ICA­RUS: Er­for­schung von Tier­mi­gra­tio­nen - Tech­no­lo­gie­de­mons­tra­ti­on

Tierbeobachtung mit ICARUS
Tier­be­ob­ach­tung mit ICA­RUS
Bild 1/3, Credit: Bourry/DLR.

Tierbeobachtung mit ICARUS

Das Wan­der­ver­hal­ten der Tie­re kann uns viel über Um­welt­ und Kli­ma­ver­än­de­run­gen ver­ra­ten. Win­zi­ge, an Klein­tie­ren wie Vö­geln an­ge­brach­te Sen­der fun­ken im Pro­jekt ICA­RUS Da­ten zur ISS und las­sen uns de­ren Flug­rou­ten erst­mals welt­weit nach­ver­fol­gen.
Der ICARUS-Tag
Der ICA­RUS-Tag
Bild 2/3, Credit: Max-Planck-Institut für Ornithologie/ MaxCine.

Der ICARUS-Tag

ICA­RUS möch­te glo­ba­le Wan­der­be­we­gun­gen von Tie­ren er­for­schen - im Fo­kus sind zu­nächst Klein­tie­re wie Vö­gel und Fle­der­mäu­se. Win­zi­ge, we­ni­ger als fünf Gramm leich­te, an den Tie­ren an­ge­brach­te Sen­der - so­ge­nann­te Tags - sam­meln In­for­ma­tio­nen über de­ren Wan­der­ver­hal­ten und fun­ken sie zur ISS. Ein­ge­tra­gen in ei­ne Da­ten­bank sol­len die­se In­for­ma­tio­nen da­bei hel­fen, Tie­re zu schüt­zen, un­ser Kli­ma und die Aus­brei­tung von Krank­hei­ten bes­ser zu ver­ste­hen so­wie nach­hal­ti­ge­re Land­wirt­schaft zu be­trei­ben.
ICARUS: Technologiedemonstration zur weltweiten Verfolgung der Wanderungen von Tieren
ICA­RUS: Tech­no­lo­gie­de­mons­tra­ti­on zur welt­wei­ten Ver­fol­gung der Wan­de­run­gen von Tie­ren
Bild 3/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

ICARUS: Technologiedemonstration zur weltweiten Verfolgung der Wanderungen von Tieren

Die DLR-In­fo­gra­fik stellt das ho­ri­z­ons-Ex­pe­ri­ment ICA­RUS mit den wich­tigs­ten Da­ten und Fak­ten auf ei­nen Blick vor.

Bei ICARUS (International Cooperation for Animal Research Using Space) arbeiten das DLR Raumfahrtmanagement und die russische Raumfahrtagentur Roskosmos zusammen. Mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) entwickelt das Max-Planck-Institut für Ornithologie (MPIO) in Radolfzell ein neues System, um Tierwanderungen weltweit zu verfolgen. ICARUS setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen: kleinen Tiersendern - den sogenannten Tags- und der Weltraumhardware (Antenne und On­Board­Computer). Mit einem Gewicht von weniger als 5 Gramm können sogar kleine Tierarten wie Singvögel mit diesen Sendern ausgestattet werden, ohne Einfluss auf deren Verhalten zu nehmen.

Am 14. Oktober 2017 und am 13. Februar 2018 wurden der On-Board-Computer und die Antenne jeweils mit einem russischen Progress­Frachter zur Raumstation gebracht. Während der Computer in der ISS untergebracht ist, werden voraussichtlich im August 2018 zwei Kosmonauten die Antenne außen am russischen Servicemodul Swesda anbringen. Auf der Erde sammeln die Tags Informationen über das Tierverhalten. Dafür speichern sie zum Beispiel GPS­, Beschleunigungs­ und Umweltdaten. Um Energie zu sparen und somit die Lebensdauer zu erhöhen, werden die Sende­ und die Empfangseinheit der Tags die meiste Zeit in einen Schlafmodus versetzt. Da in den kleinen Geräten auch die Daten der aktuellen ISS­Umlaufbahn gespeichert sind, "wachen" sie erst bei einem Überflug der Raumstation auf. Dann senden sie ihre Daten zur Antenne im Orbit. Über den ICARUS-Computer werden die Informationen dekodiert und zur russischen ISS-Bodenstation weitergeleitet. Von dort werden sie in eine wissenschaftliche Datenbank eingespeist. Das hauptsächlich von deutschen KMUs entwickelte System wird präziser und zuverlässiger als alle bisherigen Systeme arbeiten.

Deutsche und russische Wissenschaftler versprechen sich von den Daten nicht nur neue Aussagen über die Lebensweise der Tiere, sondern erwarten davon auch Erkenntnisse zur Verbreitung von Seuchen (zum Beispiel Vogelgrippe, Ebola), zur Auswirkung des Klimawandels und zum Zusammenspiel von Tierwanderungen und der Nahrungssicherheit in kritischen Regionen.

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