Alexander Gerst während eines Außenbordeinsatzes
Alex­an­der Gerst wäh­rend ei­nes Au­ßen­borde­in­sat­zes
Bild 1/2, Credit: NASA/ESA.

Alexander Gerst während eines Außenbordeinsatzes

Ne­ben Schwe­re­lo­sig­keit und Strah­lung ge­hö­ren viel­fäl­ti­ge Stress­fak­to­ren wie Iso­la­ti­on, Ar­beits­be­las­tung und Stö­run­gen des Schlaf­rhyth­mus zu den Aus­lö­sern der Schwä­chung des Im­mun­sys­tems bei län­ge­ren Auf­ent­hal­ten von Men­schen im All. Im­mu­no-2 ver­folgt ei­nen ganz­heit­li­chen An­satz aus bio­che­mi­schen und psy­cho­lo­gi­schen Ana­ly­sen, um die stress­be­ding­te Schwä­chung des Im­mun­sys­tems zu un­ter­su­chen.
 Immuno-2: Untersuchung der stressbedingten Schwächung des Immunsystems
Im­mu­no-2: Un­ter­su­chung der stress­be­ding­ten Schwä­chung des Im­mun­sys­tems
Bild 2/2, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Immuno-2: Untersuchung der stressbedingten Schwächung des Immunsystems

Die DLR-In­fo­gra­fik stellt das ho­ri­z­ons-Ex­pe­ri­ment Im­mu­no-2 mit den wich­tigs­ten Da­ten und Fak­ten auf ei­nen Blick vor.

Immuno-2 setzt Untersuchungen fort, die sich mit der Funktion des Immunsystems bei längeren Aufenthalten von Menschen im All beschäftigen. Neben Schwerelosigkeit und Strahlung gehören vielfältige Stressfaktoren wie Isolation, Arbeitsbelastung und Störungen des Schlafrhythmus zu den Auslösern der Schwächung des Immunsystems. Mit vergleichbaren Problemen unseres Abwehrsystems - teilweise ausgelöst durch dieselben Stressfaktoren - haben Gesunde und insbesondere auch Schwerkranke auf der Erde zu kämpfen. In beiden Fällen sollte einerseits eine ausreichende Abwehrkraft zum Schutz vor Krankheitskeimen vorhanden sein, andererseits darf das Immunsystem auch nicht fehl- oder überaktiviert werden, um Folgen wie Allergien und Autoimmunkrankheiten zu vermeiden.

Immuno-2 verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der biochemische Analysen mit psychologischen Tests kombiniert, um Veränderungen des Immunsystems und den Hormonspiegel von ISS-Astronauten mit deren Stressbelastung in Verbindung bringen zu können. Durch Vergleiche mit Isolations- und Bettruhestudien werden Erkenntnisse über die Rolle der einzelnen Faktoren gewonnen, die das Immunsystem in ein Ungleichgewicht bringen sowie über den Mechanismus der zellulären Immunabwehr allgemein. Diese Kenntnisse sind die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Maßnahmen für den Einsatz am Astronauten ebenso wie bei Schwerkranken in der Intensivmedizin.

Fortschritte im ganzheitlichen Verständnis des Zusammenhangs von Stress und Immunsystem sind für Menschen der "Burn-out-Generation" von Bedeutung, insbesondere aber wichtig für Intensivpatienten. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) lag der Bruttowertschöpfungsausfall durch Arbeitsunfähigkeit 2015 allein in Deutschland bei 113 Milliarden Euro. Dabei hat sich die Anzahl der psychischen Erkrankungen in den letzten zirka zehn Jahren fast verdoppelt. Durch ihre lange durchschnittliche Krankheitsdauer haben psychische Erkrankungen einen erheblichen Anteil an den volkswirtschaftlichen Kosten. Mit Hilfe der Projekte auf der ISS und auf der Erde versuchen die Wissenschaftler, den Ursachen für stressbedingte Krankheiten auf die Spur zu kommen und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

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