Die Mission "Blue Dot - Shaping the future"

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst im Raumanzug
Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst
Bild 1/9, Quelle: NASA.

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst wird im Rahmen seiner Mission "Blue Dot - Shaping the Future" 166 Tage auf der Internationalen Raumstation ISS sein.

Das Logo zur ISS-Mission "The Blue Dot"
"The Blue Dot" - Das Logo zur ISS-Mission des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst
Bild 2/9, Quelle: ESA

"The Blue Dot" - Das Logo zur ISS-Mission des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst

"The Blue Dot - Shaping the Future" lautet das Motto der ISS-Mission des nächsten deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst. Am Tag der Luft-und Raumfahrt am 22. September 2013 haben das DLR und die ESA das zum Missionsnamen passende Logo vorgestellt.

Transport der Sojus-Rakete
Angetrieben von 26 Millionen PS
Bild 3/9, Quelle: Ingalls/NASA.

Angetrieben von 26 Millionen PS

Alexander Gerst wird am 28. Mai 2014 mit einer russischen Sojus-Rakete vom Typ FG zur ISS aufbrechen. Seit dem Erststart dieser Version im Jahr 2001 hat die Rakete bisher 13 unbemannte und 34 bemannte Missionen erfolgreich gemeistert.

Die Erde als winziger blassblauer Punkt in den tiefen des Alls
Die Erde als "Pale Blue Dot"
Bild 4/9, Quelle: NASA.

Die Erde als "Pale Blue Dot"

Diese Aufnahme stammt von der Raumsonde Voyager 1 und zeigt unseren Planeten als winzigen blassblauen Punkt in den tiefen des Alls. Die NASA entschied sich im Jahr 1990, die Raumsonde zu schwenken und mit der Kamera einen Blick auf die Erde zu werfen. Unser Heimatplanet war damals 6,4 Milliarden Kilometer weit weg. Das ist die größte Distanz, aus der jemals ein Bild unseres Heimatplaneten aufgenommen wurde.

ATV-4 dockt an die ISS an
ATV-4 dockt an die ISS an
Bild 5/9, Quelle: NASA.

ATV-4 dockt an die ISS an

Docking des vierten ESA-Raumfrachters ATV "Albert Einstein" an der ISS, das am 5. Juni 2013 um 23.52 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) gestartet ist.

EML-Anlage
EML-Anlage
Bild 6/9, Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

EML-Anlage

In der Schwerelosigkeit werden Legierungen zukünftig behälterfrei mit der EML-Anlage (Elektromagnetischer Levitator) geschmolzen. Eine elektromagnetische Spule hält die Probe in der Schwebe. Die Anlage wird mit dem europäischen Raumtransporter ATV-5 (Automated Transfer Vehicle) zur ISS gebracht.

Alexander Gerst trainiert an der EML-Anlage.
Training an der EML-Anlage
Bild 7/9, Quelle: DLR/Evi Blink.

Training an der EML-Anlage

Alexander Gerst trainiert am EAC in Köln, wie die EML-Anlage funktioniert. Er wird sie während seiner Mission "Blue Dot" installieren und in Betrieb nehmen.

Die PK-4-Anlage
Die PK-4-Anlage
Bild 8/9, Quelle: MPE.

Die PK-4-Anlage

Alexander Gerst wird in seiner Mission "Blue Dot" auf der Internationalen Raumstation ISS die PK-4-Anlage in Empfang nehmen und im europäischen Columbus-Labor installieren. Mit der PK-4-Anlage sollen physikalische Grundlagen komplexer, dreidimensionaler Plasmen erforscht werden.

Columbus-Kontrollzentrum
Columbus-Kontrollzentrum
Bild 9/9, Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Columbus-Kontrollzentrum

Blick in das Columbus-Kontrollzentrum, das sich im Deutschen Raumfahrt-Kontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen befindet. Das Columbus-Kontrollzentrum steuert im Auftrag der ESA den Betrieb des Weltraumlabors und koordiniert das wissenschaftliche Programm.

28. Mai bis 10. November 2014

Am 28. Mai 2014 um 21:57 Uhr mitteleuropäischer Zeit startete der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst vom Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) an Bord einer Sojus-Trägerrakete zur Internationalen Raumstation ISS. Bereits nach sechs Stunden Flug erreichte er die Raumstation, die die Erde in einer Höhe von 400 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 28.800 Kilometern pro Stunde umkreist. Er ist dann der dritte Deutsche, der an Bord der ISS leben und arbeiten wird - vor ihm flogen Thomas Reiter und Hans Schlegel zur Raumstation.

Der Name der Mission

Der Name der Mission "Blue Dot" geht auf den weltberühmten US-Astronomen Carl Sagan (1934 - 1996) zurück, der unsere Erde als "pale blue dot" (blassblauen Punkt) bezeichnet hat. Er bezog sich dabei auf eine Aufnahme, die die Raumsonde Voyager 1 aus etwa 6,4 Milliarden Kilometern Entfernung zur Erde gemacht hatte - die größte Distanz, aus der jemals ein Bild unseres Heimatplaneten aufgenommen wurde. Auf diesem Bild ist die Erde nur noch als winziger, blassblauer Punkt zu sehen, der sich vor dem tiefen Schwarz des Alls als Oase des Lebens abhebt und gleichermaßen fragil und schützenswert erscheint.

Unter dem Motto "Shaping the Future - Zukunft gestalten" stehen die Experimente, die Alexander Gerst auf der ISS durchführen wird. Sie dienen dazu, das Leben auf der Erde zu verbessern, neue Technologien zu erproben sowie die weitere Erforschung des Sonnensystems und Alls vorzubereiten.

