Die Ro­sat-Missi­on

Künstlerische Darstellung des Rosat-Satelliten im All
Künst­le­ri­sche Dar­stel­lung des Ro­sat-Sa­tel­li­ten im All
Bild 1/3, Credit: EADS Astrium.

Künstlerische Darstellung des Rosat-Satelliten im All

Künst­le­ri­sche Dar­stel­lung des Sa­tel­li­ten Ro­sat in der Erd­um­lauf­bahn. Ro­sat dien­te der Er­for­schung von Rönt­gen­quel­len.
Rosat beim Test in der Weltraum-Simulationskammer
Ro­sat beim Test in der Welt­raum-Si­mu­la­ti­ons­kam­mer
Bild 2/3, Credit: Dornier (heute EADS Astrium Friedrichshafen)..

Rosat beim Test in der Weltraum-Simulationskammer

Der Sa­tel­lit Ro­sat beim Test in der Welt­raum-Si­mu­la­ti­ons­kam­mer bei der Fir­ma Dor­nier.
Rosat startete am 1. Juni 1990 an Bord einer Delta-II-Rakete von Cape Canaveral
Ro­sat star­te­te am 1. Ju­ni 1990 an Bord ei­ner Del­ta-II-Ra­ke­te von Ca­pe Ca­na­ve­ral
Bild 3/3, Credit: NASA.

Rosat startete am 1. Juni 1990 an Bord einer Delta-II-Rakete von Cape Canaveral

Der Rönt­gen­sa­tel­lit Ro­sat bei sei­nem Start auf ei­ner Del­ta II-Ra­ke­te der US-ame­ri­ka­ni­schen Welt­raum­be­hör­de NA­SA vom Welt­raum­bahn­hof Ca­pe Ca­na­ve­ral in Flo­ri­da am 1. Ju­ni 1990. Ur­sprüng­lich war ge­plant, Ro­sat mit ei­nem US-Space Shutt­le in die Erd­um­lauf­bahn zu brin­gen. Nach der Ex­plo­si­on der Chal­len­ger-Raum­fäh­re 1986 (Ro­sat war da­mals be­reits im Bau) wur­de die Ent­schei­dung ge­trof­fen, den Rönt­gen­sa­tel­li­ten mit ei­ner Ra­ke­te in den Or­bit zu brin­gen.

Als am 1. Juni 1990 der Röntgensatellit Rosat ins Weltall startete, nahm damit eine Mission ihren Anfang, mit der die Wissenschaftler zum ersten Mal den gesamten Himmel mit einem abbildenden Teleskop auf Röntgenquellen untersuchten. Röntgenstrahlen entstehen im Universum bei besonders heißen und energiereichen Prozessen. Dabei sind oft auch extreme Materiezustände wie Schwarze Löcher oder Neutronensterne beteiligt.

Um diese Prozesse zu verstehen, ist es wichtig, die Energieverteilung der Röntgenstrahlen zu bestimmen. Außerdem muss die Position der Röntgenquelle am Himmel möglichst genau abgeleitet werden, um ausgedehnte Strukturen zu untersuchen, aber auch um durch Beobachtungen bei anderen Wellenlängen ergänzende Informationen über die Röntgenquelle zu bekommen. Eine Beobachtung von der Erde aus ist nicht möglich, denn die Erdatmosphäre absorbiert Röntgenstrahlung - sie ist damit vom Boden aus nicht nachweisbar. Die Konsequenz: Um die Strahlungsquellen am Himmel untersuchen zu können, musste ein Teleskop außerhalb der Erdatmosphäre seine Bahnen ziehen.

Projektleiter und Auftraggeber für den deutschen Anteil des deutsch-amerikanisch-britischen Gemeinschaftsprojekts Rosat war die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (heute Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR).

Rosat, das bis dahin größte Röntgenteleskop, sollte in einer Missionszeit von 18 Monaten zwei Aufgaben erfüllen: In den ersten sechs Monaten wollten die Forscher des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik (MPE) in Garching bei München systematisch den gesamten Himmel wie mit einem Scanner "durchmustern" und einen Himmelsatlas im Röntgenstrahlenbereich erstellen. Anschließend sollte der Röntgensatellit Rosat als Observatorium ein Jahr lang ausgewählte Röntgenquellen detaillierter untersuchen.

Da der Satellit jedoch auch nach Ablauf der offiziellen Missionsdauer noch funktionierte und Röntgenquellen aufzeichnete, wurde die Mission mehrfach verlängert. Etwa 80.000 kosmische Röntgenquellen wurden registriert, dazu mit einer weiteren Weitwinkelkamera auf dem Satelliten 6.000 Quellen im extremen Ultraviolettbereich. Über 4.000 Wissenschaftler aus 24 Ländern nutzten die Möglichkeit, in den acht Jahren Satellitenbetrieb Messungen in Auftrag zu geben und auszuwerten. Jeweils ein Jahr nach der Beobachtung wurden diese Daten in ein öffentliches Archiv gegeben.

Bereits im Januar 1991 waren einer der beiden PSPC-Detektoren (Position Sensitive Proportional Counter) sowie ein Filter der britischen Weitwinkel-Kamera durch Überhitzung zerstört worden. 1994 war der Gasvorrat des zweiten PSPC erschöpft, die Beobachtungen mit diesem Detektor mussten daraufhin eingestellt werden. Die Röntgenbeobachtungen konnten aber mit dem amerikanischen High Resolution Imager (HRI) fortgeführt werden.

Der Ausfall eines Sternsensors führte schließlich 1998 dazu, dass der HRI in Sonnenrichtung schaute und dabei irreversibel beschädigt wurde. Daraufhin, mehr als achteinhalb Jahre nach dem Start, wurde am 12. Februar 1999 der Röntgensatellit Rosat aufgegeben und abgeschaltet.

Missionsparameter

Start1. Juni 1990
StartortCape Canaveral, Florida, USA
TrägerraketeDelta-II-Rakete
Missionsende12. Februar 1999
KontrollzentrumDeutsches Raumfahrt-Kontrollzentrum des DLR, Oberpfaffenhofen (German Space Operations Center GSOC)
BodenstationEmpfangsstation Weilheim des DLR
Masse des Satelliten2426 Kilogramm
Äußere Abmessungen2,20 Meter x 4,70 Meter x 8,90 Meter
Erdumlaufbahnursprünglich in ca. 580 Kilometer Höhe
Ausstattunga) Röntgenteleskop:
4 Wolter-Spiegel: Größter Durchmesser 83 Zentimeter, Brennweite 2,4 Meter, Winkelauflösung besser als fünf Bogensekunden.
Empfindlichkeitsbereich des Teleskops ca. 0,1 bis 2,4 keV.
Detektoren: zwei Vieldrahtproportionalzähler (Position Sensitive Proportional Counter, PSPC); ein Kanalplattendetektor (High Resolution Imager, HRI);
b) Weitwinkelkamera für Beobachtungen im extremen Ultraviolettbereich (WFC)
Kontakt
  • Sabine Göge
    Lei­te­rin Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Lei­te­rin DLR-Kom­mu­ni­ka­ti­on
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  • Andreas Schütz
    Lei­tung Me­dia|Re­la­ti­ons, Pres­se­spre­cher
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    Telefon: +49 171 3126-466
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