
Sitzplätze:13 (Im Rahmen der DLR-Forschung drei Besatzungsmitglieder und bis zu drei Wissenschaftler oder Besatzungsmitglieder und sieben Studenten bei Flugpraktika)
Leergewicht:2,3 Tonnen
Gesamtgewicht:Maximale Abflugmasse 3,96 Tonnen
Antrieb:Pratt & Whitney Canada Triebwerk, Modell PT6A-114 mit 675 Wellen-PS
Propeller:dreiblättriger, verstellbarer Hartzell-Propeller
Reichweite:1660 Kilometer
Flughöhe:maximal 7620 Meter (25.000 Fuß)
Geschwindigkeit:maximal 314 Kilometer pro Stunde (10.000 Fuß)
Flugdauer:5:30 Stunden (ohne Nutzlast)
Tankkapazität:1 Tonne Kerosin
Ursprüngliche Nutzung:Passagier-, Rettungs-, Versorgungs- und Frachtflugzeug
DLR-Flugbetrieb:Oberpfaffenhofen

Kontakt
  • Ingmar Mayerbuch
    Lei­ter For­schungs­flug­ab­tei­lung Ober­pfaf­fen­ho­fen
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Flug­ex­pe­ri­men­te
    Telefon: +49 8153 28-2962
    Fax: +49 8153 28-1347
    Münchener Straße 20
    82234 Weßling
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