100 Experimente in 166 Tagen

Während seiner für 166 Tage angesetzten Mission wird Alexander Gerst in 100 verschiedene Experimente aller ISS-Partner involviert sein. Von den rund 40 ESA-Experimenten (ELIPS-Programm) finden 25 unter Führung deutscher Projektwissenschaftler oder mit deutscher Industriebeteiligung statt. Sie kommen aus den Bereichen Materialphysik, Humanphysiologie, Strahlenbiologie, Sonnenforschung, Biologie und Biotechnologie, Fluidphysik, Astrophysik und Technologiedemonstrationen.

Darüber hinaus sind zahlreiche Experimente und Vorhaben zur Bildung und Nachwuchsförderung geplant, darunter zum Beispiel das Schulprojekt "Columbus Eye", ein Erdbeobachtungsexperiment mit ferngesteuerten Kameras an Bord der ISS, das das DLR-Raumfahrtmanagement und die Universität Bonn in Zusammenarbeit mit der NASA durchführen wird. Beim Wettbewerb "Aktion 42", der gemeinsam von ESA und DLR mit "Jugend forscht" ausgeschrieben wurde, entwickeln Jugendliche Experimente mit ISS-Bordmitteln.

Missionshighlights

Ein Highlight der Mission ist die Installation und Inbetriebnahme des Elektromagnetischen Levitators (EML), die Alexander Gerst durchführen wird. EML ist ein Schmelzofen, in dem metallische Legierungsproben mittels elektromagnetischer Felder berührungslos geschmolzen und erstarrt werden können. Die Anlage wird mit dem europäischen Raumtransporter ATV-5 "Georges Lemaitre" (Automated Transfer Vehicle) voraussichtlich im Juli 2014 zur ISS gebracht.

Alexander Gerst wird während seiner Mission auch einen Außenbordeinsatz, eine sogenannte Extravehicular Activity (EVA), durchführen. Voraussichtlich im August wird er für sechs Stunden die ISS verlassen, um Außenanlagen der Station zu warten und wissenschaftliche Experimente zu installieren. Im Weltraum wird der Anzug durch Wasser gekühlt, trinken kann man durch ein Strohhalmsystem, das mit einem Wasserreservoir verbunden ist, Helmlampen spenden Licht, wenn sich die ISS im Schatten der Erde befindet. Ein EVA ist so anstrengend, dass sich die Astronauten erst eine Woche später wieder vollständig davon erholt haben.

Er wird auch den Greifarm der Station bedienen, um mehrere Versorgungsschiffe an- und abzudocken: Abdocken von SpaceX-4 (Dragon), An- und Abdocken von Spacex-5, An- und Abdocken von Cygnus-2 (OSC).

Direkt nach seiner Landung wird Alexander Gerst nach Köln geflogen und dort als erster europäischer Astronaut im ESA-Astronautenzentrum sowie beim DLR medizinisch betreut. Das ist eine Premiere, denn bisher wurden die Gesundheitschecks aller westlichen Astronauten in Houston, USA, durchgeführt.

Fünf Jahre Zeit, um den Beruf Astronaut zu lernen

Ganz zu Beginn seiner Ausbildung musste Alexander Gerst zunächst einmal einen 18-monatigen Grundkurs mit hunderten von Ausbildungsstunden durchlaufen, um sich überhaupt Astronaut nennen zu dürfen. In den Ausbildungszentren in den USA, Russland, Deutschland, Japan und Kanada eignete er sich Kenntnisse über Raumfahrttechnik, Weltraumforschung und Medizin an. Die Funktionsweise der ISS und ihrer Transporter hat er dort ebenfalls studiert. Russisch musste er innerhalb von drei Monaten lernen - dafür lebte er sogar einige Wochen mit einer russischen Familie im Sternenstädtchen bei Moskau zusammen. Er erhielt Tauchunterricht, da das Unterwassertraining auf der Erde die beste Möglichkeit ist, Außenbordeinsätze an der ISS zu trainieren.

Nachdem er im September 2011 für die Blue Dot-Mission nominiert wurde, erhöhte sich die Gangart: Von da an trainierte der er ohne Pause bis zu 60 Stunden pro Woche für seinen ersten Einsatz im All.

Bodenkontrolle - Unterstützung rund um die Uhr

Die Gesamtverantwortung für die Station haben die Missionskontrollzentren der NASA in Houston und von Roskosmos in Moskau. Sind Experimente betroffen, hat das Nutzlastzentrum in Huntsville (USA) die übergeordnete Verantwortung für alle westlichen ISS-Versuchsanlagen. Mit ihnen stehen die anderen Kontrollzentren, die sich um die Nutzlast kümmern, in engem Kontakt. Für das europäische Columbus-Labor ist das Columbus-Kontrollzentrum (Col-CC) im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum (German Space Operation Center GSOC) beim DLR in Oberpfaffenhofen zuständig. Das GSOC steht in ständigem Kontakt zu den anderen Kontrollzentren und zu den Astronauten. Lange vor der Mission beginnt hier die Planung und Einbindung neuer Experimente.

Das GSOC bildet die Nahtstelle zwischen den Columbus-Experimentanlagen, den Fachingenieuren und den Wissenschaftlern in den europäischen Nutzerkontrollzentren, wie beispielsweise demMUSC (Microgravity User Support Center) des DLR in Köln. Vom GSOC aus kann bei Problemen im Labor, aber auch für Pressekonferenzen oder für den Unterricht aus dem All auch direkt mit der ISS kommuniziert werden.

Kontakt
  • Elke Heinemann
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Politikbeziehungen und Kommunikation
    Telefon: +49 2203 601-2867
    Telefax: +49 2203 601-3249
    Linder Höhe
    51147 Köln
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