Der Eurocopter BO 105
Der Eu­ro­co­pter BO 105
Bild 1/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Der Eurocopter BO 105

Der fünf­sit­zi­ge Hub­schrau­ber Böl­kow BO 105 wur­de vom Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR) deut­lich mo­di­fi­ziert. Das Leis­tungs­spek­trum des Eu­ro­co­pters ist breit ge­fä­chert und kann für viel­fäl­ti­ge For­schungs­mis­sio­nen ge­nutzt wer­den.
LASSIE-System
LAS­SIE-Sys­tem zur ge­nau­en Ge­schwin­dig­keits­mes­sung
Bild 2/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

LASSIE-System zur genauen Geschwindigkeitsmessung

Da die Mes­s­er­geb­nis­se der Stan­dard­in­stru­men­te zu un­ge­nau sind ent­wi­ckel­ten die Wis­sen­schaft­ler des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) das LAS­SIE-Sys­tem (Low Air Speed Sen­sing and In­di­ca­ting Equip­ment).Das Sys­tem ist au­ßer­halb der BO 105 be­fes­tigt und lie­fert wäh­rend der Mess­kam­pa­gnen ge­naue Da­ten zur Flug­ge­schwin­dig­keit in un­te­ren Be­rei­chen.
IFR-Cockpit im Eurocopter BO 105
IFR-Cock­pit im Eu­ro­co­pter BO 105
Bild 3/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

IFR-Cockpit im Eurocopter BO 105

IFR-Cock­pit (In­stru­ment Flight Ru­les) zum Flie­gen un­ter er­schwer­ten Wet­ter­be­din­gun­gen, den so ge­nann­ten In­stru­ment Me­teo­ro­lo­gi­cal Con­di­ti­ons (IMC).

Der fünfsitzige Hubschrauber Eurocopter BO 105 basiert auf einem leichten Mehrzweck-Hubschrauber der Messerschmitt-Bölkow Blohm GmbH (MBB) und wurde für seinen Einsatz als universeller Forschungsträger vom Flugbetrieb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig stark modifiziert. Das Leistungsspektrum des BO 105 ist breit gefächert und ist für den Einsatz bei vielfältigen Forschungsmissionen besonders geeignet. Er dient unter anderem als Forschungsplattform für Flugeigenschaftsuntersuchungen, lärmarme Anflüge, Wärmebildaufnahmen, Pilotenassistenzsysteme und das Fliegen mit Außenlasten.

Je nach Anforderung kann der BO 105 mit einer Spezialausrüstung ausgestattet werden. Dazu gehören beispielsweise ein Nasenmast zur Ermittlung der Anströmverhältnisse und mit Drucksensoren und Dehnmeßstreifen modifizierte Haupt- und Heckrotorblätter zur Messung der Kräfte und Druckverhältnisse am Rotorblatt.

Als erster Hubschrauber in Deutschland wurde er serienmäßig mit einem gelenklosen Rotorkopf und zwei Turbinen ausgestattet. Der BO 105 war darüber hinaus der erste Hubschrauber, dessen Rotorblätter aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt wurden. Angetrieben wird er durch zwei Rolls-Royce/Allison 250-C 20B Triebwerke.

Modifikationen

Der Hubschrauber BO 105 unterscheidet sich vom Standard Bo 105 durch folgende Modifikationen:

  • Bordrechner zum Aufzeichnen von Flugparametern
  • Nasenmast zur genauen Messung von Anströmgeschwindigkeit und -richtung
  • Instrumentierter Haupt- und Heckrotor zur Messung der Kräfte und Druckverhältnisse am Rotorblatt
  • Befestigungspunkte außerhalb der Kabine für Nutzlasten wie zum Beispiel Infrarotkameras
  • IFR-Cockpit (Instrument Flight Rules) zum Fliegen bei schwierigen Wetterbedingungen, den so genannten Instrument Meteorological Conditions (IMC), die das Fliegen mit Instrumenten erfordern
  • LASSIE-System (Low Air Speed Sensing and Indicating Equipment). System zur genauen Messung der Fluggeschwindigkeit im unterem Geschwindigkeitsbereich
  • Flight Director-Konzept für Außenlasten. Das System verhindert Lastschwingungen, die häufig beim Transport von Außenlasten am Hubschrauber entstehen.

Mission - Forschungsschwerpunkte

Die Einsatzfelder des BO 105 sind vielseitig, er wird beispielsweise eingesetzt für:

  • Flugeigenschaftsuntersuchungen
  • Kameraträger für Wärmebildaufnahmen
  • Untersuchung von lärmarmen Anflügen
  • Entwicklung von Pilotenassistenzsystemen
  • Flüge mit Außenlasten

"Flight Director" - Sicher Fliegen mit Außenlasten

Beim Transport von Nutzlasten stehen Piloten bis heute meist vor einer großen Herausforderung, da beim Fliegen mit Außenlasten im Wesentlichen zwei Probleme auftauchen: Zum einen sieht der Pilot die Last nicht, und zum anderen ist die Steuerstrategie zum Abbau des Pendelns unklar. Versucht der Pilot gefühlsmäßig, das Pendeln durch Steuereingaben abzubauen, wird in vielen Fällen die Lastbewegung noch verstärkt. Um dem Piloten ein Hilfsmittel zur aktiven Dämpfung von Lastschwingungen zu bieten und so die Flugsicherheit zu erhöhen, wurde beim DLR das Flight Director-Konzept für Außenlasten entwickelt. Der Flight Director ist ein Instrument, das dem Piloten eine Kommandoanzeige für die Steuerung des Hubschraubers liefert. Dabei nutzt der Flight Director bei der Anwendung zur Dämpfung von Lastenschwingungen als Anzeige einen künstlichen Horizont. Das normale Eingangssignal wird mit einem Kommandosignal überlagert und führt so zu einer optimalen Pendeldämpfung.

Technologie zur Verbesserung der Flugeigenschaften

Mit moderner Computertechnik forschen die Flugbetriebe des DLR für die Verbesserung der Flugeigenschaften. Dazu gehört die Berechnung und Messung von Luftströmungen an fliegenden Hubschraubern. Mit aufwendig modifizierten Haupt- und Heckrotorblättern ist das DLR in der Lage, die Kräfte und Druckverhältnisse am sich drehenden Rotorblatt zu messen und diese Daten im Bordrechner für die spätere Auswertung am Boden aufzuzeichnen.

Technische DatenBO 105
Rumpflänge:8,56 Meter
Länge über Rotor:11,86 Meter
Höhe:3,02 Meter
Rotordurchmesser:9,84 Meter
Sitzplätze:fünf
Gewicht:maximal 2,4 Tonnen
Zuladung:640 Kilogramm
Antrieb:zwei Rolls-Royce/Allison 250-C 20B mit jeweils 313 Kilowatt Leistung
Flughöhe:maximal bis 5181 Meter (17.000 Feet)
Reichweite:500 Kilometer
Geschwindigkeit:maximal 262 Kilometer pro Stunde
Flugdauer:maximal 2,5 Stunden
Kraftstoffmenge:456 Kilogramm
Ursprüngliche Nutzung:Anwendung für staatliche Aufgaben wie Verkehrsüberwachung, Zivilschutz, Rettungsflüge, Polizei, Bundeswehr
DLR-Flugbetrieb:Braunschweig
Kontakt
  • Martin Gestwa
